Das Dorf der Fischer
Unsere Heimfahrt sollte uns im Dorf der Fischer eine Vorstellung davon geben, wie ein ganzes Dorf mit ca. 180 Einwohnern auf dem Wasser der Halong Bucht lebt und wirtschaftet. Das Dorf liegt in einer Wind geschützten Lagune, so dass sich Sturm und Wellen nicht zerstörerisch auswirken können. Jede Familie hat sich eine kleine „Insel“ auf dem Wasser gebaut, die aus Pontons besteht, auf denen die Wohnhäuser stehen und an denen die Boote befestigt sind.

Wir wurden von den Fischern durchs Dorf gerudert. Wieder vor allem von Frauen und wieder durch vorwärts rudern, wie wir es nicht kennen.
Gemeinsam werden Fischfarmen betrieben und Austernfarmen. Die Austern erreichen Größen von ca. 30 cm, sind also mit den unseren nicht zu vergleichen. Ein wesentlicher Geschäftszweig ist das Züchten von Perlen in den Austern. Damit es für die Fischer nicht ganz mager ausgeht, haben wir für etwas Umsatz gesorgt.
Wirtschaftlich hat Chang uns vorgerechnet, was der Fischfang bringt. Da der gesamte Fang nach Halong City gebracht wird, ist der Aufwand an Zeit und Geld relativ hoch, insbesondere, wenn die Witterungsbedingungen keine schnelle Fahrt erlauben. Da es an Süsswasser im Dorf fehlt, muss dieses von solchen Fahrten, neben dem notwendigen Sprit, mit zurück gebracht werden. Unter dem Strich, nach Abzug der Kosten, bleibt für die Familie nicht mehr als etwa 50$ im Monat übrig. Es ist ein hartes Brot und bei uns würde dafür niemand den Fuß aus dem Bett bewegen.
Die Kinder sind unter der Woche in Halong City zu Schule. Ich kann mir vorstellen, dass die Eltern hoffen, dass es ihnen durch die Ausbildung „mal besser geht“. Wahrscheinlich heisst das aber, dass es in der nächst folgenden Generation an Menschen fehlen wird, die bereit sind, dieses entbehrungsreiche Leben auf sich zu nehmen.