こにちわ bzw. コニチワ heißt Konichiwa = Guten Tag.

Viel wichtiger aber ist すいまっせん bzw. スイマッセン . Suimassen = Entschuldigung sagt man bei jeder sich bietenden Gelegenheit, am Besten einmal zuviel als zu wenig. Kenntnisse der Japanischen Sprache und Schrift sind aber nicht einfach. Deutsch geht wahrscheinlich nirgendwo. Aber in Japan sind Englisch Kenntnisse nicht immer zu erwarten.Wir sind gespannt, wie wir uns durchschlagen werden.

flug-tokyo-2Heute Morgen sind wir im verschneiten Vladivostok bei gefühlt -15^losgefahren. Der Flughafen von V. ist ganz neu, er wurde in nur 4 Jahren bis 2013 erbaut. Wir verstehen einfach nicht, warum die Berliner sich nicht für den BBF die Experten aus Russland geholt haben – dann wäre er schon fertig! Nach 2 Stunden Landung in Tokio bei 14°, ein Unterschied von mehr als 20°! Uns war’s sehr recht, denn wir hatten unsere Wintersachen schon alle in die Heimat versendet.

4 Stunden hat es gedauert, bis wir vom Flughafen Narita Tokyo erreicht haben und von dort aus unsere Bleibe bei Keigo im Stadtteil Rappongi erreicht hatten. Dank AirBnB haben wir sein Appartement bezogen, welches im Japanische Stil gerade Platz für ein ordentliches Doppelbett (Mit Tempur Matraze, Franka ist hin&weg) sowie ein Plastik Fertigbad bietet. 25 qm Luxus mitten in Tokyo – rundum pulst das Leben mit zahllosen Restaurants, Schönheits Salons und was der Mensch sonst noch so braucht.

Für Kino Fans: Der Film „Blade Runner“ hat seine Inspirationen sicher von hier mit haushohen Reklame-TV’s, Werbe Botschaften aus externen Lautsprechern, Strassen Lokalen. Aber in unserer Bleibe ist’s ruhig, da können wir uns vom Großstadt Stress erholen.

Wir sind erst mal essen gegangen, mußten uns aber erst mal an den Bestellvorgang und die Preise gewöhnen. Das Menü ist bebildert, also kein Stress wegen der Sprache. Einfach drauf zeigen. Die Portionen haben Vorspeisen Charakter, also muß man mehrere bestellen, wenn man satt werden will. Und das kann dann natürlich ins Geld gehen. Ach, wie war es doch in Russland alles so billig! Dafür ist es aber außerordentlich delikato. Da werden wir wohl manches probieren, denn unser Appartement hat zwar eine Kochplatte, aber die ist – glaube ich – nicht so richtig ernst gemeint.Außerdem hat Franka gleich angefang zu waschen und mangels Dachboden hängt nun alles bei uns im Zimmer. Sieht aus, wie in einer Flüchtlingsunterkunft.

Morgen ist ein neuer Tag und da wollen wir erst mal sehen, wie es in Tokyo denn so ausschaut.Wir sind als erstes in die Ginza gefahren, denn diesen edlen Stadtteil muß man gesehen haben. Alles was auf dieser Welt Rang und Namen hat, ist dort vertreten. Wir schlenderten durch die Strassen und Geschäfte wie die Besucher vom Lsnde, denn solch eine Pracht, riesige Werbeflächen, übergroße Lautsprecher, die sanft für diese erstrebenswerten Waren warben, Strassen mit der doppelten Breite des Kuhdamms (der dagegen ohnehin ziemlich provinziell anmutete), in den Nebenstrassen ein Restaurant neben dem Anderen – Das ist Tokyo! Hier geht’s weiter

Der nächste Tag war der Kultur gewidmet. Das Idemitsu Museum of Arts hatte eine Ausstellung von dem Mönch Sengai (1750-1837), der außer beten vor allem gemahlt hat. Da er sehr alt wurde, ist ein beachtliches Werk zusammen gekommen. Auch hier ging es uns, wie am Tag zu vor: Ich dachte: Museum?Wer geht da schon hin? Aber als wir ankamen gab es schon eine Schlange und vor den Bildern knubbelten sich die Menschen. Vom Museum selber konnten wir auf den Kaiserpalast und den kaiserlichen Garten schauen. Später sind wir dann im Garten spaziert. Mehr davon . . .

 

Blick auf den herbstlichen Garten

Etikette in Japan? hier entlang!

Der FUJI
Für den Samstag haben wir uns eine Tour zu Japans heiligem Berg, den Fujiyama vorgenommen. Nachdem die letzten Tage eher bedeckt, manchmal auch regnerisch waren, scheint heute die Sonne. Milde Temperaturen hatten auch viele Bergwanderer festem Schuhwerk, Rucksack, Wanderstöcken mobilisiert. Der Zug war ist gefüllt. 2 Stunden Zugfahrt liegen vor uns, denn es ist ein Bummelzug.
Erst mal die Bentobox ausgepackt und gefrühstückt! Im Bahnhof gibt es reichlich Geschäfte, die Bentoboxen mit den unterschiedlichsten Füllungen verkaufen. Die Japaner lieben es – wir auch!
Nach eineinhalb Stunden aufgeregtes Getuschel, Kamera klicken von Handys Hin und her Gelaufe. Was ist los? Der Fuji ist in Sicht! Zwar nur hinter den Häusern am Horizont, aber – egal – die Kamera will Futter haben!
Der Zug endet in ***, welches an einem großen See *** liegt. Am Ankunftsort herrscht wunderbares Wetter, Sonne, leichte Bewölkung. Wir steigen in einen historischen Bus, der uns um den See herum mit unterschiedlichen Fuji Ausblicken bringt. Zurück wollen wir zu Fuß am See entlang gehen. Gesagt getan, nach dem bescheidenen Wetter unserer bisherigen Reise sind wir richtig glücklich über den Tag. Keine Jacke, kein Pullover, es ist ein Herbsttag, wie er schöner nicht sein könnte. Der Weg am See entlang führt alle 5 -6 hundert Meter an einem Schrein vorbei, an dem immer wieder Vorbeikommende anhalten, mit Verbeugungen Buddha Ehre erweisen und – für welches Glück auch immer – Ihre Wünsche hinterlassen.
Der Fuji ist auf von unserem Weg immer zu sehen. Mal ist er in Wolken verhüllt, mal lässt er die Hüllen ein wenig fallen, leider niemals ganz. Der Fuji ist etwas prüde, aber wir sind froh, ihn überhaupt zu sehen, denn manchmal ist er völlig in Wolken verhüllt. Zusammen mit dem herbstlich gefärbten Laub ergeben sich schöne Bilder, die den Ausflug sehr lohnenswert machen. Der See davor ist nicht ganz glatt, so dass ein Spiegelbild des Fuji nicht entsteht. Aber es gibt etliche Angler, die das Bild „japanisch“ machen. Denn der Japaner angelt zwar vom Boot aus, aber im Stehen! Das sieht sehr dekorativ aus.

Abends – es ist unser letzter Abend in Tokyo – wollten wir noch einmal japanisch und gepflegt essen gehen. Kein Futter aus dem Automat, keine Nudelsuppe. Gegenüber von unserer Bleibe, im Riz Carlton, im 45.Stock kann man den berauschenden Ausblick auf das nächtliche Tokyo geniessen und dabei Sushi kauen (nein, wir haben was besseres gegessen). Ein würdiger Abschied von dieser aufregenden Stadt. Über die Kosten?  Der Gentleman geniesst und schweigt.

Gestern sind wir in Suzaka, nord-westlich von Tokyo, angekommen, wo wir für drei Tage in den Horokuan ZEN Tempel bei Dorothee Eshin Takatsu eingezogen, wo wir innere Einkehr, Selberfahrung und Ruhe finden wollen. Ein großer Unterschied zu Tokyo!

Nach drei Tagen haben eine neue Welt der geistigen Einkehr kennen gelernt. Wir haben wieder viele interessante Menschen kennen gelernt und viele neue Erfahrungen gemacht.Dorothee hat uns noch zum Bahnhof gebracht und herzlich verabschiedet. Der Besuch in Horokuan hat unsere Sicht auf den ZEN-Buddhismus doch erheblich verändert.

Wer mehr über unseren Besuch wissen möchte, müsste dann mal hier klicken!

 

Matsumoto bietet die Möglichkeit eine der schönsten historischen Burganlagen Japans direkt in der Innenstadt zu erleben.obuse-matsimoto-11 Erbaut von 1593-1594 wurde die Burg Matsumoto zum Staatsschatz erklärt. Der Bergfried der fünfstöckigen Burg, der den Beinamen Fukashijyo trägt, ist der älteste Bergfried Japans. Aufgrund ihrer Schwarz-Weiss Schattierungen auch bekannt als Krähenburg. Die Ursprünge der Burg gehen zurück auf die Sengoku-Zeit (15.-16. Jahrhundert).

Der nächste Morgen galt also der Burg. Im Hinterkopf hatten wir die Erkenntnis, dass diese Burg in einer vergleihbaren Zeit erbaut wurde, wie unsere Trifels Burg oder die Burgen am Rhein. Die Zeit war wohl vergleichbar: Feudalherren, Fürsten, die ihren Machtbereich durch Lehnsherrenschaft festigen oder ausdehen wollten. Im Bereich dieser Burg lebten 6000 Samurai und – je nach Kriegslage – auch mehr. Wir betreten das Gelände um einige stimmungsvolle Fotos zu schießen, als jemand hinter uns Mehfach „Hello“ rief. Wir uns umgedreht, da war es ein älterer Herr (von 82, wie sich später herausstellte), der als Volunteer den Gästen als Führer durch die Burg dienen wollten. Ausdrücklich ohne Bezahlung, wie betont wurde („Please no tips!“). So waren wir eine kleine Gruppe von 3, die durch 7 Geschosse der Burg Matsumoto kletterte. Hier geht’s zur Burg!

Den Nachmittag haben wir dann noch in der Ausstellung über das japanische Frauenbild in Holzstichen historisch und modern verbracht. Wen’s interessiert, der kann ja mal reinschauen. Hier entlang!

Auf dem Weg konnten wir dann endlich noch alle Zutaten für grünen Matcha Tee kaufen. Der schmeckt nämlich hervorragend!

 

Entenschnabel Shinkansen

Fährt über 300 km/h

Um eine alte Opel Werbung zu zitieren: Mit dem Shinkansen fahren (im Kohlenpott Dialekt zu sprechen), „is wie wennss’e fliechst“. Von Osaka bis Hiroshima fuhren wir den Shinkansen mit einer Durchschnitts(!) Geschwindigkeit von über 200 km/h, incl. 3 Halte. Da war es nicht möglich, die wunderbare Landschaft aus dem Fenster zu fotografieren. Statt dessen haben wir einige Bilder der wolkenverhangenen Berge und der Städte, durch die wir fuhren, aus dem Fenster der Züge nach Osaka, die langsamer waren, geschossen. Um 17:00 kamen wir dann in Hiroshima an.

Wir erfahren hier in Japan so viel Neues, dass es manchmal schwierig ist, alles chronologisch im Blog unter zu bringen. Das gilt insbesondere für die japanische Toilette. Dagegen gehen wir noch auf das Holzhäuschen mit Herz! Zum Örtchen

Hiroshima

Hiroshima ist eine moderne, quicklebendige Großstadt. Wie in Japan üblich, sind im Stadtzentrum überwiegend Hochhäuser mit 20 und mehr Geschossen. Unser Hotel liegt unmittelbar am Friedenspark und Denkmalbezirk des ersten Atombombenabwurfs dieser Erde, Mehr als 90000 Menschen fielen dem Angriff unmittelbar zum Opfer, 160000 werden einschließlich der späteren Strahlenopfer genannt. Die Bombe wurde am 6.August 1945 abgeworfen und in 600 m Höhe gezündet, damit eine größtmögliche Zahl von Menschen umgebracht werden konnte. Die noch lebenden Opfer des Angriffs werden in Japan als „Hibakusha“ bezeichnet und leiden an den Folgen der Verstrahlung bis heute. Bis heute war kein  amerikanischer Präsident bereit, sich für diesen Angriff zu entschuldigen.
Wir besuchten das Memorial Museum, den Friedenspark mit seinen vielen Denkmäler und den Dome, ein Gebäude, das nach dem Abwurf als Ruine stehen geblieben war und nun als Denkmal erhalten wird. Zwischenzeitlich ist das gesamte Ensemble touristisch vermarktet und die Opfer romantisch verklärt. Es werden Schulklassen, Touristengruppen, Gruppen von Uniformierten durch die Anlagen geschleust – wir liessen uns mit treiben. 

Diese Geschichte prägt bis heute die Interessen der vielen Touristen, die nach Hiroshima kommen. Auch wir sind als erstes in den Friedenspark gegangen, haben das Museum besucht, in welchem der Abwurf und seine Folgen dokumentiert sind und zum Schluss die ganze Geschichte touristisch aufbereitet wird. Eine ambivalente und irgendwie bizarre Vorstellung, aber das Interesse der vielen in- und ausländischen Touristen will sich an etwas konkretem festmachen. In diesem Fall ist es ein Origami Kranich, den die kleine Sadako Sasaki, ein Verstrahlungsopfer des Angriffs, bis zu ihrem Tod 1955 1000-fach faltete. Sadakos beste Freundin erzählte ihr von einer alten japanischen Legende, nach der derjenige, der 1.000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme. Heute bekommt man im Museum Shop dazu Bücher, Origami Papier, Anleitung etc. Wir sahen auch den Dom, das Gebäude das vormals als Ausstellungsort für Gewerbe  und Handwerk diente und nach dem Bombenabwurf als Ruine stehen geblieben war. Heute ist es als Friedensdenkmal im UNESCO Welterbe verzeichent.

Hiroshima ist heute eine quicklebendige Metropole, die auch in ihrer alten Historie lebt. Aus dem 16.Jahrhundert existierte eine Burg, die durch den Atombobenabwurf völlig zerstört wurde. Heute ist sie wieder aufgebaut und prägt das historische Erbe der Stadt. Sie ist eine Wasserburg, deren Graben auch heute noch erhalten ist. Auf Kähnen werden die Touristen einmal um die Burg gestakt, ähnlich wie im Spreewald. Die vielen Etagen und Räume haben wir uns erspart, sie dürften wohl ähnlich wie die Burg in Matsumoto sein. Statt dessen haben wir auf dem Friedenspark den Ramen Contest besucht – Was ist das? Ramen sind die Asiatischen Nudeln aus Reismehl, ursprünglisch aus China, inzwischen aber in Japan außerordentlich beliebt. Der Wettbewerb war zwischen 12 Köchen mit eigenen Buden, bei denen man sich einen Teller Ramen holen konnten. Das haben wir gemacht. Außer, dass wir uns die Klamotten ruiniert haben, denn es wurde natürlich mit Stäbchen gegessen Ehrensache!), hat es sehr gut geschmeckt. Es gab aber noch mehr zu feiern, nämlich das Fest Shichi-go-san (wörtlich: „Sieben-fünf-drei“) ist ein Fest für Kinder in Japan, wenn diese ein bestimmtes Alter erreicht haben (drei und fünf für Jungen, drei und sieben für Mädchen). Es findet am 15. November jeden Jahres statt, bzw. am Wochende danach. Die Kleinen werden von den Eltern, mehr noch von den Großeltern, heraugeputzt und gefeiert. Viele wissen noch garnicht, wie ihnen geschieht. Aber es sieht putzig aus und das ist (für die Großeltern) das wichtigste. Schau sie Dir nur an, die süßen Kleinen!

Das  ist jedoch nicht alles, was Hiroshima zu bieten hat. Miyajima, die etwa 30 qkm große Insel liegt zwanzig Kilometer südwestlich von Hiroshima, Sie kann mit Passagierbooten direkt von Hiroshima aus erreicht werden. Weltweit berühmt und eine Ikone für Japan ist das hölzerne Torji aus dem Jahr 1875, das etwa 160 Meter vor dem Itsukushima-Schrein steht. Bei Ebbe kann es zu Fuß erreicht werden, bei Flut steht es vollständig im Wasser. Es ist eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans.

In der Vergangenheit durfte es auf Itsukushima weder Geburten noch Todesfälle geben, da beides als Zustand der Unreinheit galt, und auch heute noch werden Tote von der Insel auf die Hauptinsel Honshū gebracht. Frauen dürfen Miyajima erst seit dem 20. Jahrhundert betreten.

Der Schrein und das Torii wurden 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Itsukushima Schrein ist der größte von mehr als 30 weiteren Schreinen auf der Insel, die alle aufzusuchen uns nicht möglich war. Aber ein Wanderung durch den herbstlichen Wald führte uns zu Plätzen jenseits der Touristenströme, an denen der Hauch buddhistischer Meditation zu spüren war. Am und im Schrein jedoch und vor dem roten Torij herrschte Gedrängel, Touri-Läden boten alles feil, was zum Japan Besuch gehört und auch hier feierte die „Drosselgass’ „ fröhliche Urstände.

Mit haben aus dem ganzen Ensemble der Tempel, Schreine und Statuen am Besten die Kinder-Buddhas gefallen, die mit ihrem Halstuch und den Mützen lustig aussahen.

Wir durften auch eine Hochzeit mit erleben. Die Braut war in einem herrlich anzuschauenden Kimono gewandet, für dessen korrekten Sitz, einschließlich der 10 Unterkleider, Gürtel, Schnallen, Schleifchen und – nicht zu vergessen – den Haardutt zwei in schwarz gekleidete Damen ununterbrochen sorgten. Der Bräutigam dagegen war relativ schlicht in einen westlich anmutenden  schwarzen Anzug gekleidet, wahrscheinlich von Brioni. Zum Schluss gab es noch das Familienfoto vor dem Torij, getrennt nach Familie von ihm und von ihr (was auch immer das zu bedeuten hat). Das Publikum war hin- und hergerissen, die Fotografen kurz vor der Ekstase, die Braut wirkte für meinen Geschmack etwas kühl.

Himeji Burg

Die Himeji Burg ist die größte Burg in Japan. Auf dem Weg nach Kyoto machten wir dort einen 3-stündigen Stop auf unserem Weg nach Kyoto, um auch dieses Wunderwerk und UNESCO Welt Kultur Erbe zu besuchen. Sie wurde 1346 erbaut von Akamatsu Sadanori, der Leuchte japanischer Ingenieurkunst des Mittelalters. Da sie überwiegend in Weiß gehalten ist und zudem im Jahr 2009-2015 extra für uns renoviert wurde, ist sie schon von Weitem zu sehen. Wegen der weißen Farbe wird sie auch weißer Kranich genannt, im Gegensatz zu Matsumoto (Krähenburg).

Wir bewunderten den hohen Standart der mittelalterlichen Baukunst, der sich aber bereits bei den anderen Burgen gezeigt hatte. Zu dieser Zeit standen viele unserer Burgen bereits, sind aber in ihrer Baukunst kaum zu vergleichen. Wie alle japanischen Burgen ist auch diese als „Fachwerk“ gebaut, was allerdings der Brennbarkeit sehr zu Gute kommt. Obwohl sie mehrfach den Besitzer wechselte, wurde sie niemals zerstört, allerdings immer wieder erweitert. Wie bei allen Burgen, so hatte auch hier der Architekt die Bauweise von Treppe und Leiter durcheinander geschmissen, wir haben uns alle Stockwerke hoch gehangelt, was nicht einfach war.

Weil die Burg so typisch japanisch ist, dient sie in mehren Filmen als Kulisse. Im James-Bond-Film Man lebt nur zweimal (1967) wurde es als Hauptquartier der Japanischen Geheimpolizei gezeigt. Unbedingt sehenswert ist der Film  Ran (1985) des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa , der zu großen Teilen hier spielt.

Kyoto

Der Herbst ist schon angebrochen.

Da ist noch ein Buch,

nicht ausgelesen.

Haiku von Natsume Soseki ( 1867-1916)

Kyōto (京都市) ist eine der geschichtlich und kulturell bedeutendsten Städte Japans. Sie liegt im Westen der japanischen Hauptinsel Honshū im Ballungsgebiet Kansai. Beide Schriftzeichen des heutigen Stadtnamens werden alleine jeweils „Miyako“ gelesen und bedeuten im Japanischen wörtlich „kaiserliche Residenz“. Kyōto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan und ist heute der Verwaltungssitz der Präfektur Kyōto.

Wir wohnten diesmal AirBnB, das allerdings ca. 1 Stunde von Kyoto entfernt in Nara-shi gelegen ist. Dafür hatten wir ein ganzes Haus für uns allein. Bei Toshi Sakai

 

 

In Kyoto waren wir mit Mari Ohara verabredet, die uns einen halben Tag etwas vn der Stadt zeigen wollte. Wir trafen uns an dem riesigen und hypermodernen Bahnhof, von dem aus man über  ganz Kyoto sehen kann.

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Franka und Mari

Mari ist Naturliebhaberin, deswegen fuhren wir zu dem berühmten Bambuswald von Sagano-Arashiyama. Der wird in vielen Reiseführern gelobt und in sehr schönen Bildern dargestellt. Auf den Bildern sind nur wenige Besucher zu sehen. Bei unserem Besuch war das Gegenteil der Fall. Was wir nicht gewußt hatten ist, dass der 23.November seit 1948 der Tag des Dankes an die Arbeit (勤労感謝の日) ist. Den haben die Kyoter ausgenutzt und sind nach Arashiyamagekommen um die herbstliche Natur in Abgeschiedenheit zu geniessen. Für uns war es eine Gelegenheit, die Freizeitvorlieben der Japaner zu studieren, die unter anderem darin besteht, mit seiner Frau als Geisha verkleidet durch den Wald zu wandern.

Heute werden wir noch einmal Kyoto besuchen. Doch vorher muss etwas zur Japanischen Küche gesagt werden! Guten Appetit.

Um 11:00 sind wir zu einer weiteren Tee Zeremonie, der dritten!, im alten Teil Kyotos verabredet. Diesmal geht es um den „dicken“ Matcha Tee im Gegensatz zu dem „dünnen“, den wir in Suzaka erlebt hatten. Der Unterschied besteht in der Konsistenz ds Tees, der bis zu einer dickflüssigen Konsistenz reichen kann. Unsere Zeremonie findet in einem klassischen Teehaus statt und wir sind ganz allein mit Tyas Sosen und Stephen Soshun, beides keine Japaner. Der eine ist in Antwerpen geboren, der andere kommt aus Canterbury. Beide leben aber schon viele Jahre in Japan und haben profunde Kenntnisse übe Ablauf und Bedeutung der Zeremonie. Der Durchschnitts Japaner – so sagen sie – hat sich von diesen Traditionen weit entfernt und viele Japaner wissen nicht, wie die Zeremonie von statten geht, geschweige dass sie diesen Tee schon einmal getrunken hätten.

Wir entledigen uns unserer Schuhe, ziehen frische weisse Socken an und begeben uns in den oberen Stock, wo der Zeremonien Raum ist. Dieser ist traditionell klein (ca. 3x4 m). Nach 1 1/2 Stunden ist die Zeremonie vorbei, wir haben je zwei Schalen dickflüssigen und tief grünen Tees getrunken und – ehrlich – das war der Beste von allen! Neugierig?

Wir sind dann noch ein wenig durch Kyoto geschlendert, da noch einige Einkäufe anstanden, wie z.B. ein japanisches Kochmesser, nette Stoffe, ein Herren Kimono und was man sonst noch so dringend braucht. Dabei sind auch noch ein paar nette Fotos entstanden von Mutter mit Kind, Schulklassen in Uniform und was sonst so über den Weg läuft.

Besuch im Tōdai-ji Tempel in Nara

Der Tag heute ist völlig verregnet. Das fing schon morgens an und hörte den ganzen Tag nicht auf. Es ist Sonntag. Der perfekte Tag um mit dem Zug nach Nara (20 Min.) zu fahren, wo es von Tempeln und Schreinen nur so wimmelt. Wir jedoch wollen in den Tōdai-ji Tempel besuchen.. Er beherbergt die größte buddhistische Bronzestatue. Die Haupthalle ist mit einer Breite von 57,01 Metern, einer Tiefe von 50,48 Metern und einer Höhe von 48,74 Metern das größte rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt. Er wurde 1708 erbaut, wer mehr wissen will, soll bei Wikipedia weiter lesen.

Wir dachten uns, Sonntag und Regen, da sind nicht viele da, da können wir gemütlich durch schlendern, denn wir haben ja unsere Regenschirme!

Ich habe mich schon gewundert, dass so viele Leute am Bahnhof sind. Und es kam, wie es kommen musste, außer uns sind auch noch 50.000 andere Leute auf diese gute Idee gekommen, und da sind noch nicht die 100 Schulklassen mitgezählt, die auch da waren. Also es war recht voll, obwohl es in Schnüren geregnet hat. Trotzdem war es schön und interessant.

Vielleicht wundert sich ja der eine oder andere über die Rehe, die friedlich vor dem Gruppen – Foto grasen. Das ist am T.Tempel nichts ungewöhnliches. Es gibt ein Tier Gehege mit Rehen, denen man allerdings die Hörner abgesägt hat. Die Tiere haben einfach keine Lust, im Wald herum zu stehen, wenn auf dem gesamten Tempel Gelände die Touristen strömen, diie nur darauf warten, die Rehe mit Keksen zu füttern, die extra dafür verkauft werden. Die Rehe sind völlig zutraulich und haben gelernt, bei jedem Tourist in den Taschen zu wühlen, um etwas essbares zu finden.

Im Tempel selber die Buddha Statue ist mit 15 m Höhe beeindruckend. Weitere Statuen zeigen einen Buddha, der ganz in Gold gefasst ist und etwa die Hälfte vom Haupt Buddha mißt sowie Krieger oder Kriegsgötter, wir wissen es nicht. Eine Führung nach der anderen wurde durch den Tempel geschleust und die Führer machten sich zum Teil mit Megafon bemerkbar, ihr könnt euch vorstellen, welch ein Lärm herrschte.

Auf dem ganzen Gelände sind steinerne Lampen verteilt, bestimmt 1000 insgesamt. Sie werden alle mit Kerzen betrieben. Ob sie abends angezündet werden wissen wir nicht, denn wir sind dann vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach Hause gefahren, der Regen war auch ziemlich stark.

Letzte Tage in Kyoto

Abschied 
in leeren Augen 
die Endlichkeit

Haiku von Friedrich Winzer

Unser Abschied aus Japan und von Kyoto rückt näher und es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben. Und vor allem, was man gesehen haben MUSS! Von uns aus ist es nicht weit bis zum Ort Inari, wo der Fushimi Inari Schrein steht, der vor allem wegen seiner 100te Torii berühmt ist, die hinter dem eigentlichen Schrein auf den Inari Berg und um den Gipfel herum stehen.

Der Schrein steht für reiche Ernte und gute Geschäfte und wurde im Jahr 711 durch den Gott Inari begründet. Er ist der größte von vielen Inari Schreinen in ganz Japan. Das symbolische Tier der Fuchs ist vielfach zu sehen, er trägt entweder eine Ähre im Maul (Ernte!) oder einen Schlüssel (Geschäft). Bei der Vielzahl der Tempel und Schreine in ganz Japan, die wir gesehen haben oder nicht mehr sehen können habe ich den Eindruck, dass neben der Elektronik Branche und der KFZ Branche die Tempel und Schrein Branche glänzed läuft.

In jedem Schrein gibt es viele Möglichkeiten ein paar Yen in einen Kasten zu werfen, dafür an der Glocke zu läuten (erfüllt Wünsche!) oder einen Zettel zu ziehen (steht das Schicksal drauf!) oder an der Trommel zu drehen (geht ohne Umweg gleich ins Ohr von Ebisu=Gott des Glücks) oder sonst etwas zu drehen, rütteln oder zu rappeln. Jeden Tag gehen Millionen von Japanern in die Tempel und hinterlassen dort Pfennig Beträge, die sich aber zu hübchen Sümmchen addieren. Ich glaube, da waren die buddhistischen Religionen etwas cleverer als die katholische Kirche, von der evangelischen mal ganz zu schweigen.

Ein kurzes Wort zum Fahrrad fahren in Japan. Die Japaner haben tolle Fahrräder, sehr gepflegt, keine alten Krücken. Fahrräder werden kaum gestohlen. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt auf dem Bürgersteig. Fahrradwege haben wir nirgendwo gesehen, sie sind unbekannt. Jedes Fahrrad hat ein Klingel, die jedoch niemals benutzt wird. Wenn Du zu Fuß unterwegs bist und ein Fahrradfahrer kommt von hinten, dann schleicht es sich unter gemurmelten Entschuldigungen vorbei, aber klingelt niemals! Daran muss man sich erst gewöhnen.

Den Abend haben wir noch einmal in Kyoto verbracht mit einer Führung unter dem Thema Kyoto bei Nacht. Wir haben den historisch alten Teil mit engen Gässchen und finsterer Beleuchtung kennen gelernt, in der Ferne eine Pagode. In einer Show wurde im 1-Stunden Takt japanische alte Kultur des Tanzens, der Musik, des Schauspiels und des Puppenspiels gezeigt. Das Publikum bestand aus staunenden Europäern und Amerikanern. Ich fand am erstaunlichsten, wie man im Schweinsgalopp in einer Stunde eine Jahrtausend alte Kultur vorführen kann. Hier ein paar Bilder von dem Abend.

Ganz zum Schluss gab es noch ein Abschiedsessen bei unserer Gastgeberin Toshie. Sie hatte uns in ihr Haus eingeladen zum Essen. Es gab japanische Pizza, die mit der italienischen soviel zu tun hat, wie ein Alfa Romeo mit einem Toyota. Man macht ein Gemisch aus klein gehaktem Kohl, Schlotten, Tempura, Mehl ein Ei und füllt es jedem Gast in eine Schale. Auf dem Tisch steht ein eine elektrisch beheizte heisse Platte. Jeder haut sich einen Klacks in Reibekuchengröße darauf, streicht ihn glatt und brät ihn von beiden Seiten. Wahlweise kann man Käse, Schinken oder andere japanische Geheimzutaten drauf machen. Dazu gibt es als Appetizer gebratene (!)Austern. Toshi und ihr Mann waren letztes Jahr in Frankreich und erzählten mit Entsetzen, das man dort die Austern roh (igitt) ist. Nachdem alle Familien Geschichten ausgetauscht waren, haben wir noch eine Tee Zeremonie (die 4.) mit „dünnem“ Tee abgehalten. Es war ein sehr netter Abend, frei von den vielen Ettiketten Anweisungen, die man so liest, über Kulturen hinweg. Dann gab es noch das gemeinsame Foto.toshi