BFG – Big Friendly Giants

Im Norden der Nord Insel liegt der Waipoua Kauri Forest. Er ist berühmt wegen der Kauri Fichten, die eine der größten Baumarten der Erde sind. Vormals, vor Ankunft der Europäer, bedeckten sie den größten Teil des Nordlandes, heute sind weniger als 1% des ursprünglichen Bestandes erhalten. Entsprechend werden die wenigen Exemplare, die ob ihrer Größe und des Stammumfanges hervorstechen, touristisch ausgewertet. Allerdings muss man zur Ehrenrettung der Forstbehörde sagen, dass die Giganten, die zum Teil über 2000 Jahre alt sind, sehr penibel geschützt werden. Es sind Wege angelegt, die nicht verlassen werden dürfen und können und man muß die Schuhe desinfizieren, bevor man den Wald betritt.
Der Neuseeländische Kauri-Baum ist ein immergrüner Baum, der heute meist Wuchshöhen von 30 bis 50 Metern und einen Stammdurchmesser von 1 bis 4 Metern erreicht. In historischer Zeit gefällte Exemplare erreichten wesentlich größere Durchmesser. Der größte heute lebende Kauri-Baum, der Tāne Mahuta, hat eine Höhe von 51,2 Meter und besitzt einen Stammumfang von 13.77 Metern. Das Alter des Baums wird um die 2000 Jahre geschätzt.

Der Kauri im Allgemeinen, vor allem aber einige ausgewählte Exemplare im Besonderen, spielen in der Mythologie der Māori eine wichtige Rolle.
Tāne, der Gott des Waldes, ist im Māori-Kosmos der Sohn von Rangi und Papa, dem Himmelsvater und der Mutter Erde. Tāne drückte seine Eltern auseinander, die in Liebe eng umschlungen waren und damit die Erde in Finsternis ließen. Dadurch brachte er Licht, Raum zwischen Himmel und Erde und Luft zum Atmen an die Erde. Tāne ist danach der Lebensbringer, alle lebenden Kreaturen sind seine Kinder.
Wir waren so beeindruckt von der Mystik des Waipoua Kauri Forestes, dass wir in der Nähe übernachteten und gleich zwei mal dort waren. Das erst Mal war später Nachmittag und wir teilten unsere Besichtigung mit Scharen von Japanern, die sich alle vor dem Mahuta fotografieren wollten. Am Tag danach waren wir schon vor 9:00 Uhr vor Ort. Wir waren allein und das Licht der frühen Sonne unterstrich die Mystik des Waldes. Wir gingen zuerst zum „Vater des Waldes“ (Te Mahuta Ngahere), an den „vier Schwestern“ vorbei, vier Kauri Bäume, die im Quadrat zusammen stehen. Wie soll man die Eindrücke beschreiben? Da wir ganz alleine waren, kamen wir uns vor, wie zu Urzeiten oder im Jurassic Park, die riesigen Bäume, bizarre Farne, Lianen, Pflanzen, die auf Pflanzen wachsen. Wir erwarteten jeden Moment, dass ein Dinosaurus durchs Unterholz bricht, aber es war aber nur ein Kiwi.