Mossman Gorge

Mossman Gorge ist ein Regenwald im Nord-Osten von Queensland, der zum Weltkulturerbe gehört und nunmehr nach Kriterien der Nachhaltigkeit bewirtschaftet wird. Eigentümer ist der örtliche Kuku Yalanji Clan, nachdem die australische Bundesregierung ihr Restituierungsprogramm zu Gunsten der Aborigine Clanes umgesetzt hat. Heute gibt es ein 2012 eröffnetes touristisches Zentrum, in dem zu 90% Menschen der Kuku Yalanji Community beschäftigt sind.
Wir trafen den Visionär und Gründer des Zentrums, dessen Aborigin Name adpovma’dfvm’af  leider für unsere europäische Zunge nicht zu artikulieren war. Im Gegenzug konnte er zwar mit Mühe „Franka“ sagen, aber „Hartmut“ war für ihn unaussprechbar. So hatten wir wieder das Problem mit meinem Namen, welches wir auf unserer Reise schon öfter hatten. Wir machten einen Deal: Er sollte „Dingo“ heißen und im Gegenzug dazu, sollte ich „Harry“ heißen. OK.

Mit der Entwicklung des Mossman Gorge Centre, ein World Heritage listed rainforest environment , ist es geschützt und bietet Jobs für Aborigines, als Teil des Eco Tourismus.

Dingo will mit Franka und mir 1 1/2 Stunden durch seinen Heimatwald wandern, denn dort ist er aufgewachsen und wir wollen seine Welt kennen lernen. Das Weiteste, wo er hingekommen ist, war der Uluru (auch als Ayers Rock bekannt), wo er mal 14 Tage eingeladen war. Schnee? Hat er noch nie gesehen. Na, gut, wir nahmen den Wanderstock zur Hand und liefen los.
Als Erstes holte er die Schlange aus dem Sack, den der Busfahrer mitgebracht hatte. Sie war harmlos und sollte wieder ausgewildert werden, nachdem sie am Tag vorher Mike, dem Busfahrer,  ein Huhn klauen wollte. Daraus wurde aber nichts, weil die Hühner Alarm geschlagen hatten und Mike die Räuberin gefangen hat. Es war eine Otter, aber nicht giftig.
Im Wald fielen uns wieder die Moskitos an. Dafür liefert der Regenwald eine Lösung in Form einer Pflanze, deren Blätter mit Wasser verrieben, wie Seife auf unseren Gliedmaßen verteilt, vor Mücken schützen. Auch die vorhandenen juckenden Stellen damit eingerieben ist echt wirksam und das Gute ist, dass diese Pflanze einen sehr angenehmen Geruch verbreitet, etwa in Richtung Minze.

 

Als Nächstes kommen wir an einen Bach mit einigen Steinen, die zerrieben Farben abgeben, vornehmlich Erdfarben. Dingo zeigt uns, wie diese Farben mit kleinen Fingerpunkten auf der Haut aussehen. Was bedeuten sie? Im Regenwald stehen sie für Tropfen, die im Regenwald überall sind. In der Steppe stehen sie für die Berge, die Teil der Landschaft sind. In der Stadt? Nein, darüber hat er nichts gesagt, denn dort trägt der Aborigin den Smoking.
Nun nehmen wir wieder den Wanderstab zur Hand und weiter gehts. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 120%. Alles ist nass, ohne das es regnet.
Dann zeigt uns Dingo eine Pflanze, die wir nie- niemals berühren dürfen, denn sie ist mit Widerhaken ausgerüstet, die fest in der Haut stecken bleiben. Man darf nicht reiben, es hilft kein Wasser oder Eis.  Es gibt nur eins, das helfen kann: Man muss drauf pinkeln, dann lösen sich die widerlichen Widerhaken. Gut zu wissen. Zum Glück gibt es diese Pflanze nicht im Pfälzer Wald.
So geht es weiter. Wir merken, dass diese Welt Dingos Welt ist. Wir wissen, wie man einen Fahrschein- automaten bedient und Dingo weiss, wie man aus einem Dornen besetzten Zweig eine Angelschnur macht. Dieser Anglleine kann Fisch widerstehen. Suum Quique, haben wir mal in der Schule gelernt.
Unterwegs begegnen wir immer wieder einer Sorte Zypressen, die sich durch hohe, brettartige Wurzeln auszeichnet. Sie wird bis zu 40-50 m hoch, ist oft durch Kletterpflanzen und Lianen umsponnen und bildet im Wald immer wieder Säulen, die uns zum Staunen bringen.

Ja,  immer wieder verharren  der alte Aborigin und diese junge Ärztin aus Deutschland bei ihrem Weg durch diesen in Jahrtausenden gewachsenen Wald. Die junge Ärztin lauscht auf das medizinische Wissen des Medizinkundigen und sie erkennt: was die Altvorderen der Ureinwohner des Regenwaldes in  Jahrtausenden in Erfahrung brachten, hat in seiner Wirksamkeit weit mehr Bedeutung, als die komerzielle Medizin je zu leisten vermag. Die indigenen Völker der Aborigines lernten, die Gaben der Natur zu nutzen ohne die Gebende zu zerstören. Es sind die Traumpfade der Altvorderen, die zu den Wurzeln der Harmonie in der Natur leiten.

Zum Schluss unserer Wanderung bat uns Dingo um eine Minute des Dankes an den Wald, weil er uns doch gezeigt hat, welche Gaben und welche Entfaltung die Natur für uns Menschen ist und dass wir ihr das zurück geben wollen, was sie uns gewährt hat. Das hat er laut in den Wald gerufen (wieder in seiner Sprache: clsfklfskmvvkkjd,_jd).

Nach fast zwei Stunden und vielen neuen Erfahrungen waren wir dann zurück und bekommen von seinem Kumpel einen Tee serviert. Ein Tee, der vor Ort angebaut wird und der auch sehr gut schmeckt. Ich frage Dingo, ob ich mal ein Porträt von ihm schießen darf und so machen wir noch eine kleine Foto Session. Danke, Dingo!
PS: Das Beste im Regenwald ist die Wasserversorgung. Überall gibt es Lianen, die man anschneiden kann, dann kann man aus ihnen reines Wasser trinken. Es gibt auch überall was zu essen, man muss es nur kennen. Da uns das abgeht, haben wir zum Schluss im Mossman Cafe einen Imbiss genommen.

Dingo v

THE GHAN

Von Nord nach Süd durch den australischen Kontinent

THE GHAN

25. Januar 2017, 10:00 Uhr Ortszeit Darwin, Australien, der Ghan, 700  lang, 37 Waggons, fährt los Richtung Süden. Er wird den gesamten australischen Kontinent mit einer Länge von 2979 km von Nord nach Süd durchqueren. Dafür braucht er etwa 3 Tage. Am 27.Januar kommen wir um 12:00 Uhr in Adelaide an. Das ist der Plan.
Der Start war etwas schwieriger. Wir waren bereits am Abend vorher angereist und sollten vom Hotel abgeholt werden, um 9:00 sollten wir am Zug stehen. Aber unsere Agentur in Deutschland hatte keinerlei Rückmeldung von Great Southern Railway bekommen, ob überhaupt unser Hotel zur Kenntnis genommen worden war, wann wir abgeholt werden und ob man überhaupt mit uns rechnet. Es kam, wie es kommen musste nach den eisernen Regeln von Murphy’s Gesetz: wir hatten uns für 1/2 9 ein Taxi bestellt. In dem Augenblick, wo wir unser Gepäck dort hinein wuchten, biegt ein knallroter Bus um die Ecke mit der Aufschrift „Luxury Tours“. Der war vom Ghan und wollte uns abholen. Also dem frustrierten Taxifahrer 10 $ in die Hand gedrückt und alles in den Bus verladen.
Ab da lief es wie geschmiert. Der Ghan hat seinen Bahnhof außerhalb von Darwin. Dort angekommen hatten wir mit unserem Gepäck nichts mehr zu tun. Alles wurde von dienstbaren Geistern verpackt, getragen und wir durften erst mal den Zug besichtigen: zwei riesige rote Lokomotiven und Waggons aus glänzendem Aluminium mit der Aufschrift „THE GHAN“. Dann Fotos vor dem Zug, es gab Eisenbahnfans, die hatten eine Schaffner Uniform an und wurden vor der Lok abgelichtet.
Dann: Einstieg in den richtigen Waggon. Wir haben ein richtig kleines Abteil mit Klappbett, Toilette und Dusche, so wie früher die Schlafwagenabteile waren. Die Einrichtung Holz getäfelt mit kleinen Schränken für den Smoking (den wir nicht dabei haben), Schubladen und Tresor für das Geschmeide. Zur Begrüßung gibt es ein Gläschen Tschämpäin, serviert von Jamie, unsere persönliche Bedienung.
Pünktlich um 10:00 setzt sich der Ghan in Bewegung, erst sehr langsam, dann schneller mit ca. 70-80 km/h, geschätzt. Es geht durch Gras- und Steppenlandschaft, in der lose einzelne Bäume verteilt sind. Zwischen den Bäumen fallen immer wieder Termiten Bauten auf, die bis zu 2 m hoch sein können. Sie sehen aus, wie einzel stehende bizarre Sandsteine, beherbergen jedoch jeweils ein Termitenvolk.

Der Himmel ist bedeckt und ab und zu regnet es auch. Kein ideales Reisewetter. Unsere Jamie kommt und erklärt uns die Funktionen im Abteil, wann es Essen gibt und fragt, was wir nach dem Dinner und vor dem zu Bett gehen trinken wollen. Franka will Bailey’s und ich werde wohl einen Rotwein nehmen.
Unser erster Halt soll in Katherina sein, wo verschiedene Aktivitäten angeboten werden, angefangen von einer Busrundfahrt bis zum Hubschrauber Rundflug. Wir wollen zu den Felszeichnungen der Indigos wandern, die ein Alter von bis zu 1000 Jahren haben. Dann erfahren wir aber, dass vor wenigen Tagen Katherina von einem schweren Unwetter heimgesucht wurde, das die meisten Angebote undurchführbar macht, auch unsere Wanderung. statt dessen bietet der Ghan eine Busrundfahrt an, die einen Eindruck einer Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern mitten im Outback gibt. Wir werden u.a. in die „School of the Air“ gebracht, eine Schule, die über Satellit und Radio ihre Schüler im gesamten Northern Territory erreicht und Lerninhalte für 10 Schuljahre vermittelt. Von Zeit zu Zeit kommen die Schüler auch persönlich, jedoch werden die Lernmaterialien normalerweise per Buschflieger gebracht. Die Direktorin, ca. 35 Jahre alt, erzählte mit großer Begeisterung.
Ansonsten besteht Katherina aus einer lockeren Ansammlung von Häusern, Schulen, Kindergarten, Polizeistation auf einer Fläche, auf der man in Deutschland 5 Ortschaften unterbringen würde.

Um 18:00 Uhr geht es weiter. Im Restaurant Waggon wird ein exquisites Dinner serviert, der Wein ist auch nicht übel. Wir haben ein englisches Ehepaar, Jan und Richard, kenngelernt, die aus Linconshire kommen und sich gewundert haben, dass wir die Gegend schon kennen. (Wir haben dort einmal Golf gespielt.) Sie haben dort ein Ferienangebot für Familien mit autistischen Kindern aufgebaut, angeregt durch eigene Erfahrung. Unsere Gespräche sind interessant und bleiben nicht beim höflichen Blabla.
Der nächste Tag bringt uns bis Alice Springs, wo wir 5 Stunden Unterbrechung haben und leider das gleiche Desaster erleben wie in Katherina: Wegen Sturm und immensem Regen müssen fast alle Programme , für uns Helikopter Rundflug, ausfallen. Wir gehen statt dessen in den Wildlife Desert Park, der auch ganz interessant ist. Schlangen, Springmäuse, Fledermäuse gibt es zu sehen, eine Vogelschau mit Eule, Falke und Adler, die gut dressiert wie aus dem Nichts zur Verwunderung des Publikums auftauchen um sich ihr Fresserchen abzuholen – auch die Wildnis ist korrumpierbar.

Inzwischen hat sich auch das Wetter gebessert und die Landschaft sieht so aus, wie man es aus den Prospekten kennt.

Man könnte darüber sinnieren, ob das nun die Mühe und das Geld  lohnt, Steppe, Büsche und Bäume und ab und zu kleine, geduckte Häuser durch das Fenster zu betrachten. Ja, es lohnt sich! Es ist doch ein ganz besonderes Erlebnis, einen ganzen Kontinent mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 km/h zurückgelehnt in bequemen Sitzen im Abteil an sich vorbei ziehen zu lassen, ein wenig zu lesen, zu schlafen; Breakfast, Lunch und Dinner im gepflegten Speisewagen in angenehmer Gesellschaft einzunehmen. Der Koch versteht sein Handwerk und die Weinkarte ist auch nicht zu verachten.
Wir sitzen immer mit einem Ehepaar aus Lincolshire/UK zusammen, Jane und Richard, die ein Ferienhaus betreiben, das auf Familien mit einem autistischen Kind spezialisiert ist, eine Nische, die aber auf eine große Nachfrage stößt. Ihr eigener Sohn ist autistisch, sonst wäre man wohl nicht auf diese Idee gekommen. Beide sind aus ihren ursprünglichen Berufen ausgestiegen, er war mal in der Käsebranche (!) und hat weltweit große Maschinen zur Käseherstellung verkauft; sie war Sekretärin im Verteidigungsministerium – beides nicht unbedingt die Qualifikation für das, was sie jetzt tun. Aber die persönliche Betroffenheit resultiert in dem Engagement. Jedenfalls hatten wir interessante Gespräche.
Ein Ehepaar aus Neuseeland hat uns geholfen, unsere 5 Wochen dort vorzubereiten, denn außer unserer Unterkunft in Aukland und in Wellington ist noch nichts geplant. Nun besitzen wir eine Karte mit Kringeln, Kreuzen und Anmerkungen, die uns bei unserer Tour sicher gut helfen wird.
Am letzten Tag verabreden wir mit der Ghan Crew eine Weinprobe. 6 Weissweine und 6 Rotweine stehen zur Auswahl. Die Weine sind überwiegend sehr ordentlich, aber das mit der „Probe“ wird sehr wörtlich genommen und jeder bekommt nur einen einzigen Schluck ins Glas. Da musste ich einfach missionarisch tätig werden und habe mal kurz gezeigt, wie eine Weinprobe in der Pfalz aussieht. Darauf hin wurden die Gläser etwas mehr gefüllt. Der Sauvignon Blanc und der Sauvignon Cabernet waren unsere „Favorits“. Der Abend endete dann am Lagerfeuer, denn der Ghan hielt mitten in der Steppe und wir konnten den Sternenhimmel mit der Milchstrasse und dem Kreuz des Südens sehr klar sehen.

Adelaide – Barossa Valley

Nach den Wochen in Port Douglas und der Reise mit dem Ghan sind wir nun wieder in einer richtigen Großstadt.
Adelaide ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia in Australien. Sie wurde 1837 nach der britischen Königin Adelaide (Adelheid von Sachsen-Meiningen) benannt, ist also vom Namen her Deutsch. Adelaide ging im Gegensatz zu Städten wie Sydney oder Hobart nicht aus einer Sträflingskolonie hervor.
Adelaide hat ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen Wintern. Wir hatten strahlend blauen Himmel und es war mit 28° erträglich warm. Die Stadt macht einen modernen und eleganten Eindruck, dass sie für ihre hervorragende Wein- und Esskultur bekannt ist, konnten wir selber testen.

A. hat ein kleines chinesisches Viertel Chinatown, in dem wir (ausgerechnet dort!) nach einem japanischen Restaurant suchten. Da es der 27.Januar war, wurde das chinesische Neujahrsfest gefeiert. Ein japanisches Restaurant war nicht zu finden, so nahmen wir in einem chinesischen Restaurant Platz. Wir hatten Glück, denn es war brechend voll mit chinesischen Großfamilien gefüllt. Wir waren die einzigen Langnasen.

Das Essen war der Hammer, so würden wir uns das auch in unserer Heimat wünschen. Fisch in einer Sosse mit zwei Chilischoten, auf den Punkt gegart. Ein Lobster, essfertig zerteilt und gleichfalls auf den Punkt gegart. Ich will Euch nicht weiter den Mund wässrig machen, als es ans bezahlen ging, trat mir etwas der Schweiss auf die Stirne, ob von den Chilis oder den Nummern auf der Rechnung, ich weiss es nicht. Aber schließlich ist ja Neujahr!

Adelaide hat mehrere Museen, aber nur eines widmet sich der Kunst und dem Leben der Ureinwohner Australiens. Also besuchten wir das South Australien Museum, wo über mehrere Etagen Kunst und Gebrauchsgegenstände der indigenen Ureinwohner, wie die Aborigines korrekt benannt werden, ausgestellt werden. Beides ist eigentlich vermischt und nicht zu trennen, denn die Kriegsschilde, die Bumerangs, Kopfschmuck und alltägliche Gebrauchsgegenstände sind oft bemalt und sind daher als Kunstgegenstände ausgestellt. Die einfachen Formen, der Gebrauch der Erdfarben, die wir zuletzt vom Ghan aus gesehen hatten, die zwingende, manchmal auch überraschende Logik des Bildaufbaus, das alles hat uns sehr gefallen. Entsprechend haben wir vieles fotografiert.

Danach war noch Zeit für den Botanischen Garten. Überraschender Weise gibt es dort ein Zentrum für australische Weine, das eine reichhaltige Palette von zu verkostenden Weinen bietet. Verkostung: das ist wieder nur ein kleiner Schluck, aber gegen Aufpreis kann man auch mehr haben. Wir haben uns mal über den australischen Riesling, vorwiegend von den Adelaide Hills, kundig gemacht. Das Ergebnis: wir freuen uns schon auf einen knackigen, saftigen Pfälzer Riesling und empfehlen für Australien Sauvignon Blanc. Das zweite Highlight im Botanischen Garten ist die Architektur der Gebäude. Das ist mal wirklich mutig und kreativ. Eine große geschwungene Form enthält einen kleinen Regenwald. Den kannten wir ja nun schon, aber die Hülle, in der er untergebracht war hat uns beeindruckt. Also, sehr zu empfehlen – danach: Weinprobe, aber kein Riesling, am besten Rotwein.
Nach diesen Erfahrungen werden wir morgen die Umgebung von Adelaide erkunden und dort den Weinbau studieren.

Im Barossa Valley

Das Barbossa Valley ist eine Gegend etwa 70 km nordöstlich von Adelaide.Mit einer Rebfläche von ca. 10.000 ha ist es das bekannteste Weinbaugebiet Australiens. Wir nutzen die eine Woche, die wir bis zum Abflug von Melbourne nach Neuseeland haben, um die Weinkultur von Australien direkt auszukosten. Wir landen im Weingut Nepenthe Vineyards in den Adelaide Hills, wo auf der Wiese gerade Party ist. Eine Dame singt Pop der 80er Jahre zur Gitarre und drum herum haben sich die Gäste uunter einem riesige Gummi Baum gelagert und trinken Wein. Wir packen unseren Käse und die Brezeln aus, holen uns einen Sauvignon Blanc und lassen es uns gut gehen.


Am Abend landen wir dann in Tanunda im Barbossa Valley (sorry, mir rutscht das „b“ immer da rein) und wir logieren in dem Häuschen von Stuart Craig Jones, Lehrer in Adelaide, vermittelt durch Air B’n B. Der kommt gegen Abend und wir laden ihn zu einem Gläschen Wein draußen vor dem Haus ein. Dort sitzen wir noch bis in die Nacht, denn Stuart hat einen Thermo Mix! Er gibt nämlich Musik und Hauswirtschaft und da haben wir viel zu besprechen. Wir verabreden uns für den nächsten Abend zum Kochen. Das haben wir dann auch gemacht: Fisch auf Vietnamesisch. Zum  Nachtisch hatte Stuart nebenbei Törtchen mit Zitronen Chreme bereitet – herrlisch!

Die Weinprobier Tour des nächsten Tages erspare ich Euch. Das sollte eine geführte Bustour werden, damit ich als Autofahrer auch mal trinken kann. Die Gruppe war übersichtlich, sie bestand nur aus Franka und mir. Doch neugierig?

THE GREAT OCEAN VIEW

Die 12 Apostel

Die Südküste Australiens zwischen Adelaide und Melbourne bietet viele Sehenswürdigkeiten. Eine davon sind die 12 Apostel. Was kann das sein in einem Kontinent, der sowohl von Strafgefangenen, wie auch von Religionsflüchtlingen besiedelt wurde? Das wollen wir selber herausfinden und unterbrechen unsere Reise nach Melbourne am Pazifik entlang in Warrnambool, wo wir auf dem Campingplatz in einer Hütte Nachtquartier bezogen. Von dort aus ist es nicht weit zur Great Ocean Road, von der aus es viele Abstecher an die Steilküste geht.
Die Great Ocean Road ist – weltweit behaupten die Aussies – die schönste Küstenstrasse, die man sich vorstellen kann. Die Aussicht ist in der Tat oft gigantisch, denn der Sandstein der Küste präsentiert sich auf Grund der Erosion als Steilküste und vorgelagerten Sandstein-Felsen. Sie haben oft dramatische Namen, wie London Bridge (keinerlei Ähnlichkeit) oder eben die 12 Apostel. Für uns Touristen sind große Parkplätze angelegt, der Weg zu der Attraktion ist nicht weit.
Als wir bei den 12 Aposteln ankommen, herrscht schon der Sonnen Untergangs Stress: es kommen ganze Busse an, vollgestopft mit Japanischen Touristen, die Herren mit einer Nikon um den Hals, die Damen haben schon das Handy mit Selfy Stick präsent. Wir machen uns auf den Weg zu den Aposteln.
Dort angekommen erweisen sich die Felsen in der See wirklich als sehr romantisches Foto Motiv. Ich kann nur 7 zählen, 2 sind schon den Pazifik Stürmen zum Opfer gefallen. Das macht nichts, denn die Kulisse im Abendrot ist schon sehr beeindruckend. Allerdings ist es schwer, zwischen den vielen Fotoamateuren ein Plätzchen zu finden, um auch mal einen Schuss zu platzieren. Das trifft vor allem auf den Gipfelpunkt des etwa eineinhalb km langen Weges am Meere entlang zu.
Der Platz ist etwas höher gelegen und verspricht eine bevorzugte Aussicht auf den Sonnenuntergang. Aber er bietet nur begrenzt Platz. Dort geht es zu, wie auf der Chinesischen Mauer. 99% der Fotografen sind Japaner oder Chinesen, es ist nicht genau zu unterscheiden. Alles ist vorhanden, von der Handy-Fotografie bis zur digital hoch gerüsteten Großformat Kamera auf Studio Stativ. Der Himmel ist blau und die Sonne tut das, was sie jeden Abend tut: sie geht unter.

Die Stimmung wird um so gespannter, je mehr sie sich dem Meeresniveau nähert. Dann, um ca. 21:30 Uhr findet das ersehnte Ereignis statt. Eine viertel Stunde später ist der ganze Zauber vorbei, Busse mit Asiaten verlassen den Parkplatz, auch wir fahren zurück nach Warrnambool, um ein Restaurant für das Dinner zu finden. Das Restaurant „The 12 Rocks“ war voller Asiaten. Wir gehen in den benachbarten Pub und freuten uns auf gute, australische Küche. Auf den Tischen lagen Essstäbchen und es gibt Chicken, Reis und Nudel Suppe. Was soll’s, ich packe meine japanischen Essstäbchen aus.

KOALAS & CO.

Im Naturpark Tower Hill

Franka hatte gelesen, dass in diesem Naturpark, der sich um einige urzeitliche Seen, die sich in Vulkanischen Kegeln gebildeten hatten, Koalas Bären, Kängurus und Emus in freier Wildbahn beobachtet werden können. Es gibt ein Visitor Center, in dem der übliche Australien Kitsch zu kaufen ist: bemalte Bumerangs, Koala Püppchen, Tassen mit Aboriginal Motiven. Dafür gibt es einen sehr guten Kaffee, was in Australien nich selbstverständlich ist.

Wir wandern zu dem See und spähen in den Bäumen nach Koalas. Ach, schon am BBQ-Platz sitzt einer im Baum. Was tut er? Er pennt. Koalas schlafen 19 Stunden am Tag. Das kann man sich leisten, wenn es keine Feinde gibt und das einzige Futter, das man mag, auf den hohen Eukalyptus Bäumen wächst. Das ist, als wenn das Bett in der Küche steht. Koalas sind der Beweis, dass die Evolution nicht etwa die Stärksten fördert – wie viele glauben – sondern die Cleversten. Und der Koala nutzt das seit Jahrhunderten: Wer mag schon (ausschließlich) Eukalyptus Blätter, wer möchte schon in der Astgabel in 10 m Höhe schlafen und wer will schon seine Kinder 2 Jahre lang auf dem Rücken mitschleppen? Das letzte ist vielleicht nicht so clever.
Wir laufen weiter und begegnen als nächstes einem Emu Pärchen. Sie pflückt sich Beeren von den Sträuchern. Er ist etwas nervös ob der menschlichen Besucher, trabt aber dann locker zum Abendessen bei der Gattin.

Wir durchsuchen die weiteren Eukalyptus Bäume und entdecken wirklich weitere Koalas, die in irgendwelchen Astgabeln hoch oben schlummern. Aber auch die Bäume um uns herum waren sehr beeindruckend. Vor Jahren muss es hier gebrannt haben, denn zwischen den Bäumen waren immer wieder weisse Baum Gerippe zu sehen, die kein Laub mehr erzeugen konnten.

Die Australier sind große Liebhaber des BBQ. Daher gibt es auch hier am Tourismus Center mehrere Grill Plätze, die mit Gas-Grill ausgerüstet sind, man muß sie nur anschalten. Da wir noch etwas vom Dinner des letzten Abends geschädigt waren, haben wir uns Salat und Lamm Koteletts besorgt. Es war wunderbar, um 5:00 haben wir den Grill angestellt, da war außer uns nur noch ein Paar von zwei Senioren vorhanden, die auf Campingstühlen ein Glas Wiskey genießen und den Stimmen der Vögel lauschen. Kaum hatten wir den Grill in Betrieb gesetzt und den Tisch gedeckt, tauchte das Emu Pärchen auf. Sie waren sehr an unseren Lebensmittel interessiert, sehr interessiert. Ich glaube zwar nicht, dass der Emu Lammkoteletts mag, aber das weiss der Emu selber wahrscheinlich noch nicht. Sie wurden sehr aufdringlich. Erst als ich mit dem Küchentuch auf das Männchen losging, war es ihnen doch etwas unangenehm, und sie trollten unter Absingen von ordinären Grunz-Lauten davon.
Unser Dinner dagegen hatte Gourmet Qualität – und das werden wir dann in Neuseeland öfter wiederholen!

Australien How D’ju and By

Mr. Kooka’burra: Howd’ju Frau M., wie geht es Ihnen?

Fr. M.: Howd’ju, danke der Nachfrage, es geht mir außerordentlich gut.

Mr. Kooka’burra: Sie waren jetzt genau 47 Tage hier in Australien. Was hat Ihnen denn an meiner Heimat am Besten gefallen und was hat Sie beeindruckt?

Fr.M.: Ja, Sydney, die Oper, das Feuerwerk natürlich, das fand ich das Highlight. Das zweit Beste fand ich den Ghan, mit all seinem Luxus und auch die Gesellschaft mit den anderen Reisenden. Mir hat auch gefallen, das man nur raus schaute, die verschiedenen Landschaften und das Gemächliche. Das Dritt Beste teilen sich für mich das Golfen auf Dent Island mit der Faszination der Great Ocean Road.

Mr. Kooka’burra: Was kann denn am Golfen so toll sein?

Fr. M.: Ja, die Landschaft drum herum, aber auch der Schwierigkeits Grad. Denn man hatte von jeder Bahn aus den vollen Blick über den Ocean. Und zum Glück gab es dort keinen Ihrer Kumpels, die uns ausgelacht haben, so wie in Sydney auf dem Golf Platz. (Kookaburra heißt auch der lachende Hans)

Mr. Kooka’burra: Ihre Begeisterung für den Ocean View Drive teilen Sie ja mit einhundert Tausenden von Chinesen und Japanern!

Fr.M.: Ja, der Geschmack auf dieser Welt ist eben manchmal nicht sehr unterschiedlich. Japan teil man sich ja auch mit Millionen von Japanern und das hat mir auch sehr gut gefallen.

Mr. Kooka’burra (lacht verständnislos): Das können Sie aber jetzt nicht ernst meinen!

Fr. M.: Doch, dort hat es mir auch sehr gut gefallen!

Mr. Kooka’burra: Ja Herr M,, was sagen Sie denn jetzt dazu?

Herr M.: Ich habe einen einfachen Geschmack. Mit hat der Wein am besten geschmeckt.

Mr. Kooka’burra: fliegt beleidigt davon

 

Noch ein paar Fotos, die anderweitig nicht unter zu bringen waren: