Mehr davon?Der Zug fährt pünktlich um 7:00 ab und schon um 11:45 sind wir in Moskau. Das Taxi, welches uns zum Hotel Metropol bringt, bleibt erst mal im Verkehr stecken. Die Strassen sind mindestens 4-spurig, aber für die Anzahl der Autos reicht das nicht, Stau ohne Ende. Unsere Taxifahrerin wechselt unerschrocken die Spur mal links und rechts, nutzt jede Lücke, hat keine Hemmung, anderen den Weg abzuschneiden. So sind wir nach einer knappen Stunde im Hotel, Luxus ohne Ende.

Für den Abend haben wir schon Karten für das Bolschoy Theater besorgt. Oper von Puccini: Manon Lescaut. Dramma lirico (4 Akte), gesungen in Italienisch mit Kyrillischem Untertext. Nun kam endlich mein mitgenommener Anzug in Aktion! Aber auch das Moskauer Publikum zieht sich zur Oper nicht mehr gepflegt an, viele waren in Jeans, manche aber auch fein heraus gebrezelt.img_5985 Das Gebäude selber, so wie man sich Oper vorstellt. Sieben rundum gehende Balkone übereinander, so dass der Raum wie das Innere von einem Ei geformt war, allerdings mit 50 m Deckenhöhe und einem Kronleuchter von ca. 5 Tonnen. Mit Goldverzierung wurde nicht gespart!

Die Vorstellung selber – auch wenn wir nicht die Opernkenner sind – war toll. Herrliche Stimmen, ein kreatives und modernes Bühnenbild, leider musste die Dame Manon Lescaut zum Schluss sterben, ich hatte auf ein Happy End gehofft. Um uns die Tränen aus den Augen zu wischen, haben wir dann noch ein Bier an der Hotelbar getrunken.

Heute (21.Oktober) haben wir dann Moskau zu Fuss erkundet. Tatjana war schon noch von zu Hause engagiert worden und sie hat uns sehr informativ herumgeführt. Zunächst ging es zum Kreml, nur 100 m von unserem Hotel. Morgen wollen wir hinein gehen, heute nur von außen. Alles war natürlich voll von Menschen, etwa die Hälfte Chinesen oder Mongolen.

Vor den Kreml ist das Lenin Mausoleum. Das Schicksal von Lenin ist außerordentlich interessant, denn er wird nach wie vor als Nationalheld verehrt. Als er starb, 1924, sollte er auf ewige Zeiten dem Sowjetvolk erhalten bleiben. Deswegen haben sie ihn, so wie einen ägyptischen Pharao, einbalsamiert und in dem Mausoleum vor der Kreml Mauer in einem Kristallsarg untergebracht. Zu Sowjetzeiten war die Schlange der Besucher mehr als 500 m lang. Als ich 1995 in Moskau war, war es das gleiche. Dann schien es wohl, dass die moderne Nach-Wende Regierung diesen Lenin Kult gerne beendet hätte. Man wollte ihn endlich begraben, was ihm selber, der keinen Personenkult gewollt hatte, wohl am meisten entsprochen hatte. Bis heute ist aber noch keine politisch einvernehmliche Lösung gefunden und so kostet die Erhaltung des Leichnams nach wie vor etwa 1,5 Mio US$ pro Jahr.

Für den Samstag, 22.Oktober, hatte Franka dann schon wieder eine „Idee“. Wir sind 2 Stunden Metro gefahren und haben mindestens 10 Stationen besichtigt, die in ihrer Prächtigkeit ihresgleichen suchen, allerdings an die Sankt Petersburger nicht herankommen. Nebenbei haben wir dann auch die Lomonossow Universität besucht. Kleine Info:

Die Lomonossow-Universität Moskau oder auch Staatliche Universität Moskau ist die größte Universität Russlands. Der russische Name ist Московский государственный университет имени М. В. Ломоносова (МГУ), transkribiert Moskowski gossudarstwenny uniwersitet imeni M. W. Lomonossowa (MGU).Die Universität wurde am 14. Januarjul./ 25. Januar 1755greg. per Erlass von Elisabeth I. auf Anregung des Universalgelehrten und Schriftstellers Michail Lomonossow durch Iwan Schuwalow gegründet.

Viele sowjetische bzw. russische Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft sind Absolventen dieser Universität, u.a. auch Michail Gorbatschow. Zurzeit sind ca. 40.000 Studenten aller Fachrichtungen an der Universität eingeschrieben. Der Asteroid (6355) Univermoscow ist nach ihr benannt.

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