Etikette

Wenn Du in einem der tausenden Essgelegenheiten sitzt, kann man sich – wie in der Pfalz – gerne an einen Tisch dazu setzen. Anders als in der Pfalz geht das aber so: Du setzt Dich schmuck- und grußlos hin, eventuell mit der Frage, ob es wohl frei ist, dann mampfst Du Dein mitgebrachtes Essen. Danach oder dabei checkst Du noch DeinHandy. Danach springst Du auf und verläßt genauso grußlos den Tisch. Soviel zur Japanischen Höflichkeit. Wenn es anders ist, dann waren es Amerikaner.

Japaner sind laut. Außer wenn sie im Museum sind, da sind sie ganz leise und wenn dort jemand laut ist, schreit einer „Leise!“. In der Metro ist es fast immer voll. Deswegen wird beim Einsteigen gedrängelt auf Teufel komm raus. Wann dann alle sitzen ode stehen gilt: 95% starren auf ihr Handy, der Rest schläft, außer den Beiden, die ein Buch lesen. Das Buch wird von hinten und von rechtsoben nach links unten gelesen.

An der Bahnstegkante der Metro steht IMMER ein Uniformierter Mensch, der aufpasst, das alles seine Ordnung hat. Ist die Bahnstegkante in der Kurve, stehen drei Uniformierte. DerMittlere steht auf einem Höckerchen und at das Kommando. Und immer aufpassen: Einsteigen von links, Aussteigen nach rechts, außer man möchte drängeln.

Meistens sind Japaner aber sehr zuvorkommend. Ich hatte mit meiner Fujifilm ein paar Probleme, die wahrscheinlich Bedienungsfehler (wie meistens) waren. Gegenüber von unserem Haus ist das Gebäude der Fujifilm mit Service und allem – wie praktisch. Ich dahin und meiner Probleme geschildert. Sofort hat sich Herr Kazuhiro Takahashi, Geschäftsführer des Ladens, persönlich darum gekümmert – bitte in 1 Stunde wiederkommen. Wir sind frühstücken gegangen. Nach der Stunde war alles gerichtet, ich hatte natürlich die falschen Hebel umgelegt und das Menü falsch eingestellt und die Fuji Leute hatten auch noch das update aufgespielt, welches bei uns noch garnicht vorhanden ist. Ich darauf hin die Kamera über den Klee gelobt. Herr Takahashi hat dann so viele Diener, Kratzfüße und Verbeugungen gemacht, daß ich schon Angst um seine Lendenwirbel hatte. Wir haben dann Visitenkarten getauscht und dann war gut. Seither läuft die Kamera wie geschmiert.

Der Japaner gähnt gerne und überall. Anders als bei uns gehört es sich nicht, dabei die Hand vor den Mund zu halten. So hat man freie Aussicht auf den Weisheitszahn und kann auch kontrollieren, ob eventuell die Mandeln entzündet sind.

Aber wenn die japanische Frau lacht, dann immer mit der Hand vor dem Mund und nicht so ordinär lachen, sondern nur „hi, hi“. Wenns aber etwas mehr ist, trotzdem: Hand vor den Mund! Männer lachen, wie sie wollen, manchmal aber auch mit Hand vor Mund.

Japanische Ess Stäbchen – 日本人 オはい
In jedem Restaurant, egal ob first Class oder Imbissbude, bekommt man ein-Weg Essstäbchen, eingeschweißt in ein Papiertütchen. Aus China wird berichtet, das pro Jahr 35 Milliarden 1-Weg Essstäbchen verbraucht werden, das entsprich ca. 20 Mill. Bäumen, die dafür gefällt werden müssen. Hinzu kommt der Verbrauch in Japan, Thailand, Vietnam und weiteren Ländern. Um diesem Raubbau an der Natur entgegen zu treten, werden die Stächen besteuert, allerdings ohne sichtbaren Erfolg. Wir haben uns eigene Stäbchen gekauft, die, eingewickelt in ein edles Tüchlein, immer dabei sind. Sie lassen sich auch besser handhaben.