Ein Packet aus Russland? Kein Problem! Der Flug von Vladivostok nach Tokio ist mit einem Termperaturanstieg von rd. 20° verbunden. Da können wir doch unsere Wintersachenlos werden, indem wir sie nach Hause schicken! Das war schon zu Hause unser Plan.

In Vladivostok schneit es, in Tokio erwarten uns 16°. Also zur Post und zwei Packete gekauft, eines für zu Hause, das andee für Ludmilla. Ludmilla bekommt alles, was wir garnichtmehr behalten wollen, was aber andere noch gebrauchen können. Nach Hause geht, was wir auf der weiteren Reise nicht mehr brauchen, also Wintersachen.

Franka packt alles schön in die zwei Kartons. Wir dann im Schneegestöber zur Post. Das Packet zu Ludmilla ist kein Problem, es wird aber mit Post-eigenem Klebeband noch mals vollkommen zugekleistert.

Das Packet nach „Germania“ (bitte das R Rollen!) ist schwierig. Zunächst:was ist denn da drin? Alles sauber zugeklebte wieder aufmachen und alles auf den Post Tisch. Pullover, Mantel, Jacken, Mützen, Souveniere, alles wird sauber auf dem Packzettel notiert. Steine? Könnte nationales Erbe sein, kommt nicht mit (Franka hat es später doch ins Packet geschmuggelt). Seife in Kugelform? Kennen wir nicht, kommt nicht mit (s.o.). Alles wird einzeln gewogen, so dass wir uns den Packzettel wie folgt vorzustellen haben: Pullover. 250gr., Roter Mantel: 750 gr. etc. Endlich wissen wir, was das Zeug wiegt. Dann alles wieder rein ins Packet und mit staatlichem Packband zugeklebt – und zwar professionell.

Im Hintergrund des Packetschalters stehen zwei Nähmaschienen. Ich dachte, die Damen vertreiben sich in Zeiten ohne Kunden Andrang die Zeit mit ein wenig Näharbeit. Falsch! Ganz falsch! Die Post Dame setzt sich an die Nähmaschiene und näht in 0,nichts einen passgenauen Beutel für das Packet, der dann, als das Packet drin ist, zugebunden und versiegelt wird. Für dieses handwerkliche Geschick hat sie meine uneingeschränkte Hochachtung.

Nun kommt aber noch ein schwieriges Kapitel. Das Ausfüllen des Packetscheines in Kyrillisch und Lateinisch. Das hat Franka erledigt, denn sie beherrscht beides. Dann muste aber die Postdame das alles noch in ihren Post-Computer hacken. Nach 15 (gefühlt 30) Minuten und vielen Nachfragen zu diesen merkwürdigen germanischen Namen war auch das geschafft und der Versendung stand nur noch die Entrichtung des Portos im Wege. Rechnen und studier: jawoll, es sind 3000 rbl (= 45 €). Aber ich hätte doch gerne gewußt, wann die Heimat denn mit dem Eintreffen der Post rechnen kann: Ein Monat! – Das hätten wir uns eigentlich denken können, denn wir haben genau so lange gebraucht, und dabei wiegen wir viel mehr! Ein Lob der Russischen Post.

Von nun an können wir mit zwei statt drei Koffern weiter reisen.