1. Oktober 2016

Samstag, der 1.Oktober 2016, früh morgens. Die letzten Habseligkeiten werden in unseren Taschen verstaut – nichts wird zu Hause gelassen, auch nicht die Geschenke und Mitbringsel für Bonn. Und es kommt, wie es kommen mußte, die 100 l – Tasche, die wir für den Notfall gekauft hatten ist auch voll. Der Notfall ist schon vor der Abreise eingetreten.
Dann kommen Rosalie und Klaus zum Frühstück. Noch einmal klassisch Marmeladen- und Käsebrot. Die Sektflasche, die ich Gestern in den Tiefkühler gelegt und dann vergessen habe ist geplatzt! Aber wir haben noch eine Zweite! Letzte Instruktionen, denn R&K werden unsere Wohnung betreuen, auch die Ferienwohnung und fahren uns zum Bahnhof. (Wer den Kontakt mal braucht: Telefonbuch Bad Dürkheim).
Dann am Bahnhof Wachenheim. Peu a peu tröpfeln alle ein: die halbe Praxis, Ilse und Horst, Sammy, R&K sind sowieso schon da. Und das obwohl wir am Tag vorher schon die Weihnachtsfeier vorgezogen hatten mit viel Wein und gutem Essen!
Der Zug fährt ein,
Die Zähre fließt,
geschieden sei,
die Ferne ruft.
Na, ja, jeder mit zwei nicht gerade leichten Koffern in den Zug gewuchtet verschwindet Wachenheim am Horizont.

Wir sind froh, im Zug zu sitzen. Umsteigen in Neustadt und Mannheim – kein Problem trotz der schweren Koffer.img_1886

Um ca. 15:00 Uhr treffen wir in Bonn ein. Sebastian holt uns ab, aber wir bekommen die 4 Gepäckstücke kaum in den Mini von Gisela. Das Hotel erweist sich als ein Haus, das von einem Behinderten Verein bewirtschaftet wird. Sehr gemütlich und sehr nettes Ambiente. Wir gehen erst mal an den Rhein spazieren. Die Party startet um 18:00, da sind wir wieder zurück.

 

 

Über die Öresundbrücke nach Stockholm

 

 

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Diesmal waren wir zwei Stunden vorher am Bahnhof, nach einem reichhaltigen Frühstück , von dem wir auch die Wegzehrung für immerhin 5 Stunden Fahrt nach Stockholm abzwacken konnten. Eingewickelt in das ökologisch-wiederverwendbare Bienenwachs Papier, das man nach Gebrauch einfach sauber wischt. So produzieren wir weniger Abfall, haben wir von Julia gelernt!
Gut, dass wir so früh am Bahnhof waren, denn der Zug nach Stockholm fährt von Gleis 26 los, ein Spezial Perron mit Passkontrolle, damit ja keine Flüchtlinge von Dänemark nach Schweden einwandern. img_2023-2

Kurz nach dem Stadtgebiet von Kopenhagen führe die Gleise durch den Öresundtunnelen (Tunnel) auf die Øresundbron, die mit ca. 7,8 km die längste Schrägseilbrücke für Schienen- und Autoverkehr der Welt ist. (Die Öresundbrücke (dänisch: Øresundsbroen, schwedisch Öresundsbron, dänisch-schwedische Hybridschreibweise Øresundsbron) ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie bildet zusammen mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm die mautpflichtige Öresundverbindung, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden verbindet und damit maßgeblich die Öresundregion erschlossen hat. Die Grenze verläuft 883 Meter westlich vom ersten Pylonenpaar[2] und ist durch Schilder markiert, die sich an der jeweils nächstliegenden Schilderbrücke befinden. Die Brücke wurde am 1. Juli 2000 dem Verkehr übergeben.)Das mit den Schrägseilen mag ja eine gute Sache für die Statik sein. Für’s Fotografieren ist es allerdings sehr störend, da man bei geschätzten 100 km/h nur schwer zwischen den Seilen durch fotografieren kann.

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Am Fenster rauscht die schwedische Schären-Landschaft vorbei, unendliche Wähler und ab & zu ein einsamer Bauernhof. Das Wetter ist sonnig mit tief segelnden Wetterwolken. Je weiter wir nach Stockholm kommen, desto mehr setzt herbstliche Färbung ein.
Der Zug ist gut besucht. Offensichtlich gibt es viele Schweden, denen die Autofahrt zu langweilig ist, und die ihre Hauptstadt per Eisenbahn erreichen wollen. Gut so, ihr Schweden!
In Stockholm sind wir im Radisson Blu Royal Viking Hotel untergebracht. Es liegt nur 300 m vom Bahnhof entfernt. Was es am ersten Abend zu Essen gab.

Zwischenzeitlich ist es recht frisch geworden. Auf dem Wetter Radar sind dunkle Wolken zu sehen. Wir holen schon mal Pullover und warme Jacken aus dem Koffer. In Stockholm soll es dann 8° werden, allerdings mit Sonne – manchmal. In Russland haben sie schon ein Minus vor die Temperatur gesetzt, hoffentlich ist der Zug gut geheizt!

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Aber in Japan, da wird’s wieder richtig warm! Wir freuen uns schon auf Japan!

Stockholm ist am nächsten Tag bedeckt und klamm. Wir ziehen schon mal Pulli und warme Socken an. Wie in jeder Stadt, so auch in Stockholm: Hop on – Hop off Bus um zu sehen, was es in Stockholm zu sehen gibt. Der Hafen, das Einkaufsviertel, der Parlamentssitz, eines wird immer hervorgehoben: das Schweden weltweit berühmte Architekten hat und hatte, die für ein (nicht immer) ansprechendes Stadtbild gesorgt haben. Als dann der Bus mit einem Taxi zusammengestoßen ist (nur Blechschaden!), sind wir ausgestiegen. Dort waren drei Musik Bands in einem freundlichen Wettstreit begriffen, der durch witzige Instrumenteinlagen gewürzt wurde.img_2029

Das erster Besuch sollte dem Wasa Museum gelten.  Die Wasa ist ein Kriegsschiff des 15. Jahrhunderts, das in den 60er Jahren vor Stockholm geborgen wurde und dem dieses Museum ausschließlich gewidmet ist. Sie wurde von König Gustaf II in Auftrag gegeben, um die Herrschaft über die Ostsee zu erlangen . Leider kenterte sie wegen übler Konstruktionsmängel schon bei der Jungfernfahrt 1627 und ging unter. Die Gerüchteküche besagt, dass der König persönlich in die Konstruktion eingegriffen hat und das Desaster mit verschuldet hat. Mehr über die Wasa

Unser zweiter Besuch – einen Tag später – galt Schloss Gripsholm, etwa 1 Stunde mit dem Zug von Stockholm entfernt, das Kurt Tucholsky für uns Deutsche mit seiner Novelle „Schloss Gripsholm“ aus den 30er Jahren bekannt gemacht hat. Deswegen waren auch fast nur Deutsche unter den wenigen Besuchern. Mehr lesen

Unser dritter Tag in Stockholm sollte noch einmal den Rundfahrten dienen, diesmal mit dem Bus und dem Boot. Aus dem Bus fotografieren ist oft nicht so günstig, dafür aber aus dem Boot. Stockholm vom Wasser aus zu sehen ist trotz bedecktem Wetter sehr schön und beeindruckend. Da sich die Stadt auf viele Inseln erstreckt und Wasser etwa 30 Prozent der Stadtfläche ausmacht, ist dieser Blick auch ein sehr typischer..Die Bilder sind in der Galerie unten, ein Klick auf das erste Bild öffnet die anderen!

 

 

 

 

 

Von Hamburg nach Kopenhagen

Am nächsten Morgen: Frühzeitig aus den Federn! Das Frühstücksbuffet des Le Meridien ist im 9.Stock mit einer herrlichen Aussicht über die Außenalster. Es ist unser 9. Hochzeitstag, daher gibt es erst mal einen Prosecco. Im Übrigen ist das Buffett nichts für’s Schlank werden.
Insgesamt wird es etwas knapp zum Zug. Er soll um 9:28 fahren und pünktlich um 9:18  erreichen wir mit dem Taxis den Bahnhof. Vom Zug ist nichts zu sehen. Warum?  Die Abfahrt wurde mal einfach so um 10 Minuten früher festgesetzt. Der nächste ging dann ein einhalb Stunden später mit Umsteigen in Fredica, schon Dänemark.
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Gleis 6
img_4631 Aber es wurde nicht langweilig. Denn kaum war Franka mal weg für zum Aufkleber zu holen kommen zwei Penner, nicht in guter Verfassung! Plötzlich fällt der eine um und hat einen epileptischen Anfall. Das sieht nicht schön aus und alle gucken etwas konsterniert. Der Kumpel hat auch schon einen Tremor und war nicht ansprechbar. Dann hat sich aber ein Mädel um den arme
n Mann gekümmert und ich habe die 112 gewählt. Nach 10 Minuten – gefühlte Stunden – kommt ein Trupp Sanitäter mit Notarzt, die sich zu den 5 Security Leuten, die ebenfalls zwischenzeitlich eingetroffen waren, dazu gesellen. Ich beschreibe den Vorfall und die medizinischen Symptome und alle kümmern sich um den Epileptiker und seinen nicht ansprechbaren Kumpel. Die Sanitäter haben dann beide mitgenommen und dann war unser Zug auch schon da.

Kopenhagen
Nachdem „Aladin“ Franka Geschenk zum 9. Hochzeitstag war, Habe ich Sie am Abend des 3. Oktober in Kopenhagen zum Essen eingeladen, im Cassiopaia. Die Abendstimmung am See, herbstliche Farben, schmackhaftes Essen: ein sehr schöner Abend.
Wenn Du neu in einer Stadt bist,musst Du Dich erst mal orientieren. Die Zauberformel heisst: Hopp On Hopp Of. Das war nicht nur der berühmte rote doppelstöckige Bus, nein es ging dann mit dem Boot weiter, das war fast noch schöner. Wir haben vieles gesehen, was wir uns in den nächsten Tagen intensiver ansehen wollen.
Aber eins war beeindruckend. Und zwar „Kiss and Fish“! In dem Laden (Fußgängerzone Kopenhagen) standen ca. 10 Becken mit kleinen Fischen drin – Stichlingsgröße, davor eine Bank zum Sitzen. Dann konnte man sich mit nackten Füßen eins Becken stellen und die Fische haben sich über die Füsse hergemacht und daran rumgeknabbert. _dsf0118-16-kopieStimuliert den Blutkreislauf, macht die Füsse fein und geschmeidig, sagt das Mädel an der Kasse. Franka hats gemacht. Und war begeistert. Warum nicht? Auch der Wal hat seine Pilotfische und der Hai auch.

Kopenhagen ist die Stadt der Fahrradfahrer. Ich habe noch nie, außer vielleicht in Amsterdam, so viele und so variantenreiche Fahrräder gesehen, wie hier. Normale Räder, Elektroräder, Lastenräder, Dreiräder, Klappräder, übergroße Räder (weil der Däne im Durchschnitt größer ist,als wir), Fixies, Räder mit Knderbehälter, Räder mit Anhänger, Räder mit Schwerlastvorbau, Rikschas. Vor den öffentlichen Gebäude sind Fahrradparkplätze für hunderte von Fahrrädern, die zum Teil gar nicht abgeschlossen sind, weil hier niemand Räder klaut. Und die Qualität der Räder: aber Hallo! Da ist nichts kaputt oder rostig, nein diese „Cykles“ sinnd in einem top Zustand, alle!

Junge Mädchen in Stöckelschuhen auf dem Weg zu einer Party, Geschäftsleute auf dem Weg zur Arbeit – wohin sie auch fahren und bei welchem Wetter auch immer – die Kopenhagener nehmen ihr Fahrrad- Da wundert es nicht, dass Kopenhagen zur ersten Bike City jemals gewählt wurde. In Kopenhagen pendeln 50% aller Bürger täglich mit dem Fahrrad , und es gibt fast 400 Kilometer Radwege, unter ihnen einige der am meisten befahrenen mit bis zu 40 000 Radfahrern täglich.

Morgen werden wir es auch mal probieren. Oder Übermorgen.

Denn heute war die kleine Meerjungfrau dran, der Wachwechsel vor dem Schloss des Königs und ein Besuch im Design Museum. Die Meerjungfer war belagert von 20 Schülern de Abiturklasse aus Paderborn sowie weiteren 50 Touristen aus aller Herren Länder.Wir haben einfach eine viertel Stunde gewartet und dann war der Zauber vorüber, bis der nächste Bus kam.

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 Vor der Amalienburg findet jeden Tag um 12:00 der Wachwechsel statt: ca. 16 Burschen in einer prächtigen aus dem 19. Jahrhundert stammenden Uniform mit Bärenfellmütze und Sturmgewehr marschieren auf und lösen in einem komplizierten Bäumchen-wechsel-Dich Spiel die vorhandene Wache ab. Das Ganze wird von 100-150 internationalen Zuschauern kritisch besichtigt und für die Lieben zu  Hause mit Foto und Film festgehalten. Ist die Königin Margarete II zu Hause, dann wird das Ganze mit einem flotten Militärmarsch untermalt. Heute war die Königin nicht daheim.

(Zur Information: Die dänische Monarchie hat über tausendjährige Wurzeln.  Die dänische Königin, Margrethe II, kann also Könige wie Gorm den Alten (958 gestorben) und Harald Blauzahn (gestorben 987) zu ihren Vorfahren zählen).

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Vielleicht sollte man das alles nicht so ernst nehmen und als das ansehen, was es ja auch letztlich ist: Eine Show einheitlich bunt bekleideter Herren, die einer vorgegebenen Choreografie folgen, die schon etwas antiquiert ist, aber all denen gefällt, die gerne einheitlich bunt gekleidete Herren sehen, die einer vorgegebenen Choreografie folgen . . . .wache-und-inuit-maedchen

An unserem letzten Tag in Kopenhagen wollen wir endlich mal Fisch essen gehen. Und das haben wir auch getan, und zwar im Fisketmarket – um 18:00 schon fast ausgebucht! Das Lokal war zwar früher mal der Fischmarkt am Hafen, heute aber ziemlich hip, wenn man mal vom Publikum und den Preisen ausgeht. Aber das Essen war wirklich gut: Oktopus, Kabeljau und Austern.

Morgen werden wir Kopenhagen verlassen. Unser Zug geht um 12:37 nach Stockholm und diesmal wollen wir den Zug ganz bestimmt nicht verpassen!

 

Über Bonn nach Hamburg

 

            87894 August Sanders Foto von Teilnehmern eines Lumpenballs

Gisela feiert die 70
Etwa 50 Gäste waren gekommen, um dieses Ereignis zu feiern. Das Haus Müllestumpe (was für ein Name!) liegt im Grünen, nahe am Rhein und wird von einer Organisation geistig behinderter bewirtschaftet. „Nein, ich bin geistig behindert und darf nicht an die Kasse“ sagt das Mädel, als ich bezahlen will. Ja, wo darf man denn dann sein Geld loswerden, immerhin haben wir dort übernachtet. Keiner weiss, wie die Kasse bedient wird. Gisela klärt das später.
Die Hälfte der Gäste sind Verwandtschaft, die ich zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe, aber trotzdem wieder erkannt. Ob die Nordlichter und Sauerländer der Verwandtschaft etwas von dänne Kölscher Verzällscher, die im Laufe des Abends zu Gehör gebracht wurden ,verstanden haben? Wir wissen es nicht.
Anne, Julia und Sebastian haben ihrer Mutter auch die Ehre gegeben und natürlich auch die Schwestern!
Dann Sonntag Morgen noch Frühstück bei Gisela und dann hat uns die gesamte Mischpoke zum Bahnhof auf den Zug nach Hamburg gebracht. War sehr schön und ich fürchte, nächstes Jahr kommt noch mehr Verwandtschaft nach Wachenheim.

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Die Fahrt nach Hamburg war kurzweilig. Hinter uns ein Mädel, die wort-wörtlich 2 Stunden mit Hassan, Omar und Mechmed telefoniert hat in der Hoffnung, dass einer von denen sie am Bahnhof abholt. Die hatten aber keine grosse Lust.

In Hamburg angekommen, ging dann erst mal unsere 24 € Tasche kaputt. Da müssen wir wohl in Kopenhagen eine neue kaufen, vielleicht nicht so billig. Aber der eigentliche Zweck unserer Reise war ja das Musical Aladinn! Und das war wirklich toll, fast akrobatische Tanzeinlangen, gute Sänger und Sängerinnen, irre Effekte auf der Bühne mit Lichtern, Projektionen und fliegenden Teppichen.

 

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Unser vorletzter Tag führte uns in das Fotografiska Museum und auf Gamlastan in das Nobel Museum. Aus der obersten Etage des Fotografiska Museums gab es ein paar sehr schöne Ausblicke auf die Insel Skepdholmen, die ich mal in einer Galerie gelungener Fotos zusammengefasst habe. Das Nobel Museum dient – wie der Name schon sagt – dem Ruhm Albert Nobels, des von ihm gestifteten Nobel-Preises und den Preisträgern. Nobel hat mit der Erfindung des Schiesspulvers so viel Geld gemacht, dass aus den Zinsen seiner Stifung dieses alljährliche Theater der Preisverleihung in den Disziplinen Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin und Literatur statfinden kann. Ob er wegen seines schlechten Gewissens hinsichtlich der problematischen Folgen seiner Erfindung diesen Preis ausgelobt hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls soll er denjenigen zu Gute kommen, die „…die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben…“. Außerdem sollte alljährlich jemand ausgezeichnet werden, der sich besonders für die Verbrüderung der Völker, die Abschaffung oder Reduzierung von Armeen sowie den Frieden eingesetzt hat. Jedenfalls sind das Museum, die blaue Festhalle im Stadhus von Stockholm und überhaupt das ganze Rathaus sehenswert.

Morgen, um ca. 17:00 geht unsere Fähre nach Tallin, wo wir dann am 13.Oktober morgens ankommen.

Morgens am 13. Oktober landet unsere Fähre in Tallinn. Unser Hotel Telegraaf ist um 9:00 uhr morgens noch nicht bezugsbereit. Wir finden einen privaten Führer, der uns 4 Stunden lang durch die Unter- und Oberstadt führt. Die vielen Jahreszahlen, die er drauf hatte, kann sich kein Mensch merken. Aber alles ist entweder mittelalterlich, vor allem die Kirchen, oder 16. Jahrhundert von reichen Handelsleuten erbaut. Tallinn war ja Mitglied im Hanseatischen Bund und vieles kennt man daher aus Lübeck, Hamburg etc.

Hier ein paar Bilder zur Illustration (Auf’s erst Bild klicken)

 

Ja, Tallinn, mir kommt es so vor, wie Disney Land. Die runden Türme, die gepflasterten Strassen, jede Menge Souvenier Läden mit handgefertigten Waren, Glasbläser, Töpfer, Ledersachen. Hier kann man noch den Fuchs „für um den Hals zu legen“ kaufen, gefilzte Hüte, Holzbrettchen und und und. Ohne Ende. Was ich vermisse: dass ab zu zu ein Trupp bunt gewandete Zinnsoldaten durch die Stadt marschieren.

Auch noch Positiv: schöne Restaurants, gutes Bier und überall ist das Internet kostenfrei und flott vorhanden. Sonst könnte ich diesen Blog nicht so leicht mit Bildern füttern.

Die sowjetische Vergangenheit . . . ist nichts, woran der Este gerne erinnert wird. Nach dem Abzug der sowjetischen Freunde hat sehr schnell der Kapitalismus Platz gefunden mit großen Kaufhäusern und einer hektischen Wirtschaft. Wir wollten aber trotzdem einen Eindruck der vormaligen Zeiten mitnehmen und besuchten den geheimen Friedhof der alten Gespenster.

Geister der Vergangenheit

(Aufs Bild klicken, dann kommt mehr)

 

Die Geister werden wohl in ein Museum kommen, da gehören sie auch hin.

Da wir noch nie in Estland oder einem der anderen Baltischen Staaten waren, wollten wir doch die weitere Umgebung kennen lernen. Eine Tagestour in einem kleinen Büsschen mit 5 Gleichgesinnten kam uns gerade recht. Es ging in den Naturpark Lahemaa, der ein Hochmoor beinhaltet ud nahe der Ostsee gelegen ist.  Gesprochen wurde Englisch, denn die Anderen kamen aus Polen, USA, Österreich und Bayern. Dies hier ist Kathleen, unsere Führerin und Fahrerin mit einem flotten Mundwerk, studierte Historikerin._dsf0433-25

Durch das Hochmoor sind wir auf Holzbolen gewandert, es war so ähnlich, wie das hohe Venn in der Eifel – wer’s kennt?  _dsf0415-9mehr beeindruckt.

 

 

Zu Mittag besuchten wir das Kaesmu Maritime Museum, wo uns der Chef einen frisch geräucherten und sehr gut schmeckenden Lachs servierte. Der Kräuter Quarck war allerdings fast noch besser. Mich hat allerdings seine Schiffsmodell Sammlung noch mehr beeindruckt. Klick auf’s Bild, wenn Du noch mehr Modelle sehen willst.

 

Was wir aber noch erfahren haben ist: Die Estländer vom Lande lieben es, zusammen zu schaukeln. Das haben wir dann auch probiert. Der Estländer liebt nicht den small talk, er sitzt dann lieber stumm nebeneinander. Noch lieber sieht er den Nachbarn von Weitem.  

Was wir noch zu sehen bekamen: Eine von den Sowjets verlassene U-Boot Station, heute verfällt sie und Grafiti-Sprayer verschönern den bröckelnden Beton (Rätselfrage: Welches Grafiti ist von vor 1990 ?). Und zum Schluss: der höchste Wasserfall Estlands (8m!). Nun ja._dsf0481-72

 

Programm für Morgen: In den Zug nach Sankt Petersburg einsteigen, Abfahrt 17:09 .  Hier geht’s weiter