Irkutsk entstand aus einem Kosakenfort (Ostrog), das 1661 von dem Kosakenführer Jakow Pochabow am Ufer des Flusses Angara angelegt wurde. 1686 bekam Irkutsk das Stadtrecht. Erst gegen 1760 wurde der Sibirische Trakt, die erste Straßenverbindung zwischen Moskau und Irkutsk fertiggestellt, und die Stadt entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China: Pelze, Diamanten, Gold, Seide, Tee, Holz. Mit dem Handelsaufschwung entwickelte sich die Stadt auch zu einem bemerkenswerten Zentrum für Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt dank der großen Zahl von politischen Verbannten. Die Stadt war Ausgangspunkt der ersten beiden Expeditionen von Vitus Bering 1728.

Wir wurden von Ludmilla geführt, eine Deutsch Lehrerin, die über viele historische und auch botanische Knntnisse verfügt und eine glühende Putin Anhängerin ist. Ihr Mundwerk war in den 3 Tagen, in denen sie uns durch Irkutsk, verschiedene Museen und an den Baikal See geführt hat ununterbrochen auf Sendung.

Irkutsk ist nicht klein, hat rd. 500 Tausen Einwohner und ist vor allem berühmt als Heimat der Dekabristen, eine Schar von Adeligen und Offizieren, die den Zar Nikolaus I stürzen wollten. Die Sache ging schief und die Anführer wurden hingerichtet der Rest ging in die Verbannung. Dort mußte sie Frondienste leisten. Nach wenigen Jahren hatten sie aber Fuß gefasst, ihre Frauen waren größtenteils nachgekommen, obwohl sie damit ihres Vermögens verlustig gingen. Sie begründeten kulturelle Zirkel, bauten Häuser, gingen selber den musischen Künsten nach und bekamen Kinder. So wirkten die Dekabristen sehr förderlich für die Entwicklung von Irkutsk, vor allem nachdem der Zar das Interesse an der Sache verlor und dann 1854 starb. Der neue Zar Alexander II begnadigte die Dekabristen und steht für viele Reformen, z.B. Abschaffung der Leibeigenschaft.

Ludmilla führte uns zu dem Kilometer breiten Fluß Angara, zeigte und (wieder) einige Kirchen und erläuterte die Denkmäler. Mir hat am Besten das Denkmal des Begründers von Irkutsk Jakow Pochabow gefallen.

Durch etwa 20 cm Schnee sind wir durch das Freilicht Mseum Talzy (oder auch Talzi) gewandert  und haben uns angeschaut, wie der Siberiake von rd. 100 Jahren gelebt und gewirtschaftet hat. Ich habe vor einigen Jahren ein ähnliches Museum in Österreich, in der Steiermark besucht. Die Ähnlichkeit der Häuder und der Einrichtungen und Lebensweisen war verblüffend. Es sind die klimatischen Verhältnisse, die Baustil, Werkzeug und Lebensbedingungen formen und so ergeben sich manchmal interessante Vergleiche.

Am letzten Tag wollten wir doch noch sehen, wie ein Museum für „Fine Art“ sich in einer Stadt wie Irkutsk wohl präsentiert. Das schönste Bild waren die Eisblumen am Fenster, die man nicht bei uns zu Hause und auch weder in der Pinakotek in München, noch im Louvre sehen kann.

Eisblumen