Toiletten?

Das ist ganz einfach. Jeder Waggon hat zwei davon, eine vorne, eine hinten. In den Bahnhöfen werden die Toiletten zugeschlossen zum Schutz der Hygiene, Denn alles geht direkt auf die Schiene,dazwischen ist nur ein kleiner Schieber, der mit einem Fußabtreter bedient wird. Der Schieber öffnet sich und Wasser strömt hinterher. Am besten, man ist als Erster auf der Toilette. Im gleichen Cabinett gibt es auch ein sehr kleines Waschbecken mit heißem und kaltem Wasser sowie ein Seifenspender. Die Wasserhähne tun’s nicht immer und man muss sie ganz aufdrehen, damit das Wasser läuft. Mischverfahren: hohle Hand.
Das Toilettenpapier ist einlagig. Daher braucht man sehr viel davon.
Leider verstopft dann auch der Abfluss sehr leicht. Aber auch das hat der Russe bedacht. Denn es gibt einen kleinen Schieber, mit dem man die ganze Bescherung durch das Loch durchdrücken kann. Effektiv, aber nichts für Leute mit einer Fäkalienphobie.
Schluss mit Toilette, ich war da und habe es überstanden.

In jedem Wagen ist ein Samowar installiert, aus dem sich jeder heisses Wasser zapfen kann um Tee zu bereiten. Er besteht aus einem 100 l Kessel und komplizierten Installationen rundherum, die in einem Wasserhahn enden. Dort kommt das heisse Wasser heraus. Damit auch jeder den Samowar reparieren kann, hängt der Bauplan gleich daneben. Es fehlt nur noch das Werkzeug.

Für die Fahrt mit der TransSib ist nicht jeder geeignet. Gut ist, wenn man Camping Erfahrung im Zwei-Mann Zelt bei Regen hat. Wirtschaften auf engstem Raum will gelernt sein. Dann ist es noch gut, wenn man Bootserfahrung hat, am Besten bei rauem Wetter. Denn das SchienenNetz der Transit wurde seit der Erbauung kaum verbessert und dem entsprechend schlingern die Wagen selbst bei langsamer Fahrt. Schneller als 80 km/h geht es sowieso nicht.
Deswegen sieht man auch viel von der Landschaft. Dabei fällt mir immer das schöne Lied ein:
Sehnsucht heißt das alte Lied der Taiga

Endlose Steppen durch brauchen von Birkenwäldern. Der dünne Bodenbelag aus Schnee verstärkt noch die grafische Wirkung dieser Landschaft. Dazwischen immer wieder kleine Dörfer aus Holzhütten und jeweils einem herrschaftlichen Steinhaus. Wenn Du Dich mal wirklich aus der westlichen Zivilisation ausklinken möchtest: 6 Wochen Urlaub im Sommer bieten hier die Chance dazu.
Wir aber fahren weiter. Der Zug hat einen Speisewagen. Um 9:00 waren die Damen aber noch nicht recht motiviert und frühstückten erst einmal selber. Wir hatten noch reichlich Vorräte von gestern und so gab es unser Frühstück im eigenen Abteil mit Wurst und Käse, Tee, Instant Kaffee und хляб (chljab=Russisch Brot).
Es gibt in der TransSib einige eherne Regeln, die man kennen sollte. Wenn der Zug hält, egal wo, werden die Klos und die Verbindungstüren zwischen den Wagons abgeschlossen. Fährt der Zug weiter, dann wird alles wieder aufgeschlossen, es sei denn, es wird gerade geputzt. Und es wird oft geputzt, was positiv hervorzuheben ist. Auf Grund dieser Regeln kann Dir folgendes passieren: Du hast gefrühstückt und willst aufs Klo. Der Zug fährt ein nach z.B. Malyj Ostrov (russisch: kleine Insel). Dein WC ist schon zugesperrt, aber die Provotnitza zeigt auf den nächsten Wagon, da wäre noch offen (anstatt für Dich noch einmal zu öffnen!). Du hangelst Dich dorthin und siehe da, es ist noch offen! Das ist gut. Dann willst Du zurück, aber die Türe ist abgeschlossen denn der Zug hält an. Auf dem Bahnsteig reges Leben mit Ein- und Ausstieg, Babuschkas verkaufen Sauerkraut und Gurken und Du traust dich nicht auszusteigen, um über den Bahnsteig zu Deinem Wagon zu kommen, denn der Zug könnte plötzlich losfahren und dann stehst Du allein im T-Shirt und Pantoffeln bei 0° C in der Taiga. Also wartest Du auf dem Gang eines fremden Wagons 10 Min, 15 Min. Die Leute gucken Dich schon komisch an – will der was klauen? Nach 20 Minuten – gefühlt 60 – ruckelt der Zug und es geht weiter. Die Provotnitza schließt die Wagontüre auf und Du bist gerettet.

 

Eherne Regeln

Es gibt in der TransSib einige eherne Regeln, die man kennen sollte. Wenn der Zug hält, egal wo, werden die Klos und die Verbindungstüren zwischen den Wagons abgeschlossen. Fährt der Zug weiter, dann wird alles wieder aufgeschlossen, es sei denn, es wird gerade geputzt. Und es wird oft geputzt, was positiv hervorzuheben ist. Auf Grund dieser Regeln kann Dir folgendes passieren: Du hast gefrühstückt und willst aufs Klo. Der Zug fährt ein nach z.B. Malyj Ostrov (russisch: kleine Insel). Dein WC ist schon zugesperrt, aber die Provotnitza zeigt auf den nächsten Wagon, da wäre noch offen (anstatt für Dich noch einmal zu öffnen!). Du hangelst Dich dorthin und siehe da, es ist noch offen! Das ist gut. Dann willst Du zurück, aber die Türe ist abgeschlossen denn der Zug hält an. Auf dem Bahnsteig reges Leben mit Ein- und Ausstieg, Babuschkas verkaufen Sauerkraut und Gurken und Du traust dich nicht auszusteigen, um über den Bahnsteig zu Deinem Wagon zu kommen, denn der Zug könnte plötzlich losfahren und dann stehst Du allein im T-Shirt und Pantoffeln bei 0° C in der Taiga. Also wartest Du auf dem Gang eines fremden Wagons 10 Min, 15 Min. Die Leute gucken Dich schon komisch an – will der was klauen? Nach 20 Minuten – gefühlt 60 – ruckelt der Zug und es geht weiter. Die Provotnitza schließt die Wagontüre auf und Du bist gerettet.

Luxus in der TranSib

In Moskau hatten wir den Zug Nr. 70 bestiegen. Das sind die ganz normalen Züge, mit denen alle diejenigen fahren, die auf irgendwelchen Dörfern aussteigen. Der Luxus ist sehr begrenzt, die Sitze – damit auch die Schlafliegen – sind mit Plastik, wie aus den 50er Jahren bezogen. Samowar ist Pflicht, funktioniert auch ordentlich. Alles andere muss man sich im Bar Wagen holen.
Das WC hat gelegentlich kein Wasser, was für die Hygiene blöd ist.

Erst in Ulan Ude konnten wir den Zug Nr. 20 besteigen. Diese scheint eine Luxus Klasse zu sein, denn die Sitze sind mit Stoff bezogen, die Abteile sind etwas edler und neuer gestaltet und mir kommen sie auch etwas größer vor. Und was das Beste ist: offensichtlich haben wir „all inclusive“ Tickets, denn zwei mal pro Tag kommt ein Bursche aus dem Speisewagen vorbei und nimmt Bestellungen für Frühstück bzw. Abendessen auf. Kascha, Pelmeni und Brötchen werden geboten, Abends Gulasch oder (лыгк haben wir nicht verstanden). Für Tee oder Kaffee muss man selber sorgen. Das ist zwar russischer Luxus aber wir fragen uns natürlich, warum unser Reisebüro uns diesen Luxus nicht ab Moskau schon gegönnt hat. Wir werden sie das fragen.

Von der Hygiene in der TanSib

Für Reinlichkeitsfanatiker ist die TransSib nicht zu empfehlen. Alle unsere Wagons haben zwei Toiletten mit Waschgelegenheit. Letztere besteht aus eine kleinen Becken aus Blech, ca. 30 cm im Durchmesser. Zwei Wasserhähne sollen warmes und kaltes Wasser geben. Oft funktioniert das auch, aber nicht immer. Manchmal gibt es gar kein Wasser. Welcher Qualität das Wasser ist, ist unbekannt. Ich habe zum Zähneputzen immer eine Flasche Mineralwasser mitgenommen.
Gegen die Toilette ist nichts zu sagen – hätte auch schlimmer kommen können. Aus Edelstahl geht alles direkt auf die Schienen. Sie hat Wasserspülung, die immer funktioniert. Allerdings vermag sie nicht alles durch den Ausgang zu spülen, so dass man nachhelfen muss. Aber kein Grund, eine Verstopfung zu riskieren.
Jeden Tag wird unser Abteil gereinigt. Die Provotnitza kommt mit dem Staubsauger und reinigt den Teppich, der im Abteil liegt. Dann wischt sie eventuell noch ein wenig Staub. Uns bringt es dazu, auch ein wenig Ordnung zu halten, was nach drei Tagen auch nicht so einfach ist.
Jedenfalls werden wir in Wladiwostock im Hotel erst mal ausführlich duschen. Für die Duschen in den Hotels empfehle ich, ein bisschen Werkzeug dabei zu haben. Bisher mussten wir an jeder Dusche mal hier ein Schräubchen festziehen und dort den Duschkopf auf Höhe fixieren. Aber das ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.

Vom Service in der TranSib

Die Provodnitzas sind sehr unterschiedlich. Manche sind außerordentlich nett und hilfsbereit, andere wiederum sind in ihrem Wesen eher herb. Aber Frankas Russisch Kenntnisse helfen sehr.
Anders sieht es im Speisewagen aus. Dort gibt es einen Kellner, der eigene Vorstellungen von der Bearbeitung unserer Bestellungen hat. Wenn Franka zwei Tee bestellt, liefert er nur einen. Wenn wir zum Frühstück zwei Spiegeleier bestellen, gibt es erst mal 4 für einen von uns und nachdem diese aufgegessen sind, kommen die zweiten 4.

Märchen über die TransSib

In fast allen Reiseführern steht zu lesen, dass das Standart Kleidungsmittel in der TransSib der Trainingsanzug ist. Unsinn! Auf den ganzen 5640 km bisher habe ich noch keinen Menschen im Trainingsanzug getroffen. Es mag daran liegen, dass in unseren Waggons vor allem Familien und Geschäftsreisende sitzen. Aber bei diesen Reisezeiten könnten sie ja trotzdem im Trainingsanzug herumlaufen. Tun sie aber nicht. Deswegen habe ich meinen Trainingsanzug, der viel Platz weg genommen hat, an Ludmilla verschenkt. Ihr Schwiegersohn trägt ihn nun. Er ist sehr sportlich.
Das zweite Märchen ist das vom Wodka. Mal davon abgesehen, dass es weder im Bar-Wagen noch bei der Provodnitza Wodka zu kaufen gibt (wenn Du danach fragst schauen sie Dich an, als hättest Du um einen Joint gebeten), ist es auch nicht so, dass etwa fröhlich gestimmte Russen durch den Waggon ziehen, um mit Dir ein paar Schlückchen Wodka zu inhalieren. Das passiert schon deswegen nicht, weil der Russe am liebsten Cola trinkt. Man bekommt auch nicht überall Wodka zu kaufen, nur in speziellen Alkoholika Geschäften, dort wo es auch den guten grusinischen Rotwein gibt. Wir haben trotzdem ein Fläschlein Байкал erworben, trinken wir aber nur abends vor dem Schlafen gehen.
Das dritte Märchen ist das von der Bestechlichkeit der Provodnitza mit Hilfe von deutscher Lind Schokolade. Wir haben extra 7 Pralinen Schachteln davon mitgenommen. Aber es gibt gar nichts, weswegen man die P. bestechen sollte. Das Bettzeug ist Standart und wird auf jeden Fall bei Abfahrt ausgeteilt. Geputzt wird zwei mal am Tag und den Tee macht man sich selber. Und wenn Du es Dir mit ihr völlig verscherzen willst, dann fragst Du, ob sie Dir einen Vodka besorgen kann. Nachdem wir unsere erste Pralinen Schachtel aufgedrängt hatten, haben wir die weiteren an unsere Führer in den verschiedenen Städten verteilt. Die haben sich gefreut, wie die Schneehasen.
Kein Märchen ist allerdings, dass es jederzeit heißes Wasser gibt, um sich einen Tee zu brühen, denn jeder Waggon hat einen eingebauten Samowar, der niemals seinen Dienst versagt. Gute, alte russische Technik.