Fast 7 Stunden für fast 400 km von Tallinn nach Sankt Petersburg in einem Zug, der gut ausgenucht war. Die Sitze hart, die Mitreisenden (Fast nur Russen) schlafend, so reisten wir nach Russland ein. Um Mitternacht Einfahrt im Hauptbahnhof Sankt Petersburg, um 1 Uhr liegen wir im Bett des Hotels Petro Palace.

 

Am Montag 17.Okt. haben wir eine Besichtigung des Katharinenpalast in Puschkin mit dem berühmten Bersteinzimmer auf dem Programm. Zusammen mit einer schweizerischen Familie aus Luzern ziehen wir durch die endlosen Zimmer und Säle des Großen Katharinenpalastes, in dem Gold, Kunst, Geshirr und Mobiliar ohne Ende und von unschätzbaren Werten verarbeitet sind. Am berühmtesten ist das Bernsteinzimmer und aus diesem Grund kommen Jahr für Jahr Tausende Europäer, Chinesen, Amerikaner hierher.

Das Bernsteinzimmer, ein im Auftrag des ersten Preußenkönigs Friedrich I. von Andreas Schlüter gefertigter Raum mit Wandverkleidungen und Möbeln aus Bernsteinelementen, wurde ursprünglich im Berliner Stadtschloss eingebaut. 1716 wurde es vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkt. Aber erst 1743 wurde das Bernsteinzimmer unter der Regentschaft von Zarin Elisabeth im Winterpalast dauerhaft aufgebaut. Dieselbe Regentin ließ im Jahre 1755 einen Raum für die Bernstein-Paneele im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg einrichten, in dem das Bernsteinzimmer dann fast zwei Jahrhunderte verblieb.[1] Nachdem die Wandverkleidungen und das Interieur 1941 als Kriegsbeute durch die deutschen Besatzer geraubt und ab 1942 im Königsberger Schloss ausgestellt wurden, sind sie seit der ebenfalls kriegsbedingten Evakuierung des Schlosses von 1945 verschollen.

Im Katharinenpalast befindet sich seit 2003 eine originalgetreue Nachbildung des Bernsteinzimmers. (Quelle: Wikipedia)

Wer schon einmal in Versailles oder Sancoussi war, weiss wie solche Paläste aussehen. Zimmer nach Zimmer dienen Zwecken von Schlafen, Essen, Geselligkeit, Spielen, etc.

Katharinenpalast

Der Katharinenpalast in Zarskoje Selo (oder Puschkin), der als Sommerresidenz für die Ehefrau von Peter dem Großen Katharina I errichtet wurde, ist eine beliebte Attraktion für die Gäste St. Petersburgs, die sich das Bernsteinzimmer, das „achte Weltwunder“, mit eigenen Augen anschauen wollen. Allerdings ist das Bernsteinzimmer nur einer der Höhepunkte von Katharinenpalast und -park, die bei der Führung besichtigt werden – kein Zufall, dass Zarskoje Selo zur Lieblingssommerresidenz von Katharina der Großen wird. Wie auch in Peterhof treffen hier verschiedene Epochen und Kunstrichtungen aufeinander. Die prachtvolle barocke Helle Galerie, der größte Saal des Katharinenpalastes mit 800 qm, wie auch die Goldene Zimmerflucht von Rastrelli lassen die Gäste der Residenz den Prunk der reichlich vergoldeten Räume bewundern, wobei die klassizistischen Räume, die darauf folgen, die Atmosphäre der Ruhe und Nachdenklichkeit verbreiten.

Der Höhepunkt, das Bernsteinzimmer, stellt sich als ziemliche Scheusslichkeit dar, die Niemand in seiner Wohnung haben wollte. Aber den Chinesen, die zu Tausenden hindurchströmen, gefällts. Bilder? Klick drauf, dann kommt noch mehr


 

 

 

Wie war der Tisch bei Katherina II gedeckt? Jedenfalls etwas aufwendiger, als bei uns zu Hause. Ich habe nur drei der vielen Beispiele abgelichtet, vielleicht können wir zu Hause auch mal so decken. Deckengemälde, Vasen und Porzellan zeigen uns, dass vielleicht doch jemand die Zarin gut beraten hat. Nachdem wir das ganze Blattgold besichtigt haben ging es noch durch den Park. Ein sehr schöner Spaziergang nach der Wärme im Winterpalais.

Die Eremitage, das Winterpalais ist die logische Folge des Besuches in dem Katharinenpalais. Valentina spricht fliessend deutsch und führt uns fachkundig durch die Räume. Auch hier sind wieder ca. 4 km Fussmarsch angesagt mit 1000en von Bildern, Vasen Skulpturen und vor allem: ein wunderbarer Intarsien Fussboden. Zu den ausgestellten Bildern gehören Werke holländischer und französischer Meister wie Rembrandt, Rubens, Matisse und Paul Gauguin. Außerdem sind zwei Gemälde des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci. Die Eremitage sowohl als Gebäudekomplex als auch als eigenständige Kunstsammlung wurde von der russischen KaiserinKatharina der Großen begründet. Sie kaufte im Jahre 1764 225 Gemälde von dem Berliner Kunsthändler Johann Ernst Gotzkowsky; dieser hatte sie ursprünglich für den preußischen König Friedrich II. erworben, der jedoch aufgrund der leeren Staatskassen nach dem Siebenjährigen Krieg verzichten musste. 1765 kaufte sie für 80.000 Taler fast 1.000 Bilder aus der Gemäldesammlung des Grafen Brühl, deren Wert in dessen Nachlassverzeichnis auf 105.329 Taler geschätzt worden war. So viel
zu den Finanzen. In den Jahren danach wurden die Sammlungen immer wieder erweitert, so dass heute ca. 3 Mio. Kunstwerke in Ausstellungen und im Keller vorhanden sind.

Beeindruckend fanden wir, dass während der Belagerung von (damals) Leningrad durch deutsche Truppen von der Bevölkerung eine Schädigung der Gebäude und der Kunstschätze, z.B. durch Verfeuerung des Parketts, verhindert wurde. 12.000 Menschen lebten zu dieser Zeit in der Eremitage, um die Ausstellungsstücke zu retten und die Schäden der Sammlung durch Kälte und Bomben möglichst gering zu halten. Die erste Ausstellung mit in der Eremitage verbliebenen Stücken wurde kurz nach Ende der Belagerung bereits am 7. November 1944 eröffnet; die offizielle Wiedereröffnung des Museums fand mit allen Ausstellungsstücken am 5. November 1945 statt. Die Renovierung des Gebäudes zog sich aber noch über mehrere Jahre hin.

Nach dem Besuch nahmen wir einen Imbiss im Restaurant Yak, welches russische Küche anbietet und sehr zu empfehlen ist. Die folgenden Bilder waren im Hinterzimmer, uns haben sie gefallen.

 

Nach vielen trüben Tagen präsentiert sich Sankt Pegersburg heute mit blauem Himmel und strahlender Sonne. Allerdings beträgt die Temperatur ! Wir wollen heute die Stadt vom Wasser aus kennenlernen. Außerdem wollen wir an einer Führung durch die schönsten U-Bahn Stationen teilnehmen.

Sehr spannend war die Metro-Tour. Unser Führer war ein junger Russe, der akzentfrei Englisch sprach. Wir fuhren mit der roten Linie in den Süden von Sankt Petersburg und stiegen bei einigen U-Bahn Stationen aus. Spektakulär gleich der Anfang, denn es ging mit der Rolltreppe ca. 100 m in die Tiefe. Die Stationen sind jeweils einem Thema gewidmet Lenin, Puschkin, den Matrosen der Marine, den Arbeitern. Das Thema wird in riesigen Mosaik Bildern verarbeitet, in Statuen und in der Gestaltung der Decken, Wände, Böden. In allen Stationen herrscht eine beispiellose Sauberkeit, obwohl Tag für Tag Tausende von Menschen transportiert werden. Grafiti sind nirgendwo zu sehen, auch keine entfernten Spuren von Grafiti – so zu sagen das Gegenteil von Berliner U-Bahn Stationen.

Die Bahnen selber sind eher im Stil der 60er Jahre grob geformt und vor allem laut. In den Nachmittagsstunden, in denen wir fuhren, war es ziemlich voll, Sitzplätze waren nicht zu bekommen. Vor älteren Menschen höflich aufzustehen und den Sitzplatz anzubieten, so wie es vor Urzeiten einmal üblich war, ist auch hier unbekannt. Wie soll man die Metro als Urbane Kunst beschreiben? Am besten durch Bilder!

 

Am Abend hatten wir dann einen Folklore Abend im Nikolai Palast. Mal davon abgesehen,dass auf der Bühne zwei massive Säulen standen, war es eine ganz tolle Vorstellung mit Tanz, Musik und natürlich: Kasatschok! Ich hatte immer Vorurteile gegen solche Folklore Abende. Aber dieser war so unterhaltsam und auch professionell, dass die Zeit im Nu verging.