Die Burjaten, sprachlich und kulturell eine Untergruppe der Mongolen, bekennen sich traditionell zum Vajrayana-Buddhismus.

Der Dazan Iwaniwski wurde nach den Zerstörungen in stalinistischer Zeit wieder aufgebaut. Das Kloster ist eine der größten und wichtigsten buddhistischen Tempelanlagen Russlands. Als Dazan ist es auch eine Universität. In den vier Fakultäten werden Philosophie, Theologie, buddhistische Medizin und Malerei unterrichtet. 2002 wurde die Leiche des Hambo Lama Daschi-Dorscho Itigelow (1852–1927) hierhin überführt, die wegen ihres praktisch unverwesten Zustandes als ein geheiligtes Objekt angesehen wird. Sie wurde in einen eigens gebauten Tempel verbracht, der 2008 als Teil des Dazans eröffnet wurde.

 

Das Kloster Iwanowski liegt ca. eine dreiviertel Stunde von Ulan-Ude entfernt und ist eine Seltenheit in der buddistischen Welt. Es ist der Heimat Ort des 12. Lamas Pandito Hambo, der sich vor 80 Jahren von dieser Welt verabschiedet hat und seinen Studenten 1927 aufgab, ihn nach 30 Jahren wieder auszugraben, um den Leichnam zu inspizieren. Das taten sie natürlich und siehe da, er war überhaupt nicht verwest! Dann haben sie ihn wieder verbuddelt und nach weiteren 30 Jahren wieder ausgegraben. Da war er noch immer nicht verwest und so weiter – wir vernahmens staunend aus dem Munde von Vera, kratzten uns am Kopf und haben uns unseren Teil gedacht. Persönlich haben wir Herrn Pandito Hambo leider nicht kennen gelernt.

Die zweite Besonderheit ist, dass die Mönche heiraten dürfen, Kinder kriegen und ein mehr oder weniger glückliches Familienleben führen. Das wiederum fanden wir sehr gut und würden es so manchem katholischen Geistlichen auch wünschen.

Wir wanderten durch das ganze Kloster – natürlich im Uhrzeigersinn, wie es sich gehört – wohnten den gebetsstunden der Mönche bei: einer sagt was vor, die anderen wiederholen es, und das zwei Stunden lang, dann ist Pause. Aber ich hätte stundenlang zu hören können, es war so kontemplantiv. Franka hat ein Licht entzündet und wir müssen noch ein Gebetskärtchen abgeben, das wird dann von den Mönchen auch verlesen im Rahmen der zwei Stunden.

Mit einem der Mönche haben wir uns unterhalten. Sie studieren 8 Jahre, es geht auch länger. Er lernt 7 oder 8 Sprachen,deswegen konnten wir auch Englisch mit ihm sprechen. Das Kloster ist voller Bücher, die so aussehen, dass in einem Buchdeckel lauter lose Blätter mit Gedichten und anderen Weisheiten sind, die dann laut verlesen werden, bis sie jeder kapiert hat. Das VERSTEHEN ist überhapt das A und O der ganzen Angelegenheit: Wer sind wir? Was ist unsere Aufagabe?Wo gehen wir hin?Wem können wir wie helfen? etc. Das kurze Gespräch hat uns einen tiefen Einblich in die Gedankenwelt des Buddismus gegeben, der keine Religion ist. Er ist eine Philosophie unseres Lebens in dieser Welt.

Ferner haben wir gelernt, dass Vera eine Buddistin ist, denn sie kannte sich nicht nur gut aus, sondern war auch firm in allen Ritualen. So konnten wir diese Welt viel besser begreifen als bei einer touristischen Führung. Übrigens: auf dem Berg, rechts in den Bildern, steht in übergroßen Lettern „Oh Mani Padme Hum“. Für den tibetischen Buddhismus sind die sechs Silben om mani peme hung Ausdruck der grundlegenden Haltung des Mitgefühls. In ihrem Rezitieren drückt sich der Wunsch nach Befreiung aller Lebewesen aus dem Kreislauf der Wiedergeburten aus.

Ulan Ude hat viele Theater, ein Regierungsviertel und was ähnliche Städte in der russischen Provinz sonst noch haben, aber eines haben sie alle nicht: einen 5 m hohen Leninkopf. Der wurde nach der Wende nicht abgebaut (siehe Tallinn), sondern er prangt nach wie vor auf einem großen, freien Platz vor dem Gebäude des Parlamentes.

Schöner fand ich allerdings die Plastik von Uda und Serengai, die zwei Flüsse, die sich abei Ulan Ude vereinigen. Am Theater sind sie als Plastik in Bronze als Tänzerin und Tänzer abgebildet.