Das Barossa Tal ist eine der bekanntesten Weinlagen Australiens. Es liegt in der Nachbarschaft der Adelaide Hills, Claire und Mac Laren Valley. Fast alle Winzer bieten Wine Tasting an, aber die Alkohol Vorschriften für Autofahrer sind sehr streng. So buchten wir eine Wine Tasting tour mit dem Bus. Als dann der Bus am späten Vormittag vorfuhr entdeckten wir, dass wir die einzigen Gäste waren. So kommen wir zu einer ganz privaten Tour mit Timo als Busfahrer. Timo ist ca. 55, 100 kg schwer und kennt sich gut mit der Weinszene nicht nur im Barbossa Tal, sondern in ganz Süd-Australien aus.
Wir erreichen als erstes das Weingut Lehman. Viele Weingüter, aber auch andere tragen deutsche Namen. im 19.Jahrhundert bis in die 70er Jahre des 20.Jahrhunderts gab es Einwanderungswellen von Deutschen. Zu Anfang motiviert durch religiöse Verfolgungen, später aus wirtschaftlichen Motiven. Ich weiss noch as meiner Kinderzeit: Auswandern nach Australien und dort das große Glück machen, das war der Traum von vielen. manche haben ihn wahr gemacht. Auf unserer Fahrt hier hin sind wir durch das Dorf Hahndorf gekommen. Dort wurde das Deutschtum gefeiert, indem es einen deutschen Bäcker gab, deutsche Metzgerei und was garnicht fehlen darf: Das Hofbräu Haus mit Bedienung im Dirndl.
Zurück zur Weinprobe. Bei Lehmanns gab es ganz nette Weine, wir haben sowohl Sauvignon, wie auch Syrah probiert – glänzende Augen haben wir davon nicht bekommen. Lehmann gehört zu den großen Weinbetrieben, deswegen kannten wir schon ein wenig. Zum ersten Mal kosteten wir den Black Queen Sparkling Shiraz, ein als Sekt ausgebauter Shiraz (Hier zu Lande wird Sekt einfach als  „Babbels“ bezeichnet, wir haben uns das dann auch angewöhnt – sorry an den Reichsrat).

. Na, ja, daran muß man sich auch erst gewöhnen, wir haben höflich Begeisterung simuliert und sind dann weiter gefahren..

…zu Yelland & Papps, die eine Testing List von 7 Weinen auf Öko Papier präsentierten. Kommentar von Timo, dass wir nach Lehmann mal ein kleines Weingut kennen lernen sollten. Y&P produzieren weniger als 1% von der Menge, die Lehmann so zusammen mischt. Wir treffen auf Kathie, die uns mal den Sparkling Vermentino auf macht. Ein Sekt, den man nicht weg schütten muss, der einen aber auch nicht vom Sessel haut. Dann geht’s aber los: der 2015 Second Take (was ist das denn?) Roussanne ist ein Weisswein, der äußerst angenehm ein super leichte Hefe Note hat und uns sehr beeindruckt. Er ist unfiltriert und deswegen etwas trüb, was dem Wein etwas authentisches und ursprüngliches verleiht. Wir sind gespannt, wie es weiter geht.
Kathie erzählt über Lage, Ausbau Terroir – die Frau hat Ahnung und wir kosten den 2015 Eden Valley Riesling. Auch der ein sehr positive Überraschung, nur schade, dass diese Aussies wirklich nur einen einzigen Schluck zum Probieren in das Glas praktizieren. Ein Pfälzer könnte solch geringe Mengen überhaupt nicht abfüllen! Ich bitte um einen zweiten Schluck.
Dann kommen wir zu der roten Fraktion. Ich will es kurz machen. Franka kam auf die Idee, das wir doch von SÄMTLICHEN Weinen, die wir verkostet haben, eine Sortierung nach Hause geschickt bekommen müssten. Ich war nur derjenige, der die Menge verdoppelt hat, damit es sich wenigstens lohnt. So endete die Probe bei Yelland & Papps.

Zwischendurch gab es Lunch in einer Öko Produktions Stätte, wo alles, was man zu Mus, Chutney oder Relish verarbeiten kann auch in Gläsern angeboten wurde. Wir haben alles probiert, haben aber aus Platz Gründen nichts gekauft, obwohl das eine oder andere nett gewesen wäre. Da es Mittagszeit war, führte uns Timo auch in eine Räucherei, wo „deutsche“ Mettwurst hergestellt wurde. Das war weniger interessant, da es das gleiche gab, wie zu Hause bei Hambels oder Globus angeboten wird.
Das Weingut „Kellermeister“ hat uns schon wegen des Namens interessiert. Die deutschen Wurzeln sind aber im Laufe der Jahrzehnte verblasst, so dass wir die Dame, die uns die Weine in gewohnter Sparsamkeit kredenzte darüber aufklären konnten. Aber auch die Qualität der Weine verblasste im Vergleich zu denen von Y&P, so dass wir beruhigt weiter fahren konnten. Auch im Weingut Schild und bei Jacobs Creek fanden wir ordentliche Weine, die uns aber nicht zum Begeisterungstaumel verleiten konnten. So kamen wir gegen 5 wieder in Tanunda an.

Dort erlebten wir eine Überraschung. Die Frau von Timo betreibt in T. das Barossa Broadcasting Radio und offensichtlich hatte er mit ihr telefoniert. Jedenfalls hörten wir plötzlich im Radio „about a german couple Franka and Hartmann“, die auf eine halben Weltreise sind und nun ausgerechnet im Barossa Valley die ausgezeichneten Weine kosten wollen. Und dass wir mit Mister T. auf Tour sind und dass Hartmann ein in der Wolle gefärbter Stones Fan ist. Das war schon witzig, aber es sollte noch doller kommen. Das BBB Radio sitzt in einem alten Bahnhof Gebäude und dort war unser letzter Halt. Herzliche Begrüßung durch Timos Frau und sie wollte uns noch interviewen. Franka hat sich vor’s Mikrofon gesetzt und erst Mal alle Deutschen im Sendebereich auf Deutsch gegrüßt. Dann über unsere Reise berichtet und vor allem, wie es uns in Australien generell und im Barossa Valley im Besonderen gefällt. So sind wir zwar hier zu Lande bekannt geworden, werden aber morgen schon die gastliche Gegend verlassen, um in Melbourne noch rechtzeitig unseren Flieger nach Auckland zu erreichen.