Fraser Island

 Fraser Island (selten auch Fraser-Insel, früher Great Sandy Island) ist eine zum australischen Bundesstaat Queensland gehörende Insel. Mit einer Fläche von 1840 Quadratkilometer ist sie die größte Sandinsel der Welt. Wir fragen uns: Wie kommt es nur zu diesem Namen? Wer war oder ist Fraser? Ein Blick in Wiki löst das Rätsel, wirft aber neue Fragen auf.

Im Jahre 1836 brach das Schiff Stirling Castle unter Kapitän James Fraser von Sydney mit dem Ziel Singapur auf. Am Great Barrier Reef wurde der Rumpf des Schiffes am 21. Mai 1836 beschädigt und das Schiff sank. Die überlebenden Schiffbrüchigen, darunter Kapitän Fraser und seine Frau Eliza, ruderten in Richtung der Sträflingskolonie Moreton Bay. Eliza soll hochschwanger gewesen sein und auf einem Rettungsboot ihr Kind geboren haben, das kurze Zeit später starb. Ein Rettungsboot mit den Frasers landete schließlich auf der Insel, die damals noch Great Sandy Island genannt wurde. Während der mehrmonatigen Wartezeit auf Rettung von der Insel verstarben einige der Schiffsbrüchigen. Eliza Fraser und weitere Seeleute überlebten dank der Hilfe der Ureinwohner. Eliza bezeugte später, dass ihr Mann durch einen Speer der Aborigines getötet worden sei.

Eliza wurde später gerettet. In Sydney und anschließend in England gab sie sich als verarmte Witwe aus, obwohl sie 3. Februar 1837 den Kapitän Alexander John Greene geheiratet hatte. Eliza berichtete vor Publikum und in Zeitungen über die angebliche Grausamkeit, Brutalität und Wildheit der Aborigines und verdiente damit Geld. Obwohl ihre Erzählungen von vielen bezweifelt und widerlegt wurden, war die Wirkung für die australischen Ureinwohner fatal, denn viele Siedler wurden dadurch in ihrem Verhalten gegenüber den Aborigines beeinflusst. Eliza wird in der Literatur als widersprüchliche Persönlichkeit geschildert. Wahr ist allerdings, dass viele Aborigines, die ihr in ihrem Überlebenskampf geholfen hatten, bei Massakern von Europäern umgebracht wurden.

Nach Kapitän Fraser erhielt die Insel ihren heutigen Namen. Wir fragen uns, wie angesichts der problematischen Rolle der Witwe Fraser und angesichts der vor Jahren vollzogenen Wendung der australischen Politik gegenüber den Ureinwohnern des Kontinentes trotzdem der Namen beibehalten wird. Die Butchulla Aboriginal Corporation RNTBCdie , interessenvertretung der Ureinwohner, hat erst 2014 vor einem Gericht die Landrechte zurück bekommen.

Das ist aber nicht die einzige bizarre Erfahrung, die wir hier machen. Wir fahren mit einem Gelände gängigen Bus durch den Regenwald auf der Insel, sehen neu, riesige Bäume auf denen Farne wachsen oder von denen Lianen herunter hängen. Unser Begleiter berichtet, dass im 19. und weit ins 20. Jahrhundert auf der Insel Holzwirtschaft betrieben wurde, die aber heute aus ökologischen Gründen von einer nachhaltigen Bewirtschaftung abgelöst ist. Die wirtschaftlichen Verluste werden durch den Öko-Tourismus zum Teil kompensiert.

 


 

Wir erreichen mit dem Bus nach einigen Aufenthalten den Strand zum Pazifik. Ein schneeweißer und ca. 80 km langer Strand liegt vor uns. Die Wellen sind hoch und wild. Außer den Wellen gibt es mehrere Gründe, hier nicht zu baden. Hier werden oft Haie gesehen, den Namen habe ich vergessen (sorry), aber sie sind ca. 3 m lang, das würde mir schon reichen. Viel gefährlicher sind die Quallen, Blue Bottles genannt, die üble Verbrennungen verursachen. Wir haben sie schon einmal kennen gelernt.

Das verblüffende an diesem Strand ist jedoch, dass er so etwas, wie ein Autobahn ist. Hier fahren Autos entlang, Höchstgeschwindigkeit 80 km/h, mit Schildern dokumentiert. Wir fuhren auch mit unserem Bus, es war sehr glatt, immer entlang der Brandung. Selbstverständlich Linksverkehr. Der Strand ist auch Start- und Landebahn für kleine Passagier Flugzeuge, mit denen Touristen die Insel aus de Luft besichtigen können. Wie sich das alles mit den Öko-Zielen verträgt, müsste mir mal einer erklären.

Zum Schluss sind wir dann doch noch Baden gegangen. Auf der Insel sind mehrere Seen, die ausschließlich von Regenwasser gespeist werden. Dem entsprechend weich ist das Wasser, ein wunderbares Gefühl, darin zu schwimmen.

Zwei Erklärungen zu den Bildern oben: Der Herr mit dem Hut ist das Abbild des Australiers, deshalb musste er fotografiert werden. Der Hund ist kein Hund, sondern ein DINGO! Fraser Island hat eine Dingo Population, die wegen der Insellage sehr Arten rein ist. Man sieht sie selten, aber wir hatten das Glück, ein Exenplar zu treffen. Man muss aber vorsichtig sein, denn Dingos sind oft agressiv, weil sie immer die Dominanz ihrer Position testen müssen (woran erinnert mich das nur?), außerdem haben sie schon raus bekommen, dass  es bei den Touristen immer was zu futtern gibt.