Nach einem 10-stündigen Flug mit Vietnam Airlines landen wir um 8:25 Uhr Ortszeit in Melbourne. Der „Immigrations“-Vorgang dauert geschlagene 3,5 Stunden mangels ausreichendem Personal. Drei bedauernswerte Immi-Beamte müssen über 300 Passagiere abfertigen. Dann die Frage, wie kommen wir in unser Hotel? Die lange Wartezeit hat uns, trotz langsamem Internets, die Chance gegeben, alles notwendige herauszufinden. Es ist der Sky Bus, der uns zur Southern Cross Station bringt und von dort aus ein Hotel Shuttle zum Great Chancelor. Es ist ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel. Aber mitten in der Stadt möchte es uns für die nächsten paar Tage Obdach bieten.

Melbourne, Blick von der Princess Bridge

Do you come from a land down under?
Where women glow and men plunder?
Can’t you hear, can’t you hear the thunder?
You better run, you better take cover

I come from a land down under
Where beer does flow and men chunder
Can’t you hear, can’t you hear the thunder?
You better run, you better take cover
Yeah

Auszüge aus Men at Work (Written by Colin James Hay, Ronald Graham Strykert • Copyright © EMI Music Publishing, Sony/ATV Music Publishing LLC)

Der Kulturschock könnte kaum größer sein. In Saigon noch ohrenbetäubender Stadtlärm und Verkehrschaos und hier in Melbourne gibt es praktisch gar keine Motorroller. Daführ fahren hier sehr gepflegte Luxuskarossen herum, gerne auch Mercedes oder BMW. In Saigon spielte sich das gastronomische Leben auf der Strasse ab, hier, in gepflegten Restaurants oder Szene Kneipen, wo aber das Bier auch gerne mal (umgerechnet) 7-8 € kostet. Aber es gibt auch die Victoria Markthallen, wo wir ganz traurig werden, weil wir nicht selber kochen können. Es gibt hier so tolle Sachen. Und echt richtige gute Weinverkaufsstände! Ich möchte lieber nicht verbreiten, wieviel Wein wir seit gestern verkostet haben, nachdem wir seit dem 1.Oktober mehr oder weniger abstinent waren.

Oh Ihr Auschtraljer, wonn ihr aach net de Woi vunn de Palz kenne kennt, eier Woi is aach net schlääsch, ala, als fott in de Kopp!

Heute haben wir die unvermeidliche Stadtrundfahrt mit dem hop on and off bus gemacht. Morgen das gleiche Programm mit dem Schiff. Dann sahen wir aber, dass Melbourne eine grosse David Hockney Ausstellung hat! Ihr wisst nicht, wer David Hockney ist? Banausen! Na gut, schaut HIER! Diese Ausstellung hat sich vor allem damit beschäftigt, wie der  80 Jahre alte Künstler mit den neuen Medien wie iPad, iPhone als Werkzeuge und Bildschirmen als Leinwand umgeht. Es ist wie mit dem E-Auto: Noch etwas ungelenk, aber schon sehr faszinierend. Mal eine kleine Kostprobe?

Den nächsten Tag haben wir mit einer kleinen Schiffstour begonnen. Da Melbourne am Yarra River liegt, der wiederum in die Port-Phillip Bucht mündet, kann man vom Wasser aus die Skyline und viele Stadtentwicklungsprojekte zum Thema „Wohnen am Wasser“ (natürlich mit Boot) anschauen. Ein paar Bilder dazu müssen genügen….

Von Melbourne nach Sydney

Von Melbourne nach Sydney sind es ca. 800 km. Die sind wir nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto gefahren. Da waren wir etwas flexibler und konnten die Landschaft genießen. Europcar hat uns diesen kleinen Hunday gegeben, der sehr schön mit Automatic und Lenker rechts fährt, denn hier fahren alle auf der linken Seite. Mit einer aufmerksamen Beifahrerin ist das kein Problem.

Die Landschaft auf dem Weg besteht überwiegend aus Wald, allerdings mit Bäumen, die uns nicht vertraut sind. Oft sieht man die Spuren von Waldbränden, die noch nicht sehr alt sein können. Da wir in Nähe des Pazifischen Ozeans reisen, tun sich von Zeit zu Zeit Buchten auf. Die Ortschaften, an denen wir halten, sind geprägt von Fischfang und touristischer Schifffahrt. In den Restaurants gibt es Austern, aber auch Fish&Chips, gerade wie in England. 

Dann entdecken wir, dass es hier etliche Golfplätze gibt, die den Eindruck von britischen oder schottischen Golf Links machen. Da wir genug Zeit haben, wollen wir den in Bateman’s Bay ausprobieren. Als wir ihn schon einmal besichtigen, wird er gerade von einer Herde Kängurus überfallen, die zur Rasenpflege beitragen, indem sie ihn kurz knabbern. Wir hoffen, dass sie bis morgen damit fertig sind und uns zu spielen erlauben.

Der nächste Tag sollte unser Golf Tag sein und er wurde es auch. Der Golfplatz Catalina besteht aus drei 9-Loch Plätzen und wir haben davon zwei gespielt. Der Rasen war von den Kängurus, die auf dem Platz leben, bestens kurz geknabbert und sie schauten uns auch die ganze Zeit kritisch zu, ob die Fremdlinge aus Germany auch ordentlich spielen können. Manche Känguru Mütter hatten ihre Kinder mitgebracht, die allerdings ab und zu im Beutel der Mutter verschwanden, um einen kleinen Schluck von der guten Muttermilch zu nehmen. Manche blieben allerdings dort gleich  für einen Power Nap stecken.
Gleich zu Anfang fiel uns eine Herde weisser Kakadus auf, die einen ordentlichen Krach veranstalteten. Leider habe ich kein Foto hingekriegt, denn sie waren auch etwas nervös. Statt dessen war der Platz voller Bäume, die wir noch nie gesehen hatten. Viele davon schienen sehr alt zu sein, denn der Stamm Umfang war schon sehr beträchtlich.
Überhaupt war unsere ganze schöne Golf Runde von einer Akustik von Vogelgezwitscher und -geschrei begleitet, das uns Europäern ganz fremd vorkam. Wahrscheinlich war der Kookaburra, der berühmte Lachende Hans, auch dabei.

Mr. K’burra: Sagen Sie mal, Frau M., was sind denn Ihre ersten Eindrücke von Australien, wo Sie doch noch nie hier waren?

Frau M.: Ja, was soll ich da sagen? Erst mal komme ich mir vor, wie in England, z.B. wie in Bornmauss („s“ mit feuchter th-Zunge!) oder wie in Plimauss (dito). Die Landschaft ist wie in England, die Leute sprechen, wie in England (will sagen, man versteht nix) und vor allem: sie sehen auch so aus!

Mr. K’burra: Ja ist das denn alles, was ihnen so auffällt?

Fr. M.: Nein, mir fällt auch auf, dass sie recht freundlich und hilfsbereit sind. Kaum wirft man mal einen Blick auf die Landkarte, schon steht da einer und sagt: Hellooo, mei Ai help juuu? Ja, und dann bringt der einen auch noch dahin, wo man hin will. Wo gibt’s denn so was?

Mr. K’burra: Ja, und ditt is allet? ( Er war mal in Berlin!)

Fr.M.: Nein, ich finde, die Leute sind alle so Kumpelig. Sie machen immer einen Scherz mit Dir (den Du meistens nicht verstehst), hauen Dir auf die Schulter und fragen Dich immer, wo Du herkommst. Meistens haben sie dann einen Bekannten oder Verwandten in Deutschland. Manche waren auch schon dort und können 5 Wörter Deutsch: Goudentag, Aufwiddersähn, wiegähts, Prost und Moin-moin. (Das letzte habe ich dazu erfunden, sorry)

Mr. K’burra: Na, gut, und wie, Fr. M. finden Sie denn mich persönlich? Hä?

Fr. M.: Sie persönlich finde ich ziemlich nervraubend, insbesonders auf dem Golfplatz! Es ist mir scheierhaft, wie man aus Ihrem Gekrächze ein Lied machen kann und dann noch einen Kanon.

Mr.K’burra. Oh, das tut mir aber leid. Frau M., ich danke Ihnen trotzdem für das aufschlussreiche Gespräch und wünsche noch einen angenehmen Aufenthalt.

Weihnacht in Australien

Allen unseren Lesern wünschen wir ein frohes und besinnliches Weihnachten!

 

SYDNEY

Sydney

Am 6.Januar 1788 betrat Captain Phillip das Land, welches als Sydney Cove benannt wurde. Er selber durfte sich danach Lord Sydney nennen. Der Glückspilz. Als wir zum ersten Mal diese Gegend betraten, konnten wir leider keinen Lord für uns reklamieren.
Gegen 7 pm kommen wir an unserer Unterkunft an. Eine ruhige Strasse, mächtige Bäume links und rechts, das Haus ein ausgebautes modernes Einfamilienhaus. Wir haben die Einliegerwohnung. Sehr geschmackvoll eingerichtet, mit viel Kunst an den Wänden und Skulpturen, viel Elektronik: Eingang mit Chip zu öffnen, dimmbare Schalter und vor allem: ein großzügiges Bad. Leider keine Küche, so dass selber kochen leider nicht möglich ist.
Natascha weist uns gleich darauf hin, dass wir hier nicht in „irgendeiner“ Gegend von Sydney wohnen! Nein! Von den Autos, die auf der Strasse vorbei rauschen ist jedes 10. ein Mercedes Oldtimer, am liebsten ein Cabrio. Und wenn nicht, dann ist es ein BMW-Cabrio. So ist es hier. Auch die Geschäfte in der Nachbarschaft sind süss, so richtige Tante Emma Läden, aber das Angebot – nur vom Feinsten. Also die richtige Gegend für uns.
Aber was das Beste ist: gleich neben an gibt es einen Golf Platz! Wir werden sehen, was das für einer ist, vielleicht kann man ja eine kleine Neujahrs-Runde spielen. Ihr seid neugierig, wie wir hier wohnen? OK, aber nur mal kurz hereinschauen!

Der 24. Dezember ist in Australien ein ganz normaler Tag, allerdings einen Tag vor Weihnachten. Wir haben ihn genutzt, um Sydney rund um die Opera kennen zu lernen. Die Kaufhäuser waren überflutet mit Leuten, die noch die letzten Geschenke kaufen mussten, wir haben auch ein wenig geshoppd. Sydney Downtown ist ein Distrikt der Hochhäuser, Shopping Malls und kleine Parks. Der Sky Tower erlaubte den Blick auf Hafen und die Swimming Pools der Hochhäuser aus 250 m Höhe.

Aber dann die Oper! Also für mich eines der herausragenden architektonischen Kunstobjekte dieser Welt. Und am 31. sind wir dort zu Gast! Aber erst mal nur von außen geniessen. Rund um die Opera haben diese cleveren Aussies ein riesiges Café gebaut, welches bei 26° Temperatur und Sonnenschein vollkommen ausgebucht war. Wir haben auf der Kaimauer trotzdem einen Platz gefunden (die Kaimauer ist als Liegeplatz gestaltet mit ledernen Sitzkissen!) und haben es uns dort bei Prosecco (auch das verstehen die Aussies) und Käse gut gehen lassen.
Dann einmal um die Opera laufen. Diese Linien, diese Materialien, diese Formen – die Opera hat eindeutig was erotisches. Es war ja auch ein Däne, Herr Jørn Utzon, Sohn eines Yacht Konstrukteurs, der diesen Entwurf mit Erfolg durch gebracht hat. Sicher hat der Beruf des Vaters auch eine wesentliche Rolle gespielt. Einige Tage später konnten wir an einer Führung durch die Oper teilnehmen. Das aber würde hier zu weit führen. Daher Zur Oper hier entlang!

Viele interessante Leute waren zu sehen. Am nettesten fanden wir dieses nette japanische Ehepaar. Aber auch einheimische Attraktionen waren zu sehen, wie z.B. diese (gefakten) Aborigines:

Morgen werden wir unseren kleinen, blauen Hunday wieder bei Europcar zurückgeben. Da schien es uns am Besten, in die Blue Mountains, westlich von Sydney zu fahren. Ein Nationalpark, der wunderbare Wanderungen erlaubt. Hohe und fremde Bäume, Geräusche, die man noch nie gehört hat, alte Jagdwege der Aborigines, das war es was wir erlebten. Seit mehr als 40000 Jahren lebten die Aborigines hier, ihre Spuren der letzten 500 bis 1600 Jahren sind auch heute noch sichtbar. Es hat wohl lange gedauert, bis der moderne Australier bereit war, diese Kultur zu begreifen und anzuerkennen, aber heute gibt es einige, wenige Hinweise. Die Höhle der roten Hände war unser Ziel. Stuart Ayres, Mitglied der örtlichen Administration für historischen und kulturellen Schutz, sagt uns: “The site is a ceremonial cave which was used for the initiation of young warriors. There is documented evidence that there was a Bora Ring on the top of the cave and according to Aboriginal stories the cave was the abode of Aboriginal ghosts that represented the children left there by the Great Spirit.”

 

In der Tat sind solche Handabdrücke mehr, als nur „Dekoration“. Der Abdruck hat eine größere Bindung an den Clan als unsere heutige Signatur unter Verträge hat. Er ist sichtbarer Ausdruck der Bindung des Individuums an den Kosmos, den der Clan im Gleichgewicht halten will. Wenn Du Deine Hand mit roter Farbe an die Wand gedrückt hast, bist Du verbindlich für alle Ewigkeit mit den Werten des Clans zusammen geschweist.

Der moderne Australier möchte allerdings am Weihnachtstag nicht durch die einsamen Wälder wandern. So waren wir auch ganz alleine und machten ein kleines Piknik.

Aber der moderne Aussi ist woanders. So fuhren wir zum Abend noch zu Bondi Beach, das ist DER angesagte Strand und der Ballerman von Sydney. Da war noch ordentlich was los, alle badeten, und wenn Du fragst: Ja und Weihnachten? Dann schau Dir diese Bilder an.

Das Meeres Schwimmbad werden wir noch ausprobieren, heute war es geschlossen.

27.Dezember, ein idealer Tag zu Schwimmen gehen. Temperatur war 27-30°, je nachdem, wo man sich aufgehalten hat. Wir waren in Bondi Iceberg, wo die Edlen und Schönen schwimmen gehen. Außerdem hatte es am Strand am Tag vorher Hai Alarm gegeben, was aber kaum jemanden gestört hat. Bondi Iceberg hat jedoch einen 50m Pool, der mit Meereswasser gefüllt ist und wo man nicht badet, sondern schwimmt. Das Wasser hatte etwa 23°, etwas frisch, aber man gewöhnt sich dran. Nach etwa 600 m Schwimmen stellt sich dann ein Durst nach Erfrischung ein. Dazu gibt es die Bondi Iceberg Bar, wo es besonders edel zugeht. Hier sitzen die, die nicht zum Schwimmen hier sind, sondern um zu sehen und gesehen zu werden. Man kommt schnell ins Gespräch und alle wundern sich, wie man ein halbes Jahr Urlaub machen kann. Wer Stammgast in der Bondi Iceberg Bar sein will kann sich das nicht leisten, denn die Preise sind ganz schön gesalzen und dafür muss man entsprechend arbeiten.

Wir können uns diese Preise auch nicht leisten, deswegen gibt es heute Abend Home-Dinner mit russischer Salami (noch aus Moskau), Tomaten, Gurke etc.

Ein Tag Katoomba in den Blue Mountains

Auch Australien hat sein Great Canyon. Es liegt ungefähr 100 km westlich von Sydney in den Blue Mountains. Mit dem Zug ist es eine Reise von ca. 2 Stunden. Es gibt nette und weniger nette Eigenschaften. Nett ist, dass ein hop on – hop off Bus durch das ganze Gebiet fährt und an den verschiedenen Attraktionen anhält. Weniger nett ist, dass die ganze Gegend ziemlich überlaufen ist, wozu sicher die Tatsache beiträgt, dass es ein bisschen wie Disney Land angelegt ist. Wer sich trotzdem ein paar Bilder anschauen möchte, kann ja mal drücken!

Der letzte Tag des Jahres 2016 in Sydney.

 Schon vor Beginn unserer Reise stand für uns fest: Der Sylvester Abend, hier zu Lande als NYE (=New Years Eve) benannt, soll in der Opera stattfinden. Insofern war auch alles von langer Hand vorbereitet: Der Besuch der NE Opern Gala, davor das Pre Performance Dinner und danach die VIP Party mit Feuerwerksbesichtigung. Hätten wir heute dafür die Karten kaufen wollen, wäre unsere Chance gleich Null gewesen, bzw. stundenlanges Schlangestehen. Hier wird eine enorme Organisation rund um die Oper aufgezogen, weiträumige Absperrungen und penible Einlasskontrollen. Es geht zwar nicht vor 5 los, aber wir werden um 1/2 4 aufbrechen und mit der Fähre an den Ort des Geschehens fahren. Und heute Abend soll es sich gelohnt haben, dass wir ein Jackett und eine passende Hose so wie ein Kleid mit uns durch die halbe Welt schleppen. Die Probe hatte dieses Outfit bereits in Moskau im Bolschoi Theater bestanden: alles sehr faltenfrei. Für heute Abend sind angenehme 23° ohne Regen angesagt. Wir sind gespannt.

 

Manley
Bevor wir unsere Weiterreise antraten, wollten wir aber auch ein weiteres Juwel in Sydney kennen lernen: Manley. Sydney liegt in einer weiten natürlichen Bucht, der größten der Welt und Manley ist eine Halbinsel, die diese Bucht zum Pacific abgrenzt. Das ist aber nur die Geografie! Viel wichtiger: Manley ist für die Touristen Strand, Gastronomie und Shopping Mall der Oberklasse. Dort kann man viel Geld lassen, denn die Geschäfte sind verlockend. Aber wer kennt schon Tommy Bahamas, der auf Strandmode und Sommer Feeling spezialisiert ist. Tommy hat sein Stammhaus auf Hawaii und dort durften wir schon mal bei ihm stöbern. Und wer weiss schon, was ein Didgeridoo ist, wenn er noch nie in Australien war und diese dumpfen Rhythmen der Aborigines gehört hat, die ohne den Umweg über die Ohren direkt ins Zwerchfell gehen? Und zum Glück kann man sich alles nach Hause schicken lassen und muss sich nicht auf der weiteren Reise abschleppen.

Aber in Manley lebt auch eine kleine Population von Zwergpinguinen, die mal vor der Ausrottung stand, jetzt aber gehegt und gepflegt an Zahl zunimmt. Man kann sie in freier Natur sehen, dazu war die Zeit für uns zu knapp, oder im Sealife Sanctuary, ein sehr nettes kleines Aquarium mit immerhin rd. 4000 Meeresbewohnern, die zum Teil gerettet wurden.

Pünktlich um 1/2 4 nahmen wir die Fähre zum Circular Quai, wo sich schon die Menschenmassen gesammelt hatten. Die Strassen waren so abgesperrt, dass man nur mit den richtigen Eintrittskarten an den richtigen Eingang herankam. Entgegen unseren Erwartungen war die Anzugordnung von locker-leicht (Falls man über die entsprechende Muskulatur und großflächige Tatoos verfügte konnte man auch im Feiinripp Unterhemd kommen) bis zum Smoking mit schwarzer Fliege sehr flexibel. Bei der Wärme wurde relativ scnell klar, dass ich mein Jakett eher auf dem Arm als angezogen tragen werde.

Es wurde ein sehr schöner Abend und wer mehr wissen will, sollte mal hier die Maus drücken.

Nach Coffs Harbour

Am 3. Januar verlassen wir das gastliche Heim von Natacha und Jack und reisen weiter an der Ostküste in Richtung Brisbane. Normalerweise würde man solche Strecken fliegen, aber wir reisen wieder mit dem Zug. An der australischen Eisenbahn, in diesem Fall der NSW Rail Link, ist die Erfindung der Hochgeschwindigkeitszüge vorbei gegangen und aus diesem Grund geht es langsam von statten. Das erste Zwischenziel ist Coffs Harbour, ein Ort, den man nicht unbedingt kennen muss. Von Sydney aus sind es rund 500 km, für die unser Zug etwa 8 Stunden benötigt.

Manches erinnert uns an die Transsibirische Eisenbahn, nicht nur die Geschwindigkeit, mit der diese großen Entfernungen überwunden werden. Auch der Komfort der Waggons – wir fahren 1.Klasse! – lässt sehr zu wünschen übrig. Die Klimaanlage macht einen Höllenlärm, die Bordverpflegung wird von dem „Barwagen“ sichergestellt, in dem es aber nur zähe Croissants und Toast gibt sowie in der Mikrowelle aufgeheizte Omeletts. Eine Stunde nach Abfahrt öffnet die Bar und es gibt auch Kaffee: ein Becher mit heißem Wasser und dazu eine Art Teebeutel, in dem sich aber Kaffee befindet. Zum Glück haben wir noch Linzer Torte und eine Flasche Rotwein dabei. Das gibt es später.

Das Eisenbahnwesen ist in Australien seit langem privatisiert. Offensichtlich achten aber die Gesellschaften mehr auf die Rendite als auf die Attraktivität ihres Angebotes, anders ist auch der üble Zustand der Gleise nicht zu verstehen. Übrigens ist die Strecke eingleisig, nur an den kleinen Bahnhöfen gibt es ein zweites.

Coffs Harbour

Die Strecke nach Coffs Harbour führt durch eine Landschaft von grünen Wiesen und sanften Hügeln. Kühe und Pferde grasen ab und zu und der Zug hält an jedem Misthaufen. Aber nach 8 Stunden Fahrt erreichen wir dann endlich CH.

 

Brisbane

Es waren ja nur zwei Tage, die wir in Brisbane waren. Leider war ich etwas malade, denn mein Genick war blockiert außerdem scheint mich ein Husten erwischt zu haben. Wir hatten gerade noch Zeit, zusammen in eine sehr interessante Ausstellung von Tuschzeichnungen und auch neuen, Computer generierten Werken zu sehen. Die Ausstellung war klein, aber fein. Übrigens, es lohnt sich, die Schuhe etwas näher anzuschauen, „Good things come in pairs“ sagt der Künstler.

 

Leider war ich durch einen verklemmten Wirbel in Brisbane etwas gehandycaped. Es war so schlimm, dass wir einen Osteopaten aufgesucht haben. Nach eingehender Anamnese und schonender Behandlung verordnete er Ruhe. So blieb ich im Hotel, während Franka mit dem Bus die Stadt erkundete. Dies sind Ihre Eindrücke.

 

Der Tag fängt gut an. Frühstück: Banane mit Sekt. Der Bus zur Fähre nach Frase Island startet um 7:30, da ist Eile notwendig. Wir ziehen los. Wer kennt schon Fraser Island? Wir sind gespannt.

GEZEITEN

Ebbe, leer
ist das Meer
dann kommt die Flut,
macht’s wieder gut

aus der Serie niveauloser Gedichte

Der Pacific ist heute ruhig und viele Urlauber baden  in den Fluten. Das wollen wir auch. Die zurückliegende Nacht haben wir nämlich im Greyhound verbracht. Es gibt bessere Herbergen. So kommen wir verschwitzt und etwas klebrig in Hamilton Island an. Duschen, Baden, Ausruhen, das sind die Prioritäten ganz oben.

Unser Hotel liegt zwischen verschiedenen Stränden und Pools. Die Australien-typische Geräuschkulisse lässt darauf schließen, dass die Flora auch Heimat für Kakadus ist. Und siehe da! Auf unserem Balkon lassen sich immer wieder Prachtexemplare dieser hübschen, aber auch lauten, Vögel nieder. Die Hotel Angestellten warnen uns: der Kakadu klaut wie ein Rabe. Balkontüren sollten immer geschlossen bleiben.

Der weisse Kakadu

Drei ein halb Meter Tide sind ein Menge und geben Raum für Watt Wanderungen und Lebewesen, die man sonst niemals beobachten könnte. Ebbe und Flut bringen Lebensformen hervor, die man nur mit einem Strandspaziergang entdecken kann. 

Etwa linsengroße klein Sandbällchen waren in dichten Strukturen verteilt, dazwischen kleine, etwa 1 cm weite Löcher. Wo Löcher sind muss auch etwas hinein oder herauskrabbeln, wahrscheinlich Krabben. Und ob die wohl diese kleinen Sandlinsen formen?
Wir liegen mit unserer Vermutung richtig. Kleine, etwa 1-2 cm große Krabben wuselten über den Sand, sind entweder erdfarben oder hell blau gepanzert. Sie bewegten sich am liebsten in großen Heeren von 100 – 500 Exemplaren, das sieht aus, wie das ägyptische Heer in der Biebel am roten Meer bei der Verfolgung Israels. Sie laufen eifrig auf das Wasser zu, um dort zu graben, vielleicht Linsen zu formen? So bald man näher als 10 m kommt, buddelten sich alle eiligst ein; in wenigen Sekunden sind alle verschwunden.
Das sieht richtig witzig aus, nach einigen Minuten still stehen kommen sie nach und nach wieder hervor, sammelten sich und weiter geht’s wie zuvor. Das ist sehr kurzweilig und zum Schluss verpasst man noch die Flut…

Port Douglas

Port Douglas liegt etwa 150 km nördlich von Cairns. PD war unser Ziel zum Great Barriere Riff, obwohl viele Angebote zum Kennen lernen von Cairns aus starten. Aber Cairns war uns von vielen, auch Australiern, als die Costa Brava am Great Barrier Reef beschrieben worden. Eine Vergnügungsstätte neben der anderen und Halli-Galli in allen Räumen. Das brauchen wir nicht.
Port Douglas dagegen ist klein, hat keine Vergnügungsmeile, aber viele attraktive Hotels und auch AirBnB! Wir sind in beidem, doch davon später.
Wir flogen von Hamilton Islands nach Cairns, übernahmen dort einen flotten Toyota Corolla und nahmen die Strasse nach Port Douglas, die nur am Pacific entlang führt, unter die Räder. Ein Strand kam nach dem anderen, aber nur wenige waren überwacht. Wegen der Blue Bottles, Box  und Irukandji Jellyfishes – alles hochgiftige Quallen – war es ratsam, nur in überwachten Stränden schwimmen zu gehen. Oft waren diese Strände mit Netzen gesichert, durch die weder Quallen noch Hai durchkommen.

 

 

 

Von Port Douglas aus werden wir einige Ausflüge zum Great Barrier Reef unternehmen (und natürlich berichten). Aber, was viele nicht wissen, PD hat ein ausgezeichnetes Wildlife Habitat,in welchem alle die Tiere leben, die man in freier Wildbahn mit viel Glück sieht, meistens jedoch leider nicht. Koalas, Wallabys, Vögel ohne Zahl haben dort ein zu Hause, das uns Laien jedenfalls artgerecht erschien. Dieses Habitat haben wir besucht. Die Vielzahl der Vögel hat uns sehr beeindruckt, die unterschiedlichen Rufe, die Farben, Formen und Größen. Es war wie ein lebendes Lexikon der Australischen Vogelwelt.

Wir waren vor allem wegen der Koala Bären gekommen. In der freien Wildbahn dürften wir sie wohl kaum antreffen. Die Koalas schlafen normalerweise 20 Stunden am Tag, aber für die Besucher musste dann immer einer herhalten, damit wir ihn auch mal aus der Nähe sehen können. Die Wallabys, kleine Kängurus, hatten sich fast überall in dem Habitat häuslich eingerichtet.

Wir durften dann auch bei der Familienplanung der Wallabys zusehen. Die Dame wollte auf Nummer Sicher gehen und empfing gleich drei Herren nacheinander. Na, wenns dann nicht klappt, dann weiss ich’s auch nicht. Hier mal einige wenige Eindrücke:

Das  Great Barrier Reef sollte einer der Höhepunkte unserer Reise sein. Und das wurde es auch. Franka hatte schon weit voraus eine Schnorchel-Schiffstour gebucht, die dann mit einem Helikopterflug enden sollte. Vor Ort in Port Douglas ist wirklich alles auf das Great Barrier Reef (GBR) ausgerichtet und es gibt Schiffsangebote in jeglicher Ausrichtung.

So gingen wir spontan mit ca. 60 weiteren Passagieren auf die Calypso, die drei Schnorchel- und Tauchreviere anfahren sollte. Alle mussten Ganzkörperanzüge anlegen, denn es besteht Quallengefahr. Das Schnorcheln war auch ganz schön, aber wir hatte mehr Fische, mehr Korallen und überhapt von allem mehr erwartet. Das Beste an dieser Schnorchel Tour war das Bier bei Hemingway’s hinterher. Deswegen waren wir auf den nächsten Tag gespannt, wo die Firma Quicksilver uns mit einem futuristischen Schiff (mir ist so, als hätte es schon in einem James Bond streifen mitgespielt) zu einer künstlichen Insel brachte, auf der ALLES möglich war.

Das Hinterland von Port Douglas besteht aus Regenwald, der sich über den meandrierenden Daintree River und die dahinter aufragenden und mäßig hohen Mittelgebirge hinzieht, National Park Rainforest. Damit wir nicht vollkommen dem Meer verfallen, sind wir mehrfach (!) ins Hinterland gefahren, schließlich haben wir ja unseren Corolla! Dort trafen wir Donald ;-)). Hier ist ein Foto von Donald:

Der Daintree River ist ca. 140 km lang und ist vor allem wegen der ursprünglichen Vegetation und dementsprechend auch der reichhaltigen Fauna berühmt. Es gibt sog. Crokodile Tours, die aber oft darunter leiden, dass die Krokodile sehr undiszipliniert sind und sich nur ungerne zeigen. Donald haben wir bei solch einer Tour getroffen. Er shipperte gemütlich den Fluss aufwärts, legte sich dann an einer Sandbank schlafen und war an weiteren Kontakten völlig uninteressiert.

Unser Skipper hatte vorher einige Touristen rüde zusammen gefaltet, weil sie trotz Warnschildern sich am Flussufer die Füße kühlten. Das lieben die Krokos besonders, denn sie sind wahnsinnig schnell, indem sie aus dem undurchsichtigen Flusswasser hervorspringen und sich den Touri schnappen, um mit ihm die Todesrolle zu üben. Wer den Film Krokodile Dundee gesehen hat, weiss was ich meine. Jedes Jahr gibt es 1-2 Opfer auf diese Art. Wir sind dem Fluss Ufer lieber fern geblieben.

Auf unserem Weg kamen wir an einer Kolonie fliegender Füchse vorbei. Die hingen am Ufen in den Bäumen und unterhielten sich lautstark. Ab und an flog mal einer rum. Normalerweise sind sie Nacht aktiv.

Leute, es gibt ein paar Probleme mit den Datenmengen, die unsere Reise im Internet erzeugt. Da werden Gigabites bewegt, die manche Hotspots zum Gluehen bringen. Ich koennte weniger fotografieren – aber nee, das kann auch nicht die Loesung sein. Aus diesem Grund geht es auf einer neuen Seite weiter, und die heist   THE GHAN!  Ich hoffe, es klappt.