Erst wollten wir ja in ein Restaurant gehen, so ähnlich wie das Saigon in Mannheim. Schnell haben wir gemerkt, dass es restaurants kaum gibt und wenn, dann sind es wahrscheinlich Geldwaschanlagen der Vietnam Mafia. Gekocht und gegessen wird auf der Strasse. Nun liegt unser Hotel auch noch in der Food Street (Fressgass‘). Da brauchen wir nur aus dem Haus zu gehen und schon reihen sich die Restaurants links&rechts auf dem Trettoir.

Eine kundige Führung durch Hanoi haben wir für den zweiten Abend gebucht. Nachdem wir schon den ganzen Tag die Stadt durchschritten haben, waren wir nicht sehr motiviert, eine Fußwanderung durch das abendliche Hanoi drauf zu satteln. Aber zum Glück hatten wir etwas mißverstanden. Es war keine „foot tour“ von weiteren 4 Stunden, die wir gebucht hatten, sondern eine „food tour“ ! So trafen wir uns also mit Jacelyn Thuong, einer ca. 1,50 m hohen sehr charmanten Vietnamesin, die nicht nur glänzend Englisch sprach, sondern sich in dem Gewirr von Strassen und Strassenküchen bestens auskannte. Sie führte uns und ein italienisches Pärchen 4 Stunden von einem Lokal in das Nächste, wo wir alles, was vietnamesische Küche ausmacht kennen lernten. Eine Beschreibung des schlichten Sandwichs, der Sommerrollen mit Huhn und Salat, des Reistopfs mit dünnen Fleischscheiben, der vietnamesischen Sushis kann garnicht illustrieren, welch verschiedene Aromen, Geschmäcker und Düfte wir kosten durften. Zwischendurch gab es einen Schnaps, in den Schlangen eingelegt waren, Hünereier, die schon befruchtet waren und zum Schluss Kaffee, in den eine Eidotter eingearbeitet war. Ich habe vor allem dies nicht getrunken bzw. gegessen. Die Sache mit der Kobra war mir suspekt. Was ist wohl der Reiz daran, dass das arme Tier nun in Alkohol eingelegt war, außer dass es spektakulär aussah? Hatten sie eventuell der Kobra die Giftzähne gelassen, die das spezielle Aroma abgaben? Wir wissen es nicht und müssen es auch nicht wissen.
Jedenfalls durften Franka und ich zum Schluss und als die Tour schon zu Ende war, noch mit ein paar Vietnamesischen Herren einen vietnamesischen Wiskey verkosten, der aus einem 2 Liter fassenden Flachmann ausgeschenkt.

Nach einigen Tagen wurde uns klar: das Beste ist der Hot Pot. Du bekommst einen Gaskocher auf den Tisch gestellt und einen Topf mit einer sehr gut schmeckenden Brühe. Alles in Camping Qualität. Dann kommt ein Teller, auf dem ist – je nachdem was Du bestellt hast – in handliche Stücke gehacktes Huhn, Fleisch, Gemüse und Nudeln. Alles wird in den Pot geschmissen und kochen gelassen. Nach und nach kannst Du dann alles mit Deinen Essstäbchen heraus fischen und verzehren; schmeckt sehr lecker und Du weist, was Du isst. Ein weisses Hemd sollte man dabei nicht tragen.