Sylvester in der Opera in Sydney, das ist schon etwas spezielles.

Wir hatten ja schon alles mit langer Hand vorbereitet. Bereits im Mai die Karten für die Gala bestellt und nur einen Tag vorher die per E-Mail gesendeten „Gutscheine“ in echte Karten umgetauscht („Sorry, please come one day befor the NYE“, vorher jing dat nich, na jut). Alle haben uns gewarnt, am Sylvester Abend nicht zu spät zu kommen, also waren wir schon um 4 mit der Fähre dort. Die Oper war großräumig abgesperrt, jeder wurde drei mal kontrolliert, ob er auch Karten hat, ob er es auch wirklich ist, ob er kein Bömbchen dabei hat. Gut so!

Im Umkreis von 1000 m lagerten schon 10.000 Menschen auf dem Boden, zum Teil in Zelten (seit gestern?), hatten reichlich Essen & Trinken dabei und heizten sich schon mal auf. Die Stimmung war bestens und es war etwa 30° bei sonnig/bedecktem Wetter. Wir jedoch mussten uns nicht bei dem Plebs lagern, sondern fanden Eingang in die edlen Hallen der Opera.

Die Opern Gala bestand aus einem Medley der berühmten Arien dieser Welt von Verdi, Puccini und Rossini. Vor der Opern Gala gab es das Pre Performance Dinner mit drei Gängen und australischen Weinen. Wir hatten sehr anregende Tisch Nachbarn. Ein Pärchen von zwei Herren (Ja, natürlich waren sie es..) und ein Ehepaar, wo sie aus Holland, er aber Australier war. Wir besprachen die wichtigen Dinge des Jahres 2016. Die Flüchtlingsprobleme, ob die EU den Brexit verkraftet, den konservativ Shift all over the world – aber die Australier wollten auch ganz genau wissen, wie eigentlich die Deutsche Wiedervereinigung abgelaufen ist. So konnten wir auch mal wieder die Ikonenhafte Bedeutung des Wortes „unverzüglich“, englisch immediately für die deutsche Wiedervereinigung erläutern. Das weiß hier natürlich kein Mensch und so konnten wir zur australischen Allgemeinbildung einen bescheidenen Beitrag beisteuern. So ging der Abend flott dahin und es ging zur Opern Gala.

Wir sind nun nicht die Opern Fans sondern eher dem Banausentum zu zurechnen, was klassische Musik betrifft. Trotzdem oder auch vielleicht gerade deshalb waren wir hin & weg von der Kraft der Stimmen und dem tollen Orchester. Sicher waren auch „Opern-Schlager“ dabei. Nicht fehlen durfte „Nessun Dorma“ aus Turandot und auch bei manch anderem konnte man mit summen, was wir aber natürlich nicht getan haben. Die einzelnen Darbietungen wurden von einem sicherlich sehr eloquenten Herrn mit ein wenig Ironie vorgestellt. Wahrscheinlich kennt ihn jeder Australier aus dem Fernsehen, wir leider nicht, weil wir seit 3 Monaten kein Fernsehen schauen und verstanden haben wir auch nichts, da er sehr schnell und australisches Englisch sprach (Ein Freund hat  uns zur Vorbereitung gesagt, die Australier verstehen alles, was Du sagst, nur leider verstehst Du sie nicht. Trifft aber nicht auf alle zu.)
Also, es war toll und in der Pause gab es das erste Feuerwerk.