PLANUNGEN

Jede Reise fängt mit Planungen an. Nach unserer Rückkehr haben viele Freunde gefragt: Ja, wie könnt Ihr denn so ein halbes Jahr im Detail planen? Es ist ganz einfach: Vom Globalen zum Detail. Nachdem wir wußten, wo wir hinwollen (z.B. Vietnam) und wo wir nicht hinwollen (z.B. USA) brauchten wir ein grobes Zeitgerüst. Wie lange in Japan? Reichen 5 Wochen für Australien? Wie oft wollen wir aus der TransSibirischen aussteigen und was wollen wir dort anschauen? Nachdem dies alles geklärt und beschlossen war, wurde alles in Beton gegossen, indem wir die Flüge und die Tickets für die TransSibirische und den Ghan buchen liessen. Drei spezialisierte Reisebüros haben wir damit beschäftigt. Ein guter Ratschlag: Besteht darauf, alle Reiseunterlagen VOR Antritt Eurer Reise in den Händen zu halten. Die Russen, sorry, das russische Reisebüro z.B. hat so zügig gearbeitet, dass uns die Tickets für die Transibirische erst in Moskau in letzter Sekunde im Hotel ausgehändigt wurden. Beim Einstieg in den Zug dann wurde von der Provodnitza (Zugbegleiterin, sehr ernst und streng und alles ganz genau prüfend) festgestellt, dass die Passnummern von Franka mit dem Ticket nicht übereinstimmen. Oyweh geschriehen – was nun? Erst der Ober-Zugaufseher konnte gegen eine Gebühr von 400 Rubelchen grünes Licht geben und Franka durfte einsteigen. Das passierte dann noch vier Mal, nämlich immer, wenn wir die Reise zu Besichtigungszwecken unterbrochen hatten.

Bei den Flug Unterlagen hat es sich bewährt, eine App (z.B. CheckMyTrip oder ähnlich) auf dem Handy zu haben, damit alles aktuell bleibt. Überhaupt das Handy! Der TripAdvisor und Booking.com wurden von uns oft genutzt und manche sehr nette Unterkunft haben wir über AirBnB gefunden. Nochmal Danke an Toshi in Nara, die uns das ganze Haus zur Verfügung gestellt hat mit diesem tollen Japanischen WC und der Badewanne im Boden eingelassen.

Ein Punkt von zentraler Bedeutung ist natürlich das GEPÄCK, welches Ihr mitnehmt. So lange wir Bahn fuhren, waren die Grenzen der Gepäckstücke in unserer Fähigkeit, es zu tragen gesetzt. Danach setzt die Fluggesellschaft Grenzen, meisten bei 20-23 kg Gewicht je Gepäck der Person. Wir besorgten zunächst 2 Reisetaschen von ca. 80 l Fassungsvermögen, die man sowohl rollen wie auch als Rucksack tragen kann, falls es von Nöten ist. Sie haben ein Tragesystem, welches in einer angearbeiteten Tasche verborgen ist. Die Idee war sicher gut, aber wir haben das Tragesystem kein einziges Mal ausgepackt.

Die eine Tasche (links) ist die OSPREY FARPOINT 80. Da geht ordentlich was rein, sie ist aber nicht sehr formstabil. Das hat dazu geführt, dass die Tasche beim Ziehen oft verdrehte bzw. umkippte – nicht schlimm, aber lästig.

Die andere Reisetasche (rechts) ist die Wood N Drift von Bach mit 75 l Volumen. Sie hat eine imponierende Rahmenkonstruktion aus 3D-Schichtholz, die meine Frau zum Aufkleben von Sticker missbraucht hat. Diese Tasche ist wirklich empfehlenswert, lässt sich gut tragen und ziehen, hält ihr schmales Packmass, was der Unterbringung in Zug und Hotel zu Gute kommt und sieht noch heute aus, wie zu Beginn unserer Reise. Der Nachteil ist, dass sie fast doppelt so teuer ist, wie die Osprey. Trotz der hohen Beanspruchungen auf unserer Reise ist an keiner der Taschen irgendein Schaden entstanden – sie halten ordentlich was aus.

Für die Dinge, die man nicht aus der Hand geben möchte (Elektronik, Medikamente, zerbrechliche Dinge) hatten wir dann noch eine kleinen Business Handkoffer dabei, den man auf Rollen ziehen kann, der aber im Flieger als Handgepäck durch geht. Ferner hat sich bewährt, Nylontaschen dabei zu haben, die sich leer auf ein Mini-Maß zusammen knüllen lassen. Eine, die sogar Rollen hatte, nutzten wir auf unserer Bahnfahrt für Wäsche und Wintersachen (-19° am Baikalsee!). Sie hat nur 25 € gekostet, deswegen ging sie auch schon in der TransSib kaputt. Wir haben sie in Wladiwostok diskret in einem Abfallbehälter entsorgt und die Wintersachen in einem Packet nach Haus geschickt. Das Packet ist auch ordnungsgemäß angekommen.

Wir wollen aber nicht vergessen, dass wir auch beide einen kleinen Rucksack dabei hatten. Meiner fasst 25 l und hatte ein Fach für mein iBook Air. Der von Franka war noch kleiner. Die Rucksäcke sind von pacSafe, was zur Folge hat,

dass man alle Reissverschlüsse mit einem Karabinerhaken sichern kann und sie gegen elektronisches Auslesen Deines Handys gesichert sind. Gebraucht haben wir diese Sicherungen niemals, aber das Gefühl war schon gut. So mussten wir auch nicht die Rucksäcke vor der Brust tragen, was ziemlich bescheuert aussieht.

 

BEKLEIDUNG und was man sonst so braucht

Da hatten wir nun gar keine Erfahrung. Wie auch – bisher waren wir maximal drei Wochen unterwegs. So sind wir relativ flott zu der Erkenntnis gelangt: Wäsche für 170 Tage mitnehmen? Vergisses! Also werden wir unterwegs waschen und das nimmt so ziemlich jeden Stress aus dem Programm. Du brauchst nur zwei Dinge: Eine Waschmaschine und eine Leine. Beides gibt es im outdoor Handel. Die Waschmaschine besteht aus einem Plastik Sack, der wasserdicht zu verschließen ist (ähnlich wie bei Boots Säcken) und der im Inneren ein Rubbelfläche besitzt. Wäsche, Waschmittel & Wasser rein, zumachen und rubbeln – nach 15 Minuten ist alles fertig. Wer es genau wissen will:, der schaut mal hier!

Dann kommt aber die Leine. Da gibt es die Modelle mit Saugnäpfen an den Enden. Wenn Deine Bleibe im Bad nicht aalglatte und saubere Fließen hat, landet Deine Wäsche auf dem Boden.  Ich empfehle, die Leine lang genug zu kaufen, so dass man sie um Pfosten, Scharniere oder andere Fixpunkte schlingen kann, dann wird’s auch was mit der Wäsche.

In unserer kleinen Zweiergemeinschaft hat es sich relativ schnell herauskristallsiert, dass die Frau wäscht, während der Mann geistig tätig ist und an dem Blog schreibt. Das muss so nicht sein. Aber ich wette, bei 90% aller reisenden Paare ist es so, warum sollen wir da eine Extrawurst braten? Die Internetseite mit der Waschmaschine heißt ja auch nicht umsonst „outdoormaedchen“ (Aua).

Unsere erste Idee war, vor allem Kleidungsstücke mit zu nehmen, die wir auch weg schmeissen können, weil sie schon so alt sind. Das ist gut&schön, aber wir hatten vor, in Moskau in das Bolschoy Theater zu gehen und in Sydney in der Oper Sylvester zu feiern und ggf. weitere Theater, Oper, Ausstellungen ad hoc zu besuchen. Da können wir natürlich nicht in unseren abgerissenen Klamotten aufreten. Also wurden ein Kleid (oder waren es zwei?) und ein Jackett mit passender Hose sowie zwei edle Hemden eingepackt, alles weitgehend knitterfrei. Auf Krawatte oder Fliege wurde verzichtet. Unser outfit wurde sowohl in Moskau, wie auch in der Sydney Oper wohlwollend zur Kenntnis genommen, niemand hat die fehlende Krawatte kritisiert – wie locker ist doch die Welt geworden!

Dann hatten wir ja extreme Klimazonen zu durchqueren. Wenn es eines überall auf der Welt gibt, dann ist es die Post! Also haben wir überlegt, von Zeit zu Zeit ein Packet mit Dingen nach Hause zu schicken, die wir nicht mehr brauchen. Denn seien wir doch ehrlich: wer in Sydney oder Singapur nicht shoppen geht, dem ist entweder die Reisekasse leer gelaufen oder er hat erkannt, dass dort das gleiche verkauft wird, wie zu Hause. Wie dem auch sei, wir haben uns auf den Grundsatz geeinigt: wer ein Kleidungsstück kauft, muss ein anderes abgeben und entsorgen. So musste ich in Singapur meine geliebten, alten Treter abgeben, die ich vor 10 Jahren bei Dieter Kuckelkorn in Aachen gekauft hatte – Sorry, Dieter!

Das mit den Packeten war übrigens eine interessante Erfahrung. Insgesamt haben wir drei Packete geschickt, von denen eines bisher (nach 4 Monaten) noch nicht angekommen ist. Eines ist allen gemeinsam: Die russische, japanische, australische Post will haargenau wissen, was in den Packeten drin ist, was es wert ist und was es wiegt. Bestimmte Dinge sind verboten, das ist aber von Land zu Land unterschiedlich, besser man erkundigt sich vorher. So möchte der Russe z.B. nicht, dass Seife oder Halbedelsteine verschickt werden, es sein denn, man schmuggelt es in letzter Sekunde doch noch ins Packet. Lebensmittel, z.B. ein saftiges Känguru Steack? Vergisses! Übrigens ist das Verschicken auch kein billiges Vergnügen. In der Regel bewegen sich die Kosten zwischen 70-100 €, also must Du überlegen, ob der Inhalt das wert ist. Dafür werden in Russland die Packete nach erfolgreicher Erfassung des Inhaltes in einen maßgeschneiderten Leinensack eingenäht – deswegen steht in jeder Poststation auch eine Nähmaschiene, die die Postmeisterin trefflich zu bedienen weiß. Man kann das Packet auch billiger auf dem Seeweg nach Hause senden, aber das dauert – deswegen warten wir ja auch noch auf unsere letzte Post.

MEDIKAMENTE Wer solch eine Reise unternimmt ist entweder kerngesund oder er muss Medikamente mitnehmen oder unterwegs besorgen. Meine Frau ist kerngesund, ich leider nicht. Vor drei Jahren hatte ich einen Herzinfarkt, als dessen Folge ich nun etliche Tabletten täglich schlucken muss. Außerdem bin ich seit 30 Jahren Diabetiker und spritze Insulin. Das alles muss aber kein Handikap sein, welches solch eine Reise verbietet. Aber es bedarf aber einiger Vorbereitungen.

Als erstes habe ich mit meinem Herzspezialisten nochmals meine Medikamentierung diskutiert. Als Ergebnis haben wir ein Medikament abgesetzt. Es war wohl nicht so dringend notwendig. Die meisten Packungen der Medikament beinhalten 100 oder sogar 200 Tabletten, z.B. ASS. Gerechnet auf 170 Tage und jeweils 1 Pille pro Tag genügen also 7 Medikament Packungen für die gesamte Reise. Das läßt sich im Koffer unterbringen und es wird ja mit der Zeit auch immer weniger.

Schwieriger ist es mit dem Insulin. Auch hier hilft ein wenig Rechnen mit dem großen 1x1. Ich benutze einen Pen mit Ampullen von 100 IE Apidra und Lantus (Basis-Bolus-Therapien). Apidra hält etwa 10 Tage pro Ampulle, macht 17 Ampullen. Zuzüglich einem großzügig bemessenen Sicherheitszuschlag sind zwei Packungen á 10 Ampullen ausreichend. Bei Lantus ist es noch entspannter, kommt aber letztlich auch auf zwei Packungen heraus. Allerdings müssen diese Ampullen gekühlt werden. Am Baikal See wäre es zu kalt und in Australien zu heiß. Da hilft aber eine clevere Kühltasche der Firma Frio, die aus einer Innen- und einer Außentasche besteht und in verschiedenen Größen zu haben ist. Die Innentasche ist mit einem Granulat gefüllt; sie muss eine viertel Stunde ins Wasser gelegt werden. In dieser Zeit verwandelt sich das Granulat in ein Gel. Damit die Innentasche nicht so klatsch nass tropft, wird sie ein wenig getrocknet und dann in den Außenbeutel gesteckt. Das Insulin wird dann in den Innenbeutel – praktischerweise ohne die Verpackungsschachtel – gesteckt, fertig. Du wirst sehen, der Inhalt wird deutlich und ausreichend gekühlt (Verdunstungskälte!). Es gibt auch kleinere Beutel für einen oder zwei Pens, ein gutes Behältnis für diese Dinge.

Zur Messung des Blutzuckers wirst Du noch das Messgerät, z.B.Accu-Chek Aviva, und die dazu gehörigen Messstreifen haben. Ich kann nur raten: Nimm alles mit, was Du für diese Zeit benötigst oder erkundige Dich nach der Verfügbarkeit in jedem Land, das Du bereisen willst. Ich habe den ganzen Vorrat für das halbe Jahr mitgenommen. Dann kamen wir aber auf die tolle Idee, die Teststreifen aus ihrer Dose zu nehmen und in eine Tupper Dose umzufüllen. Damit hatten wir Platz gespart. Nachdem wir aber erstmalig einen Flieger benutzt haben, waren alle Teststreifen nicht mehr funktionsfähig. Sie waren im Gepäck entweder zu kalt geworden oder die Luftfeuchtigkeit hat sie gekillt. In den Original Verpackungs-Röhrchen befindet sich nämlich eine Trocknungslage, welche die Luftfeuchtigkeit aufsaugt. Die Tupperdose hat so etwas nicht. Zum Glück hatte ich noch zwei Ersatzpackungen im Handgepäck, so dass keine Not herrschte. In Australien konnte ich dann weitere Sticks einkaufen. In Neuseeland dagegen musste ich lernen, dass meine Streifen dort landesweit nicht zu haben sind. Letzten Endes musste ich für 40 $ ein anderes Messgerät mit den dazu gehörigen Messstreifen kaufen, das nun hier nutzlos herumliegt, denn das Produkt ist unbekannt.

Was erlaubt das jeweilige Land an Einfuhr von Medikamenten und welche Genehmigungen sind einzuholen? Darum sollte man sich auf jeden Fall rechtzeitig vor Antritt der Reise kümmern, um Ärger mit den Einreisebehörden zu vermeiden. Nach meiner Erkenntnis sind keine gesonderten Genehmigungen notwendig, so lange alles dem persönlichen Bedarf dient – Ausnahme: Japan! Der Japaner möchte nämlich genau wissen, was von wem und wieviel an verschreibungspflichtigen Medikamenten in sein Land kommt und wozu sie gut sind. Dazu gibt es ein Formular, das „Yakkan Shoumei“, in welchem  unter der Hoheit des kaiserlichen Gesundheitsministeriums alle verschreibungspflichtigen Medikamente penibel aufgeführt werden müssen, damit der Tenno prüfen kann, ob diese auch über japanisches Hoheitsgebiet transportiert werden dürfen. Zum Schluss gibt es einen Stempel, damit alles seine Ordnung hat.

Ich war gespannt auf die Prozedur bei der Einreise in Tokio. Die sah dann so aus, dass sich kein Schw… weder für das Formular noch für die Medikamente interessiert hat. Wozu die ganze Arbeit? Ich empfehle, das Yakkan Shoumei trotzdem auszufüllen, es sieht schwieriger aus, als es ist. Denn wenn doch ein japanischer Zöllner mal ins Gepäck schauen möchte, kann es schnell unangenehm werden.

Aber wir haben etwas sehr positives aus Japan mitgebracht, das vielleicht unter dem Thema Medikamente Erwähnung finden kann. Nachdem sich Kaffee in den meisten Ländern als ungenießbar herausgestellt hatte, sind wir zu Tee Trinkern geworden. Vor allem in Japan war es der grüne Tee, der uns sehr gut schmeckte und den wir dann für die weitere Reise auch mitgenommen haben. Das Essen in Japan war immer arm an Kohlehydraten: frischer Fisch, viel gegartes Gemüse, Reis. Beides, das Tee trinken und das kohlehydrat arme Essen haben wir dann zu Hause fortgeführt, denn wir waren für Schnitzel mit Pommes Frittes verdorben. Das führte bei mir dazu, dass sich die bisherige Insulin Dosis als zu hoch erwies und zum Teil erheblich reduziert werden musste. Alle mit dem Arzt so mühsam erarbeiteten Parameter stimmten nicht mehr. Liegt es nun am Tee oder am Essen? Nach etwas herumprobieren stellt sich heraus, beides, aber vor allem der Tee. So wurden wir zu Experten des grünen, japanischen Tees und haben unseren Kaffevollautomat verschenkt, weil er nutzlos in der Küche Platz wegnahm. Den haben wir inzwischen mit einem Reiskocher aufgefüllt.

 

ÖKO-KORREKT

….zu reisen konnten wir nicht immer einlösen. Aber in einzelnen Dingen konnten wir doch gegensteuern, nachdem uns unsere Kinder den Finger auf die Brust gesetzt hatten. Das fing ja schon an mit dem Anspruch, möglichst viele Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück zu legen. Von Wachenheim in der Pfalz bis Wladiwostok fuhren wir ununterbrochen mit dem Zug. Das hat Spaß gemacht. Vor allem in Russland haben wir dann alle Varianten des Schienenverkehrs kennen lernen dürfen. Von Sankt Petersburf bis Moskau ein Super Modernern Hochgeschwindigkeits Zug, von Moskau bis Wladiwostok die Transsibirische mit maximal 120 km/h bzw. gefühlt (und wahrscheinlich auch real) mit 80 km/h im Charm der 50er Jahre der alten Bundesrepublik. Wer das liebt – bitteschön, alledings ohne Dampfloomotive. Im Vergleich dazu war es ein Luxus, mit dem „Ghan“ Australien zu durchqueren. Wer das Zuf fahren liebt, dem kann ich nur dazu raten – und nicht mit Geld sparen, es lohnt sich.

Aber auch mit vergleichweise trivialen Dingen konnten wir ökologisch korrekt punkten. Wieviel Plastik wird nicht zum Verpacken von lebensmittel und anderem verbraucht, das später dann den Müll in den Weltmeeren vermehrt und zum (Todes-)Futter der Fische wird? Wir verwendeten „Bees Wrap“! Kennt Ihr das? Bee’s Wrap ist die perfekte Alternative zu Plastik- oder Alufolie für Lebensmittel. Sie werden aus Bio-Baumwolle Musselin, Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz hergestellt. Lebensmittel werden frisch gehalten. Das Wrap ist hoch flexibel und man kann es immer und immer wieder verwenden. Hier erfährst du mehr!

Oder die Wasserflaschen! Man muss ja nicht immer im Supermarkt in Plastikflaschen kaufen, wenn an jeder Strassenecke (in Australien, Neuseeland) bestes Trinkwasser kühl&frisch ausgeschenkt wird. Wir hatten eine kleine und eine große S’well Flasche dabei (Swell-Bottle ), doppelwandig und schlagfest,aber es gibt auch viele andere.

Wisst Ihr, welche Mengen Plastik in jenen Ozeanen treiben, die wir besucht haben? Und wisst Ihr, was alles in den Mägen der Fische landet, die wir verspeisen und das dann mikroskopisch klein in unserem body landet? Also, wir wollten unseren bescheidenen Beitrag leisten, diese Mengen zu vermindern. Wir sind uns aber bewußt, dass unser Beitrag weniger ist, als eine Träne im Ozean. Viele Tränen sind dann aber auch ein Ozean, der diese Müllkippe vielleicht ersetzen kann. Vielleicht, wenn genug Tränen fließen.

UNTERKÜNFTE FINDEN

Je älter man wird, desto wichtiger wird die Frage, wo man Abends das müde Haupt niederlegen kann. Wir sind auch keine Backpacker und wollen nicht mit anderen in einem Schlafsaal nächtigen (Sorry, Ihr 25-jährigen, wenn Ihr mal 2-3 mal so alt seid, wird es Euch genauso gehen.). Einige Übernachtungen haben wir bereits in Deutschland gebucht und damit ein weiteres Struktur Element in die Reise eingearbeitet. Da wir wussten, dass wir Weihnachten und Sylvester in Sydney verbringen wollen, habe ich bereits ein drei-viertel Jahr vorher über AirBnB eine Unterkunft im Haus von Jack und Natacha gebucht, Ankunft 23.12.2016, Abreise 3.1.2017. Es lohnt sich auch, sich vor der Buchung ein wenig mit der Stadt vertraut zu machen. In Sydney werden z.B. viele AirBnB in Nähe von Bondi Beach angeboten. Wenn Ihr mit dem Surfbrett unterwegs seid und ein Faible für den Ballermann habt, seid Ihr dort genau richtig. Wir hatten kein Surfbrett dabei und würden den Ballermann auf jeden Fall meiden und so landeten wir in Sydney im Stadtteil Rose Bay, etwas abseits von Down Town. Dafür war unser Zimmer großzügig, ruhig und ordentlich ausgestattet, unsere Gastgeber fasste schnell Vertrauen und überließen uns das ganze Haus, als sie selber verreist waren. Und, was wir vorher nicht wußten: von RoseBay fährt das Wasser Taxis in nur 15 Minuten nach DownTown! Und das war Klasse!

Vor allem in Neuseeland haben wir dann mehrfach in einem der sogenannten Backpacker Hostels genächtigt. Allerdings haben wir jedes Mal ein Cabin genommen: Auf 25 qm ein Bett, Dusche WC, nachts ein paar Mücken – mehr nicht. Es gab auch immer eine Küche, die Kochkünste der Gäste beschränkten sich aber meistens auf 5-Minuten Terrine oder Nudeln mit Ketchup. Das motiviert nicht unbedingt, daneben in Gourmet Qualität ein frisches Neuseeländisches Lamm Steak mit Geröstetem Gemüse und einer Pfeffer Sauce zu bereiten – insbesonders wenn hinter Dir schon der nächste Ziegenbärtige 25-jährige steht und (na, was wohl?) Nudeln kochen will. Wir sind der Kulturlosigkeit entflohen und dann lieber essen gegangen. Das Kochen (mein Hobby) haben wir dann auf das nächste AirBnB’s verschoben und da gab es dann eine Top Küche (Danke, Mariebelle).

  DIE MENSCHEN, DAS LEBEN und überhaupt

Während der Reise merkst Du es garnicht, aber danach, wenn Du so über alles nochmal nachdenkst, dann fällt es Dir doch auf: Im Ausland geht es genau so zu, wie bei uns und die Ausländer sind nicht anders als wir. Beispiele:

In Singapur werden abends im Garden of the Bay die Super Trees illuminiert, ein tolle Light Show, zu der Einheimische und Touristen in Massen hinströmen. Da siehst Du indische Großfamilien mit Oma, Opa Mutter, Vater, kleine oder halbwüchsige Kinder. Die Oma kümmert sich um die Kleinen und verwöhnen Sie („Honey, would you like more ice cream?“), die Eltern haben frei und wandern herum, die Halbwüchsigen finden alles öde und starren auf ihr Mobile. Geh‘ in Mannheim auf den Maimarkt und Du findest das gleiche Bild, allerdings sind die Protagonisten nicht so farbenfroh gekleidet wie dort.

Oder in Kyoto: Am 15.November ist Shichi-Go-San (7-5-3 Fest), ein Fest für Kinder im Alter von 7-5-3 Jahren, bei dem ein benachbarter Schrein aufgesucht wird und für das Wohlergehen der Kinder gebetet wird, denn die ungeraden Zahlen symbolisieren Glück.

Unwillkührlich wird man an Konfirmation und Kommunion erinnert. Das ist hierzulande ein wichtiges Familienfest, bei dem feinste Garderobe und ein festliches Diner Pflicht sind. Und wie sich die Bilder doch gleichen!

Es ließen sich unendlich weitere Beispiele anführen, aus Russland, wo der Kreml immer einen Familienausflug wert ist, aus Vietnam, wo Familien grundsätzlich gemeinsam essen – aber nein! Eine Ausnahme gibt es schon. In Vietnam wird nicht selten eine 5-köpfige Familie auf EINER EINZIGEN Vespa transportiert und das sieht man hierzulande wohl eher nicht.

 

Die hatte ich leider nicht fotografiert, weil mir der Mund offen stand. Aber Vater, Mutter, Kind und 4 Gemüsekartons und ein Sack illustrieren gut, was ich meine. Wie auch immer. Was bleibt, ist eine entspannte Sicht der Dinge. Andere Hautfarbe? Das ist doch nur äußerlich! Die Physionomie ist anders? Na endlich mal ein bißchen Abwechslung! Andere Gebräuche? Na, das ist ja mal interessant! Anderes Essen? Yam yam, gleich mal probieren.

Mit dieser Einstellung sind wir durch die Welt gereist und haben viele Menschen kennen gelernt und vieles Neue erfahren. Das ist wohl das wertvollste, was wir von dieser Reise mitgebracht haben.