Watch Out, Snorkeler

Port Douglas ist eine kleine Gemeinde, etwa 120 km Nord-Westlich von Cairns gelegen, die überwiegend aus dem Hafen, aus Hotels und anderen Übernachtungsangeboten besteht. Es gibt keine Ballermann vergleichbaren Vergnügungen, dafür aber tolle Seafood Restaurant und unzählige Angebote für auf das Riff hinaus zu fahren. Wir bestiegen spontan die Calypso, ein Schiff mit etwa 60 Passagieren – das dreifache wäre möglich gewesen – die zum Schnorcheln und Tauchen etwa eine Stunde zum Riff hinaus fuhr. an wurde ausgerüstet mit einem „stinger suit“, einem Ganzkörper Overall, Flossen und Maske mit Schnorchel. Die Mannschaft war in Sorge wegen der Quallen Bluebottle, Box und wie sie noch alle heißen. Alle nicht ungefährlich. Dann ging’s ins Wasser. Viele Fische, bunt, groß oder in Schwärmen, am Boden Korallengebilde wie Zweige oder andere, die aussahen, wie ein großes Gehirn, gewachsen auf dem Meeresboden. Seesterne, die leuchtend blau erschienen. Allerdings mussten diese Eindrücke gegen diejenigen bestehen, die wir vor einigen Jahren auf unserer Segeltour auf den Seychellen hatten, und das ist ihnen leide nicht gelungen. Da waren wir aber nur 6 Schnorcheler und hier sind wir 40-50. Das sind schon Unterschiede!

Der nächste Tag fand seine Fortsetzung in einer weiteren Schnorcheltour auf der Quicksilver, ein futuristisch anmutender Katamaran, der für 300 Passagiere gut war, es waren aber nur die Hälfte. Die Quicksilver war wi ein großes Hotel perfekt durchorganisiert: Einchecken, Was haben wir gebucht? Tauchen, Schnorcheln, Helikopterflug, nur Schauen?
Unter diesen Angeboten war eines, was wir besonders speziell fanden: Helm Tauchen! Ihr kennt bestimmt den alten Film 20.000 Meilen unter dem Meer. Die haben die gleiche Technik bei ihren Ausflügen genutzt: Du bekommst einen Plexiglas Helm mit Atemschlauch aufgesetzt und gehst auf eine Unterwasser Plattform, wo die Fische schon warten (denn sie werden vom Personal gefüttert). Vorher wirst Du von einem Arzt gecheckt, ob dein Herzerl auch ordentlich pumpen tut, ob Du unter Klaustrophobie leidest, ob Du unter Orientierungslosigkeit oder Atemnot leidest. Dann wirst Du wie ein Kranker auf die Plattform geleitet und nach einer halben Stunde wieder heraus. Aber >>> es war toll! Wann kann man schon einmal so etwas machen?
Dann ging’s zum Schnorcheln. Wenn man sich etwas von der Masse entfernte, konnte man viele Fische alleine oder in Schwärmen sehen, die vielen Lebewesen, die auf dem Boden siedeln. Das Wasser war sehr klar, die Sonne schien und so war die Sicht optimal.

Dann ging es mit dem Helikopter zurück. Wir waren zu 6 und so hatte jeder gute Sicht auf das Riff. Von Oben waren im tiefen Blau der See die Korallen als leuchtende Inseln zu sehen, die Formen wie gigantische Amöben ausgebildet hatten. Ab und zu mal ein Schiff, das in dem klaren Wasser zu schweben schien. Es war genau, wie auf den bunten Werbe Fotos, ob das nun gut oder schlecht ist, wer weiß das schon.
Nach einer halben Stunde landeten wir in Port Douglas und für uns stand fest: Wir schnorcheln noch mal, suchen uns aber das kleinste Schiff in ganz Port Douglas aus. Es wird viel über das Sterben am Great Barrier Reef gesprochen. Die Erwärmung des Pacific um wenige Grade bzw. Bruchteile von Graden führt dazu, dass viele der Lebewesen, die die Korallen besiedeln, absterben und lediglich die leeren Kalkhüllen übrig bleiben. Das wollen wir uns von einem der Meeresbiologen, die auf den Schiffen sind, vor Ort zeigen und erklären lassen.

Schnorcheln mit Schildkröten

Franka und ich sind leider etwas psychotisch geworden. Wir sind Schnorchel-süchtig! Wir müssen in dem Badewannen warmen Wasser liegen, ausgestatet mit Maske und Schnorchel und schauen nach unten auf die Korallen, die Fische, die Wasserschildkröten. Deswegen haben wir noch einen Ausflug zu den Low Islands gemacht, wo das Revier der Meeresschildkröten ist. Diesmal fuhren wir mit einem Segler Katamaran, zusammen mit weiteren 8 anderen Süchtigen.

Es war sehr gemütlich und sehr persönlich: der Skipper und eine Meeresbiologin kümmerten sich um uns. Vor einer kleinen Insel mit Leuchtturm ankerten wir. Kaum waren waren im Wasser, trafen wir schon auf die ersten Schildkröten, die uns allerdings wenig beachteten. Wir sind ja auch nicht die ersten Touristen, die hier herum paddeln. Die Schildkröten sind ziemlich groß, ca. 1,5 m im Durchmesser, es kann auch mehr sein, im Wasser lassen sich die Maße schwer abschätzen. Dann gab es Riesen Muscheln auf dem Boden, die das Wasser durch eine Öffnung einsaugen und durch eine andere wieder ausstoßen. Aber sie können auch zuklappen, wir haben unsere Flossen lieber bei uns behalten.

Nach einer Stunde schnorcheln waren alle müde, außerdem gab es ein Gläschen Sekt mit Imbiss und zum Abend schipperten wir dann zurück nach Port Douglas. Franka hatte schon alle Mit-Schnorcheler gescannt, so dass wir wußten: ein Amerikanisches Ehepaar aus Georgia, ein junges Paar aus Porthmouth, UK; der Rest waren Australier aus Melbourne. Der Abend endete bei Hamingway’s bei Bier und Sparribs (If you ever come to Port Douglas – Hamingway’s is a MUST).

Was ist nun mit dem Sterben des Great Barrier Reefs, von dem so viel gesprochen wird? Jane, unsere Meeresbiologin, erklärte es uns. Die kleinen Areale auf dem Grund mit kleinen abgebrochenen Kalkgerüsten, die aussehen, wie kleine Hühnerknochen, haben nichts damit zu tun. Sie sind das natürliche Ergebnis der Erholung des Riffs, denn auf diesen abgestorbenen Teilen siedeln neue Korallentierchen an, so erneuert sich das Riff.

Das Sterben des Riffs durch die Erwärmung des Meeres findet woanders statt und für uns Laien oft nicht zu erkennen, vergleichbar mit den Symptomen des Waldsterbens. Da sind Kolonien von Korallentierchen, die schon geschädigt sind und sich verfärben und schrumpfen – sie hat es uns gezeigt aber wir hätten es nicht gesehen.